Christliche Themen für jede Altersgruppe

Andreas Koch meint … Wie wär’s mit einem Osterfrieden?

Andreas Koch, Kolumnist des Evangelischen Gemeindeblattes. Fotos: privat/Canva

Am Ende dieses Beitrags geht’s um Ostern, am Anfang um den Krieg. „Ich bin kein politischer Mensch“, mailt mein Sohn aus den USA, „aber das Morden in der Ukraine widert mich an und genauso, dass der Westen nichts tut. Was da abgeht und wie wir eigentlich nur zuschauen, ist abscheulich.“ Ein bisschen hilflos schreibe ich zurück: „Du hast ja sowas von recht! Nur: Wenn wir mehr machen als bisher und militärisch eingreifen, gibt‘s einen richtig großen Krieg. Dann goodbye Esslingen und vielleicht auch goodbye Boston!“

Krieg da und Ostern hier

Ja, er hat recht: Wir tolerieren einen schlimmen Krieg einschließlich schrecklicher Verbrechen! Warum? Unter anderem weil wir einen noch schlimmeren Krieg verhindern wollen. Leidtragende aber sind die Menschen in der Ukraine. Und in einer solchen Situation feiern wir jetzt Ostern. Wir freuen uns auf das Fest, bereiten es vor, planen Besuche bei Menschen, die uns wichtig sind. Aber geht das überhaupt: Krieg da und Ostern hier – getrennt durch gerade mal 1000 Kilometer?

Es gibt das schöne Wort vom Osterfrieden. Und es gibt jene Begebenheit aus dem Ersten Weltkrieg, von der ich gelesen habe. Deutsche und russische Soldaten stehen sich an Ostern an der Front gegenüber. Die Waffen schweigen für einen kurzen Augenblick. Eine Gruppe Russen geht auf die Deutschen zu und reicht ihnen die Hand. Der deutsche Kompanieführer ruft: „Um Gottes willen!“ Seine Männer aber strecken ebenfalls die Hände aus – und jeder bekommt von seinem Gegenüber ein Osterei (Karl Friedrich Borée, Spielereien und Spiegelungen). So fängt Frieden an.

Glauben an den Frieden

Wie wär’s mit einem Osterfrieden gerade in diesem Jahr? Jedenfalls dürfen wir den Glauben an den Frieden nicht aufgeben. Gleichzeitig müssen wir alles, was möglich ist, für ihn tun. In diesem Sinn lassen wir es Ostern werden – dem Krieg und dem Tod zum Trotz! „Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken?“ (EG 115,1) Ich weiß schon, was ich mit dieser Liedstrophe mache: Ich maile sie an Ostern nach Boston. Mir scheint, dort kann man sie auch ganz gut gebrauchen.

Das meint Andreas Koch. Und was meinen Sie?