Christliche Themen für jede Altersgruppe

Andreas Koch meint … Wir gehen nicht allein ins neue Jahr

Andreas Koch, Kolumnist des Evangelischen Gemeindeblatts. Fotos: privat, Canva  

Silvester: Als Kind wurde ich kurz vor Mitternacht geweckt, um das Feuerwerk anzuschauen. Jahre später ging ich mit der Freundin zum Aussichtspunkt über der Stadt, habe aber außer ihr nicht viel gesehen. Gerade Pfarrer geworden musste ich den Spätgottesdienst halten: Er dauerte von 23.30 Uhr bis 0.15 Uhr. Irgendwann kam dann die „Silvesterstadl“-Zeit. Aus und vorbei! Jetzt schaue ich „Dinner for One“ an und nicke dabei meistens ein.

Jahreswechsel in der Kirche

Am eindrücklichsten waren andere Jahreswechsel. Da bin ich allein in meiner Kirche gesessen und einfach so ins neue Jahr hinübergeglitten. Natürlich hat es da auch gute Gedanken gegeben und ein Gebet. Vor allem aber war es die Stille, die mich getragen und mir Zuversicht gegeben hat.

Was würde ich am Silvesterabend 2022 – allein in einer Kirche sitzend – für das Jahr 2023 vor Gott bringen wollen? Natürlich meine Familie, meine Freunde, meine angeschlagene Gesundheit. Vor allem aber lägen mir Krieg und Frieden am Herzen, sprich die Auseinandersetzung in der Ukraine mit all dem Leid, das sie mit sich bringt. Und ich würde an die denken wollen, die hierzulande voller Furcht ins neue Jahr gehen, weil sie nicht wissen, wie sie es meistern sollen. Ja, es gäbe so vieles, für das sich bitten und beten ließe! Eine Kirche ist dafür ein schöner Rahmen. Wichtiger aber ist ein bisschen Ruhe.

Jahreslosung im Gemeindeblatt

Zum Jahreswechsel gehört für mich übrigens auch das Evangelische Gemeindeblatt: An Silvester hänge ich die neue Jahreslosung auf, die vor Wochen beigelegt war. Für 2023 heißt sie: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“ (1. Mose 16,13)

Feuerwerk, Freundin, Gottesdienst, volkstümliche Musik, „Dinner for One“ und dazwischen die Stille einer mitternächtlichen Kirche: Ich habe schon viele unterschiedliche Jahreswechsel erlebt. Aber eins war immer da und ist bis heute geblieben: der Glaube, dass wir nicht allein in ein neues Jahr gehen müssen. Das Poster in meinem Wohnzimmer erinnert mich daran: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“

Das meint Andreas Koch. Und was meinen Sie?