Christliche Themen für jede Altersgruppe

Andreas Koch meint ... Wir sollten mehr vom Frieden reden

 Andreas Koch, Kolumnist des Evangelischen Gemeindeblattes. Foto: privat/canva

Die Frage geht mir nicht aus dem Kopf, obwohl sie gut eine Woche alt ist: „Wovor haben Sie Angst, Herr Scholz?“ So hat ein einflussreiches Nachrichtenmagazin vorwurfsvoll getitelt. Darunter stand zu lesen: „Der Kanzler über sein Zaudern bei Waffenlieferungen, die Gefahr eines Atomschlags und die Schuld der SPD.“

Nachdenken ist nicht Zaudern

Keine Sorge: Es geht nicht um Parteipolitik! Wohl aber fehlt mir jedes Verständnis dafür, dass man einen Politiker als Zögerer und Zauderer herabwürdigt, bloß weil er seine Pflicht tut. Die besteht darin, das Pro und Contra von durchaus umstrittenen Waffenlieferungen so gründlich wie möglich abzuwägen. Und mit Verlaub: Darf sich ein Bundeskanzler vor einer Eskalation des Ukrainekriegs nicht auch fürchten? Bei der russischen Drohung mit Nuklearwaffen muss es doch allen kalt den Rücken runterlaufen. Wer hier unbedacht handelt, riskiert viel. Deshalb prüft ein gewissenhafter Politiker alle Optionen, bevor er entscheidet. Im Übrigen haben Olaf Scholz und der Bundestag jetzt ja eine Entscheidung getroffen: pro schwere Waffen für die Ukraine. Ein Fehler?

Man hört immer nur von Waffen

„Wovor haben Sie Angst, Herr Scholz?“ Was ist das für eine Hybris von Medienschaffenden, die glauben, alles besser zu wissen! Tun sie, tun auch wir nicht. „Könnt ihr mir in drei Sätzen sagen, was ihr in Sachen Ukrainekrieg machen würdet, wenn ihr Kanzler wärt?“, habe ich meine Gäste an der sonntäglichen Kaffeetafel gefragt. Das Ergebnis: Es wurde viel geredet. Hilfreiches kam nicht. Auch nicht von mir.

Olaf Scholz hat übrigens auch so schon einiges gemacht. Vor allem hat er den beinahe biblischen Begriff der Zeitenwende in die Diskussion eingeführt. Eine breite Auseinandersetzung darüber, was diese Zeitenwende für uns bedeutet, erschiene mir sinnvoller als billige Kanzlerkritik. Und ich höre immer nur Waffen, Waffen, Waffen. Wie wär’s, wenn wir mehr vom Frieden reden würden? Der Weg dahin wird nicht leicht sein. Aber ohne dass wir losgehen, erreichen wir das Ziel nie. Gott geht mit.

Das meint Andreas Koch. Und was meinen Sie?