Christliche Themen für jede Altersgruppe

Andreas Koch meint ... „Zwischen uns bleibt alles beim Alten“

Andreas Koch, Kolumnist des Evangelischen Gemeindeblattes. Fotos: privat/Canva

„Zwischen den Jahren“ ist eine gute Zeit, Bilanz zu ziehen. In meinem Lieblingscafé fällt die Bilanz für 2021 allerdings ernüchternd aus. „Ich arbeite gern“, sagt sein Besitzer, „aber Corona und die Politik treiben mich in den Ruin. Das Ganze lohnt nicht mehr.“ Der Mann hat Tränen in den Augen. Ob er sein Lokal im neuen Jahr noch einmal öffnet?

Ein Blick zurück

„Zwischen den Jahren“ sieht’s so an vielen Stellen aus – leider. Die Pandemie verrichtet ganze Arbeit. Und wer hat Schuld? Ein kurzer Blick in Richtung Cafébesitzer genügt: „Was für ein Verordnungsschlamassel!“ Und: „Wenn sich nur alle hätten impfen lassen …“ Tränen lügen nicht.

Aber kein Blick zurück im Zorn! Auch auf der Anklagebank soll niemand sitzen in diesen letzten Tagen von 2021. Nur eins will ich mir gestatten: einen Seufzer des Bedauerns darüber, dass wir nicht von Anfang an alle an einem Strang gezogen haben. Hätten wir’s getan, ginge es uns um vieles besser.

Ein Blick nach vorn

Jetzt aber sollten wir nach vorne blicken und lieber Gräben zuschütten als neue aufreißen. Schließlich warten im kommenden Jahr neben Corona noch weitere Herausforderungen auf uns. Zum Beispiel der Klimawandel. Stoppen lässt er sich nur, wenn wir gemeinsam vieles ändern – und damit sofort beginnen. Und auch die Schere zwischen Arm und Reich darf nicht weiter auseinandergehen. Gegen diese Ungleichheit sollte sich 2022 ebenfalls etwas tun. Ganz zu schweigen von dem, was wir uns persönlich an guten Vorsätzen vorgenommen haben. Nur von einem will ich nicht, dass es sich ändert: Der Besitzer meines Lieblingscafés soll auch im neuen Jahr eine offene Tür für mich und andere haben.

Und noch etwas darf gerade in diesen schweren Zeiten unverändert bleiben: das Verhältnis zwischen Gott und uns. Es war der Kirchenvater Johann Albrecht Bengel, der in einer Silvesternacht am offenen Fenster stand, zum sternenübersäten Himmel aufblickte und voller Gewissheit sagte: „Zwischen uns, Herr, bleibt alles beim Alten.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Das meint Andreas Koch. Und was meinen Sie?