Christliche Themen für jede Altersgruppe

Auch kleine Schritte helfen - Kinderhilfsverein

MEIMSHEIM (Dekanat Brackenheim) – Claudia Lindner unterstützt seit 14 Jahren einen rumänischen Hilfsverein, der sich um verlassene Kinder kümmert. Kürzlich war sie als Helferin im Kinderkrankenhaus von Brasov. Dort werden außer kranken auch ausgesetzte Kinder versorgt. Die Erfahrungen dort haben die dreifache Mutter nachhaltig beeindruckt.

Vor dem Transport zur Sammelstelle: Mittlerweile gibt es ein großes Netzwerk an freiwilligen Helfern.  (Foto: Privat)

„Es ist unglaublich, wie sich die Kleinen über jede Zuwendung freuen. Wenn wir wieder gehen, weinen sie nur kurz. Sie wissen, dass es nichts nützt. Aber es ist gut, dass sie bei ihrer Vorgeschichte überhaupt Gefühle zeigen können“, sagt Claudia Lindner.

Kürzlich hatte sie zum ersten Mal Kontakt zu rumänischen Kleinkindern zwischen vier Monaten und eineinhalb Jahren, die in schwierigen Verhältnissen aufwachsen oder im Krankenhaus von Brasov von überforderten Eltern abgegeben werden. Manche Kinder sind Dauergäste, andere leiden unter verschiedenen Krankheiten, werden aber von den Eltern begleitet oder besucht.

„Viele Eltern wollen ihr Kind eine Zeit lang besser versorgt wissen. Wenn sie sich selbst kümmern, bekommen sie einmal wöchentlich ein kleines Geschenk aus dem Spendentransport“, berichtet Lindner. Die 48-Jährige kümmerte sich mit anderen Helfern zwei Wochen um die Kinder, die niemanden haben.

Von deren Schicksal erfuhr sie durch einen jungen Meimsheimer, der 2002 beim Zivildienst im Kinderheim von Brasov die angehende Erzieherin Stefanie Vogel aus Dornstetten kennenlernte. Diese beschloss, sich dauerhaft für die Kinder einzusetzen und gründete 2006 mit der Amerikanerin Sarah Vienna, die sie zufällig auf einer Rumänienreise traf, den Verein „Firm Foundation Romania“ (FFR). Eine gemeinnützige Organisation, die durch praktische Hilfe in den Bereichen Bildung und Hygiene das Leben benachteiligter rumänischer Kinder und deren Familien positiv verändern möchte. Die Botschaft des Evangeliums wird ihnen ebenfalls nahe gebracht.

 

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Kinderhilfsverein - Angefangen hat es mit Kleidung und Spielsachen

Kinderhilfsverein firmfoundationsromaniaClaudia Lindner unterstützt den Verein seit 2005 durch Sachspenden, die von ihr und ihrer Kirchengemeinde gesammelt werden. Angefangen hat sie mit Kleidung und Spielsachen ihrer Kinder. Mit weiteren Spenden kamen 20 Bananenkisten zusammen. Das Engagement sprach sich herum. Stefanie Vogel, stellvertretende Vorsitzende von FFR und wohnhaft in Brasov, stellte 2012 ihr Projekt in Meimsheim vor. Sarah Vienna, Sängerin und FFR-Vereinsvorsitzende, gab ein Benefizkonzert in der Meimsheimer Martinskirche. Auch das brachte die Aktion weiter voran. „In diesem Jahr hatten wir 1500 Bananenkisten, von denen ein Teil zwischengelagert werden musste, weil der Transporter zu klein war“, erzählt Lindner, die mittlerweile ein großes soziales Netzwerk aufbaute. Kleider, Schuhe, Spielzeug, Kinderwagen, Fahrräder und Hygieneartikel reisen jährlich mit einer rumänischen Spedition nach Brasov, wo sie gesichtet und sortiert werden. Auch der Windelbedarf von jährlich 50 000 Stück wird gedeckt, wobei Stoffwindeln durch Pampers ersetzt wurden.

Füttern, wickeln, schmusen, trösten, singen, spielen, von Schmerzen ablenken oder gezieltes Fördern gehört zu den Aufgaben der Freiwilligen.

Jeweils drei Stunden am Vor- und Nachmittag sind die Helfer vor Ort, verständigen sich auf Rumänisch, Englisch oder mit Händen und Füßen. Die Helferzahl variiert wie die Zahl der zu betreuenden Kinder. „In der ersten Woche hatten wir acht Kinder. Dann waren es plötzlich 17. Eine echte Herausforderung“, erklärt Claudia Lindner.

Fütterm und trösten - Kinderhilfsverein Romanian Roots

Auch zwei einheimische Frauen machen jetzt mit. Eine wertvolle Hilfe, denn sie können ganz anders auf die Kleinen eingehen. Lindner lernte in Brasov auch Constance Mürle kennen, die 2010 den gemeinnützigen Verein „Romanian Roots“ gründete. Die Pforzheimerin mit rumänischen Wurzeln organisiert und finanziert die Transporte und wird wiederum von der Meimsheimer Kirchengemeinde mit Spendenaktionen unterstützt. Ein Teil der Sachspenden kommt dem Dorf Budila zugute, eine halbe Autostunde von Brasov entfernt. Dort leben rund 600 Roma-Familien in erbärmlichen Verhältnissen. FFR kümmert sich um die Kinder bis ins Teenageralter. Claudia Lindner hat das Dorf kennengelernt. Eine weitere Erfahrung, die ihre Überzeugung stärkt. „Ich würde wieder hinfahren. Man muss etwas tun, wenn es auch nur kleine Schritte sind. Ohne Hilfe von außen funktioniert das nicht.“

Internet: www.romanian-roots.de sowie www.firmfoundationsromania.com

 

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