Christliche Themen für jede Altersgruppe

Aufgaben kann man teilen - Impuls zur Predigt

Apostelgeschichte 6,1-5 In diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung. Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und zu Tische dienen. Darum, liebe Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll Geistes und Weisheit sind, die wollen wir bestellen zu diesem Dienst. Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben. Und die Rede gefiel der ganzen Menge gut.

 

Aufgaben kann man teilen

Impuls zum Predigttext für den 13. Sonntag nach Trinitatis: Apostelgeschichte 6,1-7.
Von Elvira Feil-Götz und Joachim Beck

Kirchenrätin Elvira Feil-Götz leitet das Referat „Diakonat“. Foto: PrivatKirchenrat Joachim L. Beck ist Leiter des Zentrums Diakonat der Evangelischen Landeskirche Württemberg. Foto: PrivatKirchenrätin Elvira Feil-Götz leitet das Referat „Diakonat“. Kirchenrat Joachim L. Beck ist Leiter des Zentrums Diakonat der Evangelischen Landeskirche Württemberg. Fotos: Privat

Es passiert immer wieder: Menschen werden übersehen und kommen zu kurz, oft ganze Gruppen. Das passiert insbesondere dann, wenn die Menschen „anders“ sind. Anders sprechen, anders glauben oder anders leben. Da kann man noch so sehr „ein Herz und eine Seele sein und alles teilen“ (Apostelgeschichte 4), die einen stehen einem eben näher als die anderen. Und so werden die anderen übersehen und haben Grund zu murren.

Fremdsprachige Witwen sind es, die in der Urgemeinde bei der „Vesperkirche“ übersehen werden. Und sie benennen ihren Unmut. Sie murren, gerade so wie das Volk Israel in der Wüste murrte, als es nichts zu essen gab. Das Problem in der Urgemeinde entstand wohl auch, weil die Gemeinde stetig wuchs. Die Zwölf sind mit der Fülle der Aufgaben überfordert und können ihrem Auftrag, „dem Dienst des Wortes“, nicht mehr gerecht werden.

Damit niemand mehr übersehen wird, werden sieben Männer ausgesucht und beauftragt. Sie alle können vielfältige Begabungen und Fähigkeiten aufweisen. Wir sehen hier eine klare Aufgabenzuschreibung und -teilung. Die einen sind für dies zuständig, die anderen für das. Interessanterweise folgt die Aufteilung nicht nach dem Muster „wir für unser Milieu und unsre Freunde und ihr für eure Freunde“, sondern die einen sind für den „Dienst des Wortes“ da, die anderen für den „Dienst am Tisch“.

Aufgabenorientierte Arbeit – wenn man so will. Und gleichzeitig fällt auf, dass die, die den „Dienst am Tisch“ verantworten, alle griechische Namen tragen. Sie können also mindestens die Sprachbarrieren zu den Übersehenen überwinden. So kann Gemeinschaft entstehen. Die Einbindung der Murrenden ist ein wichtiges Signal. Verantwortung wird geteilt. Und darüber hinaus sind sie im Tischdienst und Wortdienst verbunden. Gemeinsam ist der Begriff „diakonein“, übersetzt „dienen“. „Wortdienst“ und „Tischdienst“, Verkündigung und Diakonie, gehören zusammen.

Spezialisten für einzelne Aufgabenbereiche

Ja, wir können diesen Bibelabschnitt auch als grundlegende Erzählung zur Aufgabe der Diakoninnen und Diakone lesen. Ihr Blick richtet sich besonders auf die, die übersehen werden. Die ausgegrenzt sind, absichtlich oder unabsichtlich. Auch auf die, die nicht (mehr) murren. Sie sind Anwälte für ausgegrenzte Menschen. Diakone als Spezialisten des Ausgleichs. Und heute? Wer murrt in Ihrer Gemeinde? Wer wird übersehen? Wer ist beauftragt, darauf zu achten, dass niemand zu kurz kommt? Weder beim Wort noch beim alltäglichen Bedarf? Sind immer dieselben für alles zuständig – und dann häufig überfordert – oder gibt’s Spezialisten für das Eine und das Andere?

Aufgabenzuteilung hat Folgen. Sie ist eine Verheißung. Das Wort Gottes breitet sich aus und die Zahl der Menschen, die sich zur Gemeinde zählen, nimmt zu. □

 Abendmahl, Brot, dienen. Foto: thiago Isibashi pixaby Foto: Thiago Isibashi / pixaby

Gebet

Gott, gib uns Augen, dass wir uns sehn.

Gott, gib uns Ohren, damit wir uns hören.

Gott, gib uns Hände, damit wir handeln.

Du willst mit uns die Erde verwandeln.

Wir können neu ins Leben gehn.

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