Christliche Themen für jede Altersgruppe

Aufmerksam bleiben

Ich erinnere mich noch genau an den 11. September 2001. Alle Redakteure meiner damaligen Lokalzeitung standen um den Fernseh-Bildschirm, hörten die verwirrenden Meldungen aus New York und warteten auf Anweisungen aus der Münchner Zentrale. Angst, Unsicherheit, Entsetzen.

Alexander Schweda - Redakteur beim Evangelisches Gemeindeblatt für Württemberg.

Vor allem die Unsicherheit damals erinnert mich an die Ereignisse in München. Es ist nur schwer zu ertragen, wenn unklar ist, was wirklich passiert ist, wer es zu verantworten hat – und vor allem, was man noch zu erwarten hat. Horrorszenarien steigern sich ins Unermessliche. Und das ist genau das, was die Täter beabsichtigen, ob Terrorist oder Amokläufer. Sie streben die größtmögliche Aufmerksamkeit an.

Doch unsere Aufmerksamkeit sollte allein den Menschen gelten, nicht den Spekulationen. Was können wir im Vorfeld tun, um Krisen bei jungen Menschen zu erkennen? Was können wir jetzt tun, um den Hinterbliebenen der Opfer zu helfen, wieder ins Leben zu finden. Bemerkenswert fand ich, dass die Münchner Bürger sich zugetraut haben, zu unterscheiden, wem sie ihre Wohnungen öffnen können, und anderen Menschen Unterschlupf gewährt haben. Und wenn jetzt die Serie der Gewalttaten von Würzburg über München nach Ansbach fortgesetzt wurde, darf unsere Aufmerksamkeit erst recht nicht nachlassen. An Terror und Gewalt dürfen wir uns nie gewöhnen.

Ihr Alexander Schweda