Christliche Themen für jede Altersgruppe

Aus der Welt hinein ins Land - Ökumenischer Rat der Kirchen

Voller Ideen sind sie aus Karlsruhe zurückgekehrt: Unter den mehr als 4000 Christen bei der 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen waren auch Botschafterinnen und Botschafter der Landeskirche in Württemberg. Jetzt haben sie überlegt, wie es weitergeht.

Erfüllte Tage: die württembergische Delegation bei der ökumenischen Vollversammlung in Karlsruhe. PressebildErfüllte Tage: die württembergische Delegation bei der ökumenischen Vollversammlung in Karlsruhe. Pressebild

Der Reutlinger Prälat Markus Schoch ist zuversichtlich: „Wer denkt, dass die Kirche auf dem absterbenden Ast ist, der war nicht in Karlsruhe.“ Und Pfarrerin Dorothee Eisrich aus Schorndorf sagt: „Ich habe auf der Vollversammlung erlebt, was Kirche sein kann. Kirche ist keine Institution, Kirche ist eine Bewegung“, so ihr Fazit.

Enttäuscht war die Pfarrerin aber, weil in Karlsruhe zu wenige deutsche Prälaten und Bischöfe gewesen seien. „Sie haben eine riesige Chance verpasst.“ Für Eisrich steht fest: „Wir haben die falsche Agenda. Die Welt brennt, und wir beschäftigen uns mit dem Pfarrplan.“

Mit 25 Botschafterinnen und Botschaftern war die württembergische Landeskirche auf der 11. Vollversammlung des Weltkirchenrats in Karlsruhe vertreten. Mit dabei: drei Dekaninnen und Dekane, sechs junge Theologinnen und Theologen unter 35, Ehrenamtliche des Diakonischen Werkes sowie engagierte Pfarrerinnen und Pfarrer der mittleren Generation.

Die Gruppe traf sich jetzt in Bad Boll, um die Tage in Karlsruhe auszuwerten und vor allem, um zu überlegen, wie sie die Ideen und die gute Energie, die sie während des Welttreffens getankt haben, nun ins Land tragen.

Heike Bosien hat das Programm für die Gruppe geleitet. „Es freut mich, dass die Landeskirche es ermöglicht hat, dass wir in Karlsruhe so präsent waren“. Die Pfarrerin arbeitet beim Dienst für Mission, Ökumene und Entwicklung der Landeskirche und hat viel Erfahrung mit internationalen Treffen. „Mit dieser Gruppe waren wir als württembergische Landeskirche einzigartig in Deutschland vertreten“, sagt sie.

Es war eine freie Ausschreibung mit Bewerbungsverfahren. Dadurch entstand eine intergenerationale Gruppe, die begeistert aus Karlsruhe zurückkam und sich in die Themen des Weltkirchenrats eingearbeitet hat. „Es bleibt, dass wir besser spüren können, wir sind ein Teil der weltweiten Christenheit“, sagte Albrecht Haizmann, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Baden-Württemberg. „Wir müssen uns von ganz woanders her etwas sagen lassen.

1004 Menschen in einem Gesicht vereint: das Banner des Fotokünstlers Wolf Nkole Helzle in Bad Boll. Pressebild1004 Menschen in einem Gesicht vereint: das Banner des Fotokünstlers Wolf Nkole Helzle in Bad Boll. Pressebild

Vom Planspiel übers Cafe zum Banner

Was ist jetzt der weitere Plan? Eine Pfarrerin will im Januar 2023 mit ihren Konfirmanden als Planspiel eine „Vollversammlung“ organisieren, eine andere Pfarrerin stellte die Interviews online, die sie in Karlsruhe mit Gesprächspartnern aus vielen Ländern zum Thema Klimawandel geführt hat. Ein Botschafter will mit anderen zusammen ein interkulturelles Café einrichten, ein anderer gemeinsam mit einer pietistischen Gemeinschaft über Öko-Spiritualität nachdenk und so helfen, dass sich die geistlichen Strömungen gegenseitig bereichern. Andere wollen ökumenische Netzwerke nutzen und neu beleben.

Und dann ist da noch das große Stoffbanner, für das der Künstler Wolf Nkole Helzle in Karlsruhe 1004 Menschen fotografierte und am Computer zu einem einzigen Bild schichtete. Es ist derzeit in der Kreuzkirche in Reutlingen zu sehen und soll auf Reise durch die Gemeinden gehen.

1004 Menschen in einem Gesicht vereint: das Banner des Fotokünstlers Wolf Nkole Helzle in Bad Boll.

Diesen Artikel jetzt im EVG-ePaper lesen