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Autobahnkirche an der A8 kann kommen

SINDELFINGEN (Dekanat Böblingen) – An einer der am dichtesten befahrenen Autobahnabschnitte Deutschlands, der A8 zwischen Stuttgart und Leonberg, soll eine Autobahnkirche gebaut werden. Der Träger ist gefunden, nun muss alles nur noch vertraglich fixiert werden.  Von Andreas Steidel

Die Raststätte Sindelfinger Wald ist der Standort für die neue  Autobahnkirche.  Foto: Gemeindeblatt

Zu Ferienbeginn waren es wieder einmal Tausende von Fahrzeugen, die über die A 8 Richtung Süden fuhren. Viele von ihnen halten an der Raststätte Sindelfinger Wald an. Sie soll deshalb Standort einer Autobahnkapelle werden. Seit ungefähr vier Jahren laufen die Planungen. Das Problem war bisher: Wer ist Bauherr und Träger? Die Landeskirche selbst unterhält nämlich keine eigenen Kirchengebäude.
Dieses Problem scheint nun geklärt: Denn die Synode des Kirchenbezirks Böblingen hat signalisiert, unter bestimmten Umständen die Trägerschaft zu übernehmen. „Es muss kostenneutral sein,“ sagt Pfarrer Jens Schnabel von der Johanneskirche in Sindelfingen, auf dessen Gemeindegrund die künftige Autobahnkirche steht.

Doch auch er macht deutlich: Die formalen Zuständigkeiten sind das eine, doch grundsätzlich „muss es eine Gemeinschaftsaufgabe sein, wir können das alleine als Gemeinde auch vor dem Hintergrund der Einschnitte durch den Pfarrplan nicht stemmen.“ Ein weitgefasstes Netzwerk also von Ehrenamtlichen und Unterstützern, die dafür sorgen, dass die Autobahnkirche mit Leben gefüllt wird und auch betreut. Denn die Nachfrage ist erfahrungsgemäß groß, in der jüngsten aller württembergischen Autobahnkirchen in Braunsbach (Hohenlohe) werden täglich Dutzende von Kerzen entzündet.All diese Regularien gilt es nun in eine vertragliche Form zu gießen, bestätigt auch Frank Zeeb, der beim Oberkirchenrat zuständig ist für die Umsetzung der Baumaßnahme. „Wir begrüßen das starke Votum der Synode,“ sagt Zeeb. Nun müsse im nächsten Schritt ein Konzept erarbeitet und fixiert werden für Bau, Betrieb und inhaltliche Arbeit in der neuen Autobahnkirche.

Dass die ökumenisch ausgerichtet sein soll, bestätigen alle Beteiligten. Schon im Vorfeld waren Akteure der evangelischen und katholischen Seite mit einbezogen, sowohl auf Bezirksebene als auch auf der Ebene der Landeskirche Württemberg und der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Hierbei geht es auch um Fragen der Finanzierung.

Den Standort für die neue Autobahnkapelle halten alle für ideal. Er liegt im Kreuz zweier Autobahnachsen: der A 81 in Nord-Süd-Richtung und der A 8 in Ost-West-Richtung.
Wie die Eintragungen in den Anliegenbüchern bestehender Autobahnkirchen zeigen, werden sie gut angenommen, auch von Menschen, die mit der Kirche ansonsten nicht viel zu tun haben. „Man erreicht damit andere als in der klassischen Gemeindearbeit“, bestätigt auch Kirchenrat Frank Zeeb.
„Es ist eine tolle Möglichkeit, mit Menschen in Kontakt zu kommen“, sagt Pfarrer Jens Schnabel aus Sindelfingen und fügt an: „Nun hoffe ich, dass das Projekt bald über die Bühne geht.“
Die Autobahnkirche im Sindelfinger Wald wäre die 45. in Deutschland und die dritte auf württembergischem Grund: Neben Braunsbach gibt es noch eine Autobahnkirche in Leutkirch im Allgäu.