Christliche Themen für jede Altersgruppe

Balance im Gottesdienst - Zirkusleute

STUTTGART-RIEDENBERG – Zirkusleute können seit Monaten nicht auftreten, die Gemeinde benötigt Abwechslung. Warum also nicht einen Artistengottesdienst feiern, dachte sich Pfarrerin Elisabeth Jooß. Die Premiere ist gelungen.

clown, zirkus. Foto: Mathijn01, pixabayFoto: Mathijn01, pixabay

„Klein, aber oho!“, heißt es bei diesem Gottesdienst. Die vierjährige Adriana turnt bei ihrem ersten Auftritt vor Publikum beeindruckend entspannt. Alexia, die mit ihren elf Jahren schon viel Bühnenerfahrung gesammelt hat, balanciert mit Haltung auf dem Seil, verbiegt sich elastisch auf der Matte und trippelt auf großen Bällen mit einem gewinnenden Strahlen im Gesicht. Das überträgt sich auf die rund 50 Gottesdienstbesucher. Auf Bierbänken weitläufig verteilt, applaudieren sie begeistert. Beim ersten Artistengottesdienst in Riedenberg ist Familie Böhm-Heppenheimer vom „Circus Veno Mendes“ zu Gast bei der Gemeinde in der Schemppstraße.

So viel Leichtigkeit und Freude, obwohl es die Zirkusleute und Schausteller in dieser Pandemiezeit hart trifft. Seit über einem Jahr können sie nicht mehr auftreten. Die Kirchengemeinde Stuttgart-Riedenberg hatte schon im Dezember durch den Verkauf von Tassen, einen Basar und das Sammeln für Spenden den Nothilfefonds der Schausteller mit 3500 Euro unterstützen können.

Pfarrerin Elisabeth Jooß ließ es nicht bei dieser Aktion bewenden. Sie erdachte mit dem für den Südwesten zuständigen Zirkuspfarrer Johannes Bräuchle eine Reihe von Artistengottesdiensten. Sie bereichern die Gemeinde und geben den Zirkusleuten die Möglichkeit, seit Langem wieder einmal auftreten zu können.

„Wird das auch ein richtiger Gottesdienst?“, hatten Gemeindemitglieder vor der Premiere gefragt. Doch inzwischen sind sich wohl die meisten sicher: Der Auftakt-Gottesdienst am dritten Samstag im April, dem rund um den Globus gefeierten Weltzirkustag, war eine gelungene Mischung aus guter Unterhaltung und Theologie.

Die elfjährige Artistin Alexia in der kleinen Riedenberger Manege.  Foto: Christine KazmaierJean-Gabriel Bensoussan spielte Klavier, Zirkuspfarrer Bräuchle erzählte die biblische Geschichte, in der die Jünger überlegen, wer der Größte unter ihnen sei. Da nimmt Jesus ein kleines Kind und stellt es mitten unter sie (Markus 9,33-37).

Und so waren auch beim ersten Zirkusgottesdienst die beiden Schwestern die Stars. Alexia sagt: „Ich habe es nicht ganz perfekt gemacht, aber immerhin habe ich euch etwas gegeben.“ Das Publikum dankte mit herzlichem Applaus und Spenden zum Überleben in dieser schwierigen Zeit.

Der nächste Artistengottesdienst steht unter dem Motto „Feuer und Flamme!“ Familie Bügler vom „Circus Salto Mortale“ unterhält mit Feuerschlucken, Messerwerfen, Lassokunst und Bodenakrobatik. □

◼ Anmeldung zum jeweils aktuellen Artistengottesdienst unter Telefon 0711-478991.

Mehr unter www.ev-kirche-riedenberg.de