Christliche Themen für jede Altersgruppe

Begegnung am Bildschirm - Digitales Konfirmanden-Nachtreffen

WEIKERSHEIM – Kontakt halten in Corona-Zeiten: In der Kirchengemeinde Weikersheim-Neubronn gab es erstmals ein digitales Konfirmanden-Nachtreffen. Eine Stunde am Bildschirm, mit virtuellen Berührungen und Youtube-Filmen zum Mitmachen.

Online-Konfi-Treffen organisiert: die Weikersheimer Pfarrer Ursula Lochstampfer und Andreas Vogt. Dabei wurden auch biblische Zeichentrickfilme gezeigt. Foto: Pressebild, pixabay

„KU3“ heißt der Konfirmandenunterricht in der dritten Schulklasse. Ein freiwilliges Angebot vor der eigentlichen Konfirmandenzeit in den Klassen 7 und 8, für manche eine erste Begegnung mit der Bibel und den Inhalten des Glaubens. Auch in der Verbundkirchengemeinde Weikersheim-Neubronn im Taubertal haben viele evangelische Jungen und Mädchen das Angebot an den Samstagen angenommen.

Die Kunst ist es nun, den Faden nicht abreißen zu lassen. Es sind noch ein paar Jahre bis zur Konfirmation und da waren KU3-Nachtreffen bisher das richtige Mittel, um den Bezug zum Thema und zur Gemeinschaft herzustellen. Allein: In Corona-Zeiten ist das nicht so einfach, Gruppentreffen sind schon seit geraumer Zeit nicht mehr möglich.

Weikersheimer Pfarrerin Ursula Lochstampfer, Foto: Pressebild„Dann machen wir das eben digital“, sagten sich die Weikersheimer Pfarrer Ursula Lochstampfer (Pfarramt II) und Andreas Vogt (Kirchenbezirk). Mit einem neuen Ansatz entwickelten sie ein Konzept für ein virtuelles KU3-Nachtreffen, das Ende März über die Bühne ging. Eine Stunde Austausch über den Bildschirm, mit Geschwistern und Eltern, die alles miterleben durften.

Ziel war es dabei auch, die neun- bis elfjährigen Jungen und Mädchen selbst aktiv werden zu lassen. Ein reines Programm zum Zuhören und Zusehen sollte es nicht werden, sondern etwas, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mitmachen konnten. Nach einem Eingangslied und der Erläuterung der digitalen Spielregeln durfte jeder erst einmal erzählen. „Wie geht es euch, was macht ihr gerade?“ Danach folgte eine Abstimmung per Online-Tool. Hobbys waren das Thema, eine lustige Sache.

Unterhaltsam auch der Youtube-Film über David und Goliath, ein amüsanter Zeichentrickstreifen aus der Reihe „Bibel Geschichten“ mit lustigen Figuren und der Botschaft: Auch kleine Leute haben große Kräfte! Die durften sie dann einsetzen und laute Körpergeräusche machen: „Body percussion“ heißt das, wenn die Schenkel oder die Brust geklopft werden. Ein bisschen Dampf ablassen in Zeiten, in denen alle schon lange nicht mehr so dürfen, wie sie gerne wollen.

Weikersheimer Pfarrer Andreas Vogt, Foto: Pressebild„Spaß und Gemeinschaft“ waren für Andreas Vogt und Ursula Lochstampfer denn auch zwei der wichtigsten Ziele dieses KU-Nachtreffens. Hinzu kamen die biblischen Geschichten, das gemeinsame Singen und das Gebet. Das Vaterunser wurde dabei zur Ganzkörper-Übung mit vielen Gesten und Bewegungen. Bei einem weiteren Programmpunkt durften die KU3-Kinder sogar nach Herzenslust Grimassen schneiden.

Nach gut einer Stunde war alles vorbei. „Nur nicht zu lange“, lautete die Devise der Seelsorger, denn online ermüden die meisten eben doch erheblich schneller, als wenn man sich direkt begegnen würde.

Der Anfangserfolg bestärkt Ursula Lochstampfer und Andreas Vogt. „Es hat sehr viel Spaß gemacht, wir werden weitermachen“, sagen sie. Dass dahinter mehr Arbeit steckt, als manche meinen, hat auch mit dem Datenschutz zu tun: Die Tatsache, dass Familienmitglieder dabei sein durften und jeder einen Blick in das Zuhause des andern werfen konnte, erfordert die Zustimmung aller. Ebenso musste gewährleistet sein, dass keine Aufzeichnungen angefertigt wurden.

Immerhin durfte dann auch die virtuelle Begegnung mit einer Berührung enden: Wenn jeder die Hände an seinen Bildschirmrand legt, kommen sie im Gesamtbild symbolisch zusammen.