Christliche Themen für jede Altersgruppe

Begleiter fürs Leben - Spendenaktion "Aufwind"

Kinder psychisch kranker Eltern fühlen sich oft alleine und müssen schon früh viel Verantwortung übernehmen. Die Evangelische Gesellschaft vermittelt mit dem Projekt „Aufwind“ Paten an Kinder, die mit ihnen etwas unternehmen und Ansprechpartner sind.

Oma. Enkel. Vorlesen. Foto: dassel, pixabayFoto: dassel, pixabay

„Plötzlich habe ich nichts mehr hinbekommen. Ich wollte einfach nicht mehr aufstehen. Das kenne ich von mir gar nicht“, erzählt Maria Müller, die eigentlich anders heißt. Nach der Schwangerschaft mit ihrer Tochter Anna wurde sie depressiv. „Ich fühlte mich allein, verängstigt und überfordert und das Kind hat nur geschrien.“ Eine Krankenschwester hat sie auf „Aufwind“ aufmerksam gemacht. Dort bekommt sie nun Unterstützung, die ihr und ihrer zweijährigen Tochter hilft und Hoffnung macht: Eine Patin kommt regelmäßig, um mit Mutter und Tochter auf den Spielplatz zu gehen.

Kirsten Wolf, die „Aufwind“ aufgebaut hat, sagt: „Wir haben festgestellt, dass viele Kinder von psychisch erkrankten Eltern nicht gut versorgt sind. Es gibt zwar viele einzelne Anlaufstellen aber noch keine verschränkten Hilfen.“ Nur selten würde gefragt, wie es den Kindern der Erkrankten gehe. Das Konzept von „Aufwind“ ist daher so ausgelegt, dass sämtliche Hilfesysteme vom Sportverein über Gruppenangebote bis zum Jugendamt in den Blick genommen werden und alle Familienmitglieder individuell Unterstützung erhalten – besonders aber die Kinder. Ihr gesundes Aufwachsen steht im Vordergrund.

In Beratungsgesprächen lernen die Kinder, dass es nicht ihre Schuld ist, wenn es einem Elternteil nicht gut geht. Das entlastet sie und die Kommunikation in der Familie wird leichter. Den Eltern wird beigebracht, wie sie zu Hause über ihre Erkrankung reden können.

Besonders an „Aufwind“ ist das Patenprogramm mit Ehrenamtlichen, die den Kindern ein Beziehungsangebot machen. „Aus der Forschung wissen wir, dass die Kinder sehr davon profitieren, eine gesunde Bezugsperson zu haben“, erklärt Ulrike Scherer, die für die Patenschaften verantwortlich ist. „Eine Patin oder ein Pate kann professionelle Hilfe aber nicht ersetzen.“ Wenn eine Familie eine Patenschaft möchte wird geschaut, welcher Ehrenamtliche am besten mit welchem Kind zusammenpasst. Ulrike Scherer erstellt dafür genaue Profile der Kinder und der Paten. Dabei spielen Interessen, aber auch der familiäre Hintergrund eine wichtige Rolle.

Kirsten Wolf (links) und Ulrike Scherer sind für „Aufwind“ verantwortlich. Foto: Katharina HirrlingerKirsten Wolf (links) und Ulrike Scherer sind für „Aufwind“ verantwortlich. Foto: Katharina Hirrlinger

Die Patenschaft wird mit einem Zertifikat besiegelt, auf dem alle unterschreiben. Für manche Kinder sei das so wichtig, dass sie das Zertifikat über ihr Bett hingen. „Wenn Kinder lernen: ‚Der Pate besucht nur mich oder wir machen einen Ausflug zusammen‘ – ist das ein Stück Normalität, wie sie andere Kinder auch haben“, sagt Ulrike Scherer. Ziel der Patenschaft ist, dass die Kinder eine dauerhafte Beziehung zu den Paten aufbauen.

Paten kommen nur fürs Kind

Das wünscht sich auch Maria Müller: Die Patin soll für ihre Tochter eine Ratgeberin, Freundin und auch ein Anker sein – hoffentlich für Jahrzehnte. Noch kann die Mutter ihre kleine Tochter nicht mit der Patin alleine lassen. Sie freut sich jedoch sehr darüber, dass diese so anders ist als sie und ihr Partner. „Sie ist sehr musikalisch. Anna soll dadurch einen anderen Blick auf die Welt bekommen.“ Bald wird ihre Begleiterin mit Anna einen Musikkurs belegen. Und an Weihnachten wollen sie Plätzchen backen. Maria Müller sieht schon nach drei Monaten, dass ihre Tochter Vertrauen aufgebaut hat. „Unsere Patin wurde sehr gut ausgesucht“, sagt die Mutter.

Bei „Aufwind“ laufen aktuell 23 Patenschaften. Der Bedarf ist groß, denn etliche Kinder stehen noch auf der Warteliste. Ulrike Scherer und Kirsten Wolf hoffen, dass sie in Zukunft viele neue Angebote machen können. Beispielsweise soll es einen Ausflug mit allen Paten und Schützlingen geben und mehr Angebote für Familien. Psychische Erkrankungen sollen so ein normales Thema in der Gesellschaft werden.

Die Redaktion bittet im Advent um Ihre Spenden für das Projekt Aufwind, das von der eva angeboten wird.

Sie können Ihre Spende unter dem Kennwort „Adventskalender 3“ überweisen auf das Konto des Evangelischen Gemeindeblattes bei der:

Evangelischen Bank

IBAN: DE41 5206 0410 0000 4159 79

eva-stuttgart.de