Christliche Themen für jede Altersgruppe

Bibeln als Lebenshilfe

Zahlreiche Ukrainer sind auf der Flucht vor militärischen Konflikten in ihrem Heimatland. Sie suchen in friedlichen Regionen der Ukraine eine neue Heimat. Viele von ihnen sind traumatisiert, manche haben jede Hoffnung aufgegeben. Bibeln sollen neue Zuversicht geben. 


Hoffnung für Gestrandete: Die Bibeln werden kostenlos verteilt. (Foto: privat)


Inzwischen habe sich die Einstellung bei manchen Flüchtlingen geändert. „Viele wandten sich in ihrer Not an Gott und suchten eine schnelle und einfache Lösung. Als aber nichts passierte, war ihre Enttäuschung und Bitterkeit sehr groß.“ Sobald man jetzt über Gott zu sprechen beginne, kämen auch ärgerliche Antworten. Denn  Menschen machten teilweise Gott für ihr Leid verantwortlich.

Dennoch wurden allein 2015 rund 61.735 Bibeln an Erwachsene und Kinder verteilt, wie Rostyslav Stasyuk von der ukrainischen Bibelgesellschaft berichtet. Die Binnenvertriebenen, die die Bibeln nehmen, würden darin  auch Trost  finden, berichtet Vera. Doch manchmal ist es nicht damit getan, einfach nur in der Bibel zu lesen. Deshalb arbeitet die ukrainische Bibelgesellschaft mit christlichen Gemeinden, Freiwilligenorganisationen und Kirchen zusammen, um den Flüchtlingen aus dem eigenen Land umfassend zu helfen. Da geht es um praktische Dinge wie Unterkunft, Kleidung, Arbeit, Schulen für die Kinder und Essen. Aber auch darum, die Schrecken des Krieges zu verarbeiten oder darum, dass sich die Menschen in ihrer neuen Umgebung gut einleben. Ein Netzwerk der Kirchen, das aus Psychologen, Beratern und Seelsorgern besteht, hilft dabei.

Bei den praktischen Dingen sind die Helfer häufig Ehrenamtliche wie Vera. Mehr als 100 Kirchen mit mehreren 1000 Freiwilligen sind engagiert, um die Menschen zu unterstützen. Vera hatte ursprünglich nur jeden Morgen auf dem zentral gelegenen Platz der Freiheit mit anderen gebetet. Dabei hörte sie von der Not ihrer Landsleute und arbeitete mit. Dass sie Christin ist, hält sie für eine große Chance: „Wir können die Erfahrung weitergeben, dass nur Gott den Trost bringen kann, der den Menschen hilft.“

Dasein, zuhören, beten, das sind auch für Rostyslav Stasyuk wichtige Aspekte in der Arbeit mit den Binnenvertriebenen. Die ukrainische Bibelgesellschaft liefert Bibeln an die Kirchen und Gemeinden, die sich um die Binnenvertriebenen kümmern. Allerdings legt Stasyuk großen Wert darauf, dass nur Organisationen Bibeln bekommen, die den Binnenvertriebenen auch darüber hinaus helfen: „Beides muss zusammen kommen.“

Weil die finanzielle Situation in der Ukraine derzeit sehr unübersichtlich ist, sind die Ukrainer darauf angewiesen, dass Bibelgesellschaften weltweit ihre Schwesterorganisation vor Ort unterstützen.  Zwar gab es bereits regionale Fundraising- und Spendenaktionen, aber das reiche bei weitem nicht aus, wie Rostyslav Stasyuk sagt. Die Deutsche Bibelgesellschaft fördert über ihr Spendenwerk für internationale Projekte, die Weltbibelhilfe, die weltweite Bibelübersetzung und -verbreitung. Auch in der Ukraine. Nicht nur Binnenvertriebene und ihre Kinder profitieren davon: Auch Waisenhäuser und Heime für schwer erziehbare Jugendliche erhalten regelmäßig Bibeln in unterschiedlichen Ausgaben.

Oleksandr Babiychuk, Leiter der Ukrainischen Bibelgesellschaft, ist sehr dankbar für die Hilfe aus Deutschland: „Diese Unterstützung ist für uns lebensnotwendig. Wir glauben, dass unsere Nation nicht überleben könnte ohne das tröstende Wort Gottes.“

Am 31. Januar feiern viele Kirchengemeinden den ökumenischen Bibelsonntag. Oft ist der Gottesdienst dazu auch Auftakt für die ökumenische Bibelwoche. Die Kollekte geht häufig an Projekte der Weltbibelhilfe.

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