Christliche Themen für jede Altersgruppe

Biblische Fotomotive - Impuls zur Predigt

Lukas 5,1-5 Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, zu hören das Wort Gottes, da stand er am See Genezareth. Und er sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.

Biblische Fotomotive

Impuls zum Predigttext für den 5. Sonntag nach Trinitatis: Lukas 5,1-11.

Von Christoph Fritz


Christoph Fritz ist Pfarrer in Friolzheim. (Foto: privat)

Christoph Fritz, Friolzheim, Evangelischer PfarrerWas für eine idyllische Ausgangssituation. Vor uns sehen wir einen See, Boote am Ufer und Fischer bei der Arbeit. Sofort zücken wir unser Smartphone und machen ein Foto. Besser gesagt wir machen ein Selfie, denn dass wir selbst mitten in dieser Urlaubsidylle stecken, ist ja echt der Hammer. Als wir das Foto gerade hochladen wollen, taucht plötzlich eine riesige Menschenmenge auf. So viele wollen Jesus sehen und hören.

Einer der Gründe für das Zusammenströmen der Menschen ist, dass Jesus erst vor Kurzem die todkranke Schwiegermutter Simons geheilt hat.

Und so tut sich schon bald ein weiteres herrliches Bild vor unseren Augen auf. Jesus steht im Boot des Fischers Simon wie auf einer schwimmenden Kanzel und die Menschenmasse am Ufer sowie die Leute im Boot hängen gebannt an seinen Lippen.

Doch als die Predigt zu Ende ist, verliert unser idyllisches Urlaubsmotiv mit den braungebrannten Fischern am See deutlich an Glanz. Die heile Fassade bricht zusammen und wir sehen mitten hinein in die Sorgen, Mühen und Leiden des Alltags. Verzweifelt sagt Simon: „Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen.“

Resigniert erzählt die Mutter der frommen Vorzeigefamilie: „Mein Mann und ich haben uns völlig auseinandergelebt. Ich glaube nicht, dass unsere Ehe noch eine Zukunft hat.“ Enttäuscht sagt der treue Mitarbeiter: „Ich habe wirklich alles gegeben in meiner Kirchengemeinde. So vieles war am Aufblühen. Und nun hat die Corona-Sense alles plattgemacht. Ich habe keine Kraft mehr.“

Es ist damals wie heute: Wer damit aufhört, ständig nur Selfies zu machen und stattdessen seine Mitmenschen genauer anschaut, wer ehrlich nachfragt und zuhört, für den werden aus geschönten Wunschbildern ganz normale Alltagsbilder.

Boote voller Fische und ein Boden voller Fischer

Die frohe Botschaft des weiteren Predigttextes lautet nun: Ehrliche Alltagsbilder sind die beste Voraussetzung dafür, dass Wunder geschehen. Dass es Boote voller Fische und einen Boden voller Fischer gibt.

Noch einen Gedanken möchte ich hierzu weitergeben. Als sich Simon nach dem Fischfang seines Lebens vor allen auf den Boden wirft und zu Jesus sagt: „Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch“, da sagt er das nicht, weil er die zugelassene Höchstgeschwindigkeit für Fischerboote überschritten hat und auch nicht, weil sein Mund-Nase-Schutz beim Einziehen der Netze verrutscht war. Nein, Simon darf an diesem Tag erkennen, dass Jesus so viel mehr ist als ein Mensch. Der heilige Gott selbst begegnet ihm mitten in seinem Alltag.

Und so endet unsere Geschichte damit, dass ein Mensch in Ehrfurcht vor dem Sohn Gottes auf dem Boden kniet. Ein schöneres Fotomotiv gibt es nun wirklich nicht. Und das Beste ist, dass weitere spannende Motive folgen werden: von lebenden Felsen, so wie es der Name Petrus besagt, und von Menschenfischern.

Abenstimmung. Segelboot. Foto: Pascal Debrunner/Unsplash/Zürich, SchweizFoto: Pascal Debrunner/Unsplash/Zürich, Schweiz

Gebet

Danke, Jesus, dass du auch mitten in meinem Alltag auftauchst und hinter die Fassade meines Lebens schaust.

Bitte begegne mir mitten in meiner Not und lass Wunder geschehen.

Lass mich dich wieder neu erkennen.

Amen.

 

 

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