Christliche Themen für jede Altersgruppe

Blühende Hoffnungen - Segnungsgottesdienst

HEILBRONN – Es ist ein kleines Grüppchen, das sich an diesem Sonntag in der Nikolaikirche Heilbronn eingefunden hat – doch für die ist es etwas Besonderes: Das Beratungsteam für Schwangerschaft, Familie und besondere Lebenssituationen des Kreisdiakonieverbands Heilbronn hat mit der Nikolaigemeinde zu einem Segnungsgottesdienst für Schwangere und Familien mit Neugeborenen eingeladen.

 

Foto: © Stefanie Pfäffle 

Heilbronn Nikolaikirche - Segnungsgottesdienst

Im täglichen Sprachgebrauch taucht das Wort Segen immer wieder auf. „Meistens ist man sich der ursprünglichen Bedeutung des Wortes aber gar nicht bewusst“, sagt Henrike Schütt, Mitglied des Beratungsteams und Organisatorin der Veranstaltung. Es sei die Zusage Gottes, mit einem zu sein, spreche Kraft und Mut mit der Gewissheit, dass Gott einen behütet. Kraft erfordert ein neues Leben immer, egal, ob es noch im Mutterleib ist oder schon geboren wurde. Und die soll dieser Gottesdienst der Nikolaikirche Heilbronn spenden.

Zum dritten Mal hat das Beratungsteam dazu eingeladen. Erstmals nicht nur werdende Eltern, sondern auch solche mit Neugeborenen. „Dass da keine Massen kommen, ist uns bewusst, das zeigt auch die Erfahrung aus anderen Bezirken“, sagt Schütt. Sie freut sich über jeden, der den Weg hierher gefunden hat: Familien, teilweise mit Kindern, Hebammen und Alleinstehende. „Das ist immer eine bunte Mischung.“

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Doch auch wenn es nur 18 sind, die das Angebot nutzen, findet Schütt es wichtig. „Wir sind eine kirchliche Einrichtung und natürlich unterstützen wir Familien vor allem praktisch, sei es in finanziellen Krisen oder bei der Umgestaltung des Lebens, aber wir haben auch einen seelsorgerlichen Auftrag.“

Neben materieller Unterstützung gehöre auch die für Herz und Seele dazu. Und schließlich sei es der Wunsch aller, auch wenn sie nicht kirchennah sind, ihr Leben und das ihres Kindes unter einen Schutz zu stellen.

Gemeinsam wird in diesem Gottesdienst viel gesungen. Schütt und Pfarrerin Christine Marschall sprechen eine Meditation zum gemeinsam gesprochenen Psalm 139. Marschall weiß, dass die Menschen da sind, weil die Geburt eines Menschen trotz aller Technik immer noch wie ein Wunder ist.

In der Fotoausstellung „Augenblicke“, die im Altarraum hängt, sieht sie das Staunen über dieses Wunder, bei allen Risiken und Umstellungen. Zwölf Familien, die vom Beratungsteam begleitet wurden, haben sich fotografieren lassen, vor oder schon nach der Geburt. Eine von ihnen ist Anna-Maria Etegan. Auf dem Foto ist ihr Sohn Lukas noch in ihrem Bauch, inzwischen trägt sie den kleinen Mann im Arm. „Da war ich im vierten Monat“, erinnert sie sich. Sie hat die Entscheidung, dieses Bild von sich machen zu lassen und in der Öffentlichkeit zu zeigen, bewusst getroffen. „Ich denke, Gott passt auf mich und uns alle auf, wenn unsere Fotos hier in der Kirche hängen, dazu wollte ich beitragen.“

Nach Marschalls Predigt rund um das Thema solcher kostbaren Augenblicke haben die Besucher die Gelegenheit, an vier Stationen zu gehen. Sie können eine Kerze mit einer Bitte entzünden, ihre Sorgen symbolisch mit einem Stein ablegen, ihren Dank auf Papierblüten schreiben, die dann im Wasser schwimmen und sich von Marschall segnen lassen. Das Angebot wird intensiv genutzt. Es herrscht eine feierliche Stimmung. Ein älteres Ehepaar lässt sich ebenso segnen wie die bald vierköpfige Familie.

Familie Schnigula-Mörgenthaler sitzt am Ende entspannt in der Kirchenbank. „Ich hab im Internet davon gelesen und dachte, das tut bestimmt gut und so war es jetzt“, erzählt die Gemmingerin. Ihren Vornamen will sie nicht verraten. Sie ist selbst Pfarrerin und Ende des siebten Monats. Tochter und Ehemann sind auch dabei. „Das ist ein Erlebnis, dass man mal teilen kann, denn viele Dinge erlebt man als Frau in der Schwangerschaft ja doch allein“, ist sie sich bewusst. Deswegen war es ihr auch wichtig, als Familie gesegnet zu werden. „Spätestens wenn das Baby da ist, müssen alle mitziehen.“

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