Christliche Themen für jede Altersgruppe

Brote von der Alb für die Welt

BLAUBEUREN – Konfirmanden aus Asch, Sonderbuch und Wippingen haben sich an der Aktion „5000 Brote für Brot für die Welt“ beteiligt. Dafür haben sie Backhäusernder Gemeinden genutzt – und sich selbstgebackene Seelen schmecken lassen. 


No net hudle? Doch, das muss manchmal schon sein, um die Asche aus dem Ofen zu wischen. (Foto: Margot Autenrieth-Kronenthaler)

Rahel Kießecker ist als Pfarrerin für die drei selbständigen Kirchengemeinden auf der Blaubeurer Alb zuständig. Sie hatte die Hilfsaktion der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unter der Schirmherrschaft des Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm aufgegriffen. „Da wir in allen drei Gemeinden Dorfbackhäuser haben, war das naheliegend. Es passt einfach hierher“, sagt die Seelsorgerin.

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„Es ist eine schöne Aktion, weil wir nicht nur zusammen im Gemeindehaus sitzen und was besprechen, sondern weil wir etwas praktisch und etwas miteinander machen“, sagt Kießecker. Ihr sei es auch wichtig, dass die Konfirmanden nicht nur ein schönes Fest hätten, bei dem sich alles um sie selber drehe. „Auf dem Weg zur Konfirmation sollen sie auch lernen den Blick zu weiten. Für uns Christen gehört das dazu. Nicht nur wir selber oder unser Dorf, sondern auch die Situation weltweit ist von Bedeutung“, meint die Pfarrerin. 

In Sonderbuch und Wippingen backten die Konfis mit Hilfe von Eltern oder älteren Gemeindemitgliedern noch ganz traditionell. Sie mussten den Ofen mit Holz anfeuern, sonst wäre außer dem Brotteig nicht viel gegangen. In Asch hat man es da inzwischen etwas komfortabler. Wer sich die mühevolle Arbeit mit den Reisigbüscheln sparen will, der kann seit Neuestem auch im elektrischen Ofen im Dorfbackhaus backen. Geknetet wurde von Hand in der großen Backmulde. „Das war ziemlich anstrengend“, meinte Timo. „Aber es war super, mal Brot backen zu können und im Ofen ein Feuer zu machen“, sagt der Jugendliche. Franka und Alexandra belegten gemeinsam einen Kuchen mit Zwetschgen und Äpfeln. Darauf war dann „Konfi“ zu lesen.

„Es ist toll, auch nur mal was in unserer kleinen Gruppe aus unserer Gemeinde machen zu können“, fanden die beiden. Der 13-jährige Glen aus Sonderbuch meinte: „Mir hat es gefallen, dass wir Seelen gebacken haben und die gleich essen durften. Die haben sehr gut geschmeckt.“

Im Ascher Backhaus halfen die Konfirmandenmütter Ursula Bohnacker, Inge Fink und Brigitte Volcz beim Backen. Das sei eine schöne und sinnvolle Aktion und vermittle gleichzeitige die dörfliche Backkultur, lobten die Mütter. Auch eine andere Wertschätzung für gebackenes Brot oder anderes Gebäck entstehe dadurch.

 5000 Brote sind es zwar auf der Alb nicht geworden, deutschlandweit vielleicht schon. Das Motto „5000 Brote“ orientiert sich an der biblischen Geschichte von der Speisung der 5000. „Aus wenig lässt sich viel machen, das kann uns die Geschichte sagen und das gilt auch für dieses Projekt“, erläutert Rahel Kießecker.

Jede Gruppe von ihren Konfirmanden stellte rund zwei Dutzend Brote her. Die jungen Leute verkauften ihre Brote dann jeweils nach einem Gottesdienst in ihren Heimatgemeinden gegen Spenden. 580 Euro sind zusammengekommen. Mit dem Geld unterstützen sie verschiedene Hilfsaktionen in Indien, Äthiopien oder El Salvador.

„Es ist gut, dass wir Menschen helfen können, denen es schlechter als uns geht“, sagt Elias. Das Geld fließt in Ausbildungsprojekte oder hilft jemanden, selber ein kleines Geschäft zu gründen. „Das ist Hilfe zur Selbsthilfe und hat eine nachhaltige Perspektive“, ist sich Rahel Kießecker sicher.