Christliche Themen für jede Altersgruppe

Buch ohne sieben Siegel - Comic Videos - Bibelprojekt

Die Bibel zu lesen und zu verstehen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Das „Bibelprojekt“ kommt Menschen entgegen, die den Einstieg lieber mit Hilfe eines Kurzfilms wagen wollen. Sämtliche 66 Bücher wurden in Bild und Ton aufbereitet. Grundlage war ein amerikanischer Comic, der mit Unterstützung der Landeskirche komplett eingedeutscht wurde.

Das Team von Visiomedia. Foto: PressebildDas Team von Visiomedia. Foto: Pressebild

Wie von Geisterhand füllt sich das Bild. Aus einem großen Nichts wird plötzlich eine Landschaft, mit Bäumen und Tieren und zwei Menschen, die ins Paradies einziehen. Es ist das erste Buch Mose, Genesis, das hier skizziert wird. Ein Sprecher erklärt mit einfachen Worten, worum es hier geht, was der Baum der Erkenntnis bedeutet und wie sich dadurch das Verhältnis von Gott und den Menschen verändert. Etwa sieben Minuten dauert der animierte Kurzfilm, der durch den ersten Teil von Genesis führt. Es ist der Beginn einer biblischen Reise im Internet, die helfen soll, ein Buch zu verstehen, das für viele heute ein Buch mit sieben Siegeln ist.

2013 entstand die Idee in den USA, biblische Inhalte mit modernen Mitteln allgemeinzugänglich zu machen. Heraus kamen rund 100 Comic-Filmchen, die sämtliche biblische Bücher beinhalten. Ein Projekt zur weltweiten Verbreitung, auf das 2015 auch der CVJM-Pastor Philipp Kruse aus Lemgo stieß.

Festmahl. Armenspeisung. Jesus. Das Bibelprojekt hat sämtliche Bücher in Comic-Videos umgesetzt. Foto: Visiomedia

Kreuzigung. Das Bibelprojekt hat sämtliche Bücher in Comic-Videos umgesetzt. Foto: VisiomediaDas Bibelprojekt hat sämtliche Bücher in Comic-Videos umgesetzt. Foto: Visiomedia

„Wenn wir das nur auf Deutsch hätten“, dachte er sich und gründete anschließend einen Verein, der sich mit der Umsetzung des amerikanischen „Bible Projects“ beschäftigte. Wie gerufen kam da die Nachricht aus Württemberg, dass die Evangelische Landeskirche das Vorhaben mit Mitteln aus dem Digitalisierungsfonds unterstützen würde.

So wurden nach und nach sämtliche 66 Bücher der Bibel übersetzt und für den hiesigen Sprachraum aufbereitet. Der Name wurde dabei genauso ins Deutsche übertragen wie die Texte der Comic-Videos: Aus dem „Bible Project“ wurde das „Bibelprojekt“.

Tobias Schneider, Leiter Missionarische Dienste Ev. Landeskirche. Pressebild„Eine tolle Sache und ein Beitrag, damit sich Menschen mit Theologie beschäftigen“, sagt Tobias Schneider, der bei der Landeskirche Ansprechpartner für das Projekt war. Schneider, der die Missionarischen Dienste leitet, stellt freilich klar, dass es sich hier nicht um ein Kinderprogramm handelt: „Dazu sind die Beiträge zu dicht und auch zu anspruchsvoll.“

Bibelprojekt - Für Kinder zu komplex

In der Tat sind die Erklärvideos komplex. Hier werden nicht einfach biblische Themen aufbereitet, sondern die Bücher der Bibel systematisch in ihrer Struktur erklärt. Das ist immer noch schneller und einfacher, als wenn man sich durch den Text arbeiten muss, aber eben auch deutlich mehr als eine nette kleine Kinderbibelgeschichte über Josef und seine Brüder.

So findet sich die Zielgruppe der Kurzfilme auch im Kreis derer, die sich mit biblischen Inhalten intensiv beschäftigen wollen: Vikare und Diakone in der Ausbildung, Teilnehmer von Bibelwochen oder Hauskreise. Das Video kann den Auftakt bilden zu einer vertieften Auseinandersetzung und eigenständigen Lektüre. Man weiß dann immerhin schon mal, worum es grob geht.

Auch im Bibliorama in Stuttgart sind die Videos schon zum Einsatz gekommen sowie vereinzelt im Konfirmandenunterricht. Poster und ein sogenanntes Coffee-Table-Book ergänzen das Online-Angebot: So gibt es eben auch Möglichkeiten, in Papierform mit dem Bibelprojekt zu arbeiten.

Der Brief von Paulus an die Römer: Gedruckte Plakate ergänzen das Online- Angebot. Foto: VisiomediaDer Brief von Paulus an die Römer: Gedruckte Plakate ergänzen das Online- Angebot. Foto: Visiomedia

Es ist weltweit kostenlos zugänglich, die Videos dürfen jederzeit verbreitet und genutzt werden. Ein echtes Stück Missionsarbeit also, das zwischenzeitlich auch darin seinen Audruck findet, dass es in etwa 15 Sprachen übersetzt wurde.

Eine davon ist Chinesisch. Was das bedeuten kann, hat der Leiter der Missionarischen Dienste in Württemberg, Tobias Schneider, auch selbst schon einmal erleben dürfen. Eine junge Chinesin, die als Geflüchtete nach Deutschland kam und Christin geworden war, suchte nach Mittel und Wegen, wie sie trotz ihrer noch mangelhaften Sprachkenntnisse etwas über die Bibel erfahren konnte. Sie stieß schließlich auf das Bibelprojekt in der Variante „Mandarin“ und ließ sich auf ihrem Smartphone Film für Film durch die Heilige Schrift führen.

Die Filme des Bibelprojekts sind auf dem Internetkanal Youtube verfügbar sowie auf der Homepage von Visiomedia, www.dasbibelprojekt.de.

Mehr zum Projekt auch auf www.elkwue.de