Christliche Themen für jede Altersgruppe

Christen weltweit verbunden

Der 6. Januar wird als der Tag der weltweiten Christenheit gefeiert. Er ist über die Jahrhunderte hinweg ein Gedenktag geworden, an dem die Christenheit enger zusammenrückt. Begonnen hat alles mit dem Besuch der Weisen aus dem Morgenland beim neugeborenen Jesuskind in Bethlehem. 


Die Weisen aus dem Morgenland haben auch Einzug in die katholische Tradidion gefunden: Jedes Jahr ziehen die Sternsinger von Haus zu Haus, um Spenden zu sammeln. (Foto: KNA)

Die Begebenheit geht zurück auf den Bericht im Matthäusevangelium (Kapitel 2). Dort wird beschrieben, dass Weise aus dem Morgenland, geführt von einem Stern, zu Jesus kommen.

Bereits im dritten Jahrhundert nach Christus beginnt eine Legendenbildung um diesen Besuch in Bethlehem. Die Zahl der Weisen wird auf drei festgelegt, und sie werden zu Königen ernannt. Im sechsten Jahrhundert bekommen die drei Könige Namen. Seither heißt der 6. Januar Dreikönigstag.

In der Liturgie heißt der Sonntag Epiphanias – auf Deutsch übersetzt „Erscheinung des Herrn“. Im Griechischen wird der Begriff „Weise“ als „Magier“ bezeichnet oder auch als Sterndeuter. Gemeint sind wohl persische Sterndeuter, die nach allgemeiner Auffassung die Welt der Heiden repräsentieren.

Diese Vorstellung, dass alle Heiden zum Kind in der Krippe kommen und dadurch gläubig werden, ist ein Grund, warum der 6. Januar als „Tag der weltweiten Christenheit“ gefeiert wird. Ähnliche biblische Zeugnisse – wie etwa Psalm 72, wo von der Völkerwallfahrt berichtet wird, oder Matthäus 8,11 („Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen“) – unterstreichen die internationale Bedeutung des Tages.

In vielen Gebieten Deutschlands ist der Begriff „Dreikönigsfest“ oder „Dreikönigstag“ gebräuchlich. Die eigentliche Bezeichnung dieses Festes ist dagegen „Erscheinung des Herrn“, an dem das Sichtbarwerden der Göttlichkeit Jesu in der Anbetung durch die Magier deutlich wird.

Manche christliche Kirchen feiern an diesem Tag auch die Taufe Jesu. In Deutschland ist der 6. Januar in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt gesetzlicher Feiertag. Ebenso in ganz Österreich, in Italien, Schweden, Finnland, Kroatien, Liechtenstein, der Slowakei, Tschechien, Spanien und in manchen katholischen Kantonen der Schweiz.

In den vergangenen Jahren hat hier in Deutschland das Brauchtum der „Sternsinger“ starken Auftrieb bekommen. In der katholischen Kirche wurde ein eigenes Werk zur Pflege dieser Tradition gegründet. Kinder und Jugendliche ziehen an diesem Tag durch die Straßen, singen und segnen die Häuser mit dem Zeichen der Könige C+M+B – Caspar, Melchior und Balthasar. Dabei erhalten sie Lebkuchen und Kekse und füllen ihre mitgebrachten Spendendosen mit Geldern, die für Kinder in Not weltweit eingesetzt werden.

Sowohl die evangelischen Kirchen als auch die katholische Kirche fühlen sich an diesem Tag mit Christinnen und Christen in aller Welt besonders verbunden. Dies wird auch in der Liturgie und in den angebotenen Gebeten und Predigtvorschlägen für diesen Tag deutlich, in denen die Situation der weltweiten Christenheit thematisiert wird. In Württemberg bietet jährlich zu diesem Tag der Dienst für Mission, Ökumene und Entwicklung einen vollständig ausgearbeiteten Gottesdienstentwurf einschließlich Predigt an. In manchen Gemeinden wird an diesem Tag, in Erinnerung an die erste Verfolgung des Christuskinds durch den König Herodes, auch der Verfolgung und Bedrängung von Christen weltweit gedacht.

So ist der 6. Januar ein Gedenktag geworden, an dem die weltweite Christenheit enger zusammenrückt. Es ist ein Tag, an dem Solidarität mit den vielen Millionen anderer Christen auf der ganzen Welt geübt wird und an dem der ganze Reichtum der unterschiedlichen christlichen Traditionen deutlich wird.



Das Opfer der Gottesdienste am 6. Januar ist traditionell für die weltweite Mission bestimmt.

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