Christliche Themen für jede Altersgruppe

Dank für das Land - Impuls zur Predigt

5. Mose 8,7-19 (in Auszügen) Und wenn du gegessen hast und satt bist, sollst du den Herrn, deinen Gott, loben für das gute Land, das er dir gegeben hat. Gedenke an den Herrn, deinen Gott; denn er ist’s, der dir die Kräfte gibt, Reichtum zu gewinnen, auf dass er hielte seinen Bund, den er deinen Vätern geschworen, so wie es heute ist.

Dank für das Land

Impuls für den 16. Sonntag nach Trinitatis/Erntedank: 5. Mose 8,7-19.

Von Sabine Bullinger

Sabine Bullinger ist Landesbauernpfarrerin des Evangelischen Bauernwerks in Württemberg in Hohebuch. Foto: privat

Der Predigttext für den heutigen Erntedanksonntag entführt in das biblische Land der Verheißung. Genug Wasser, Früchte aller Art, immer etwas zu kauen. Paradiesisch. So gesehen, leben wir hier in Deutschland ziemlich paradiesisch. Die reich geschmückten Erntedankaltäre zeigen es.

Sabine Bullinger ist Landesbauernpfarrerin des Evangelischen Bauernwerks in Württemberg in Hohebuch. Foto: PrivatSicher: Es war ein Hitzesommer, Wälder haben gebrannt, Grünland konnte nicht nachwachsen. Und doch: Es gab zu ernten. Die Läden sind voll. Grund genug, Gott und den vielen, vielen Menschen zu danken, die Getreide, Obst und Gemüse anbauen, Tiere halten und Lebensmittel weiterverarbeiten. Oder, mit unserem Bibeltext gesprochen: Und wenn du gegessen hast und satt bist, sollst du den Herrn, deinen Gott, loben für das gute Land, das er dir gegeben hat.

Moment mal: Danken für das Land, nicht für den Ertrag und die Früchte unserer Arbeit? Ja, das ist die Haltung der Bibel. Der Dank gebührt Gott – für das Land. Das Land gehört Gott. Die Menschen sind nicht die Eigentümer, sondern die Nutznießer dieses Landes. Deshalb sollen sie damit umgehen, so wie Gott es will. Dazu wird einiges explizit genannt. Mundraub ist gestattet. Nachlese ist erlaubt. Sogar ein Sabbatjahr gibt es für das Land. Was in diesem siebten Jahr wächst, soll allen zur Nahrung dienen – den Besitzern und den Armen, dem Vieh und den Wildtieren. Eine Ruhezeit für den Boden. Land ist und bleibt – biblisch gesehen – Eigentum Gottes. Als Land der Verheißung stand es den Israeliten vor Augen bei ihrem Auszug aus Ägypten. Den Naturkräften ausgeliefert waren sie dabei. Auch heute noch sind Menschen den Naturkräften ausgeliefert – in Zeiten des Klimawandels mehr denn je. Bei uns sind es meist die Menschen aus der Landwirtschaft, die immer wieder neu erfahren, wie es ist, auf das Wetter angewiesen zu sein. Sie sind es auch, die am deutlichsten spüren, wie wichtig das Land ist. Es ist die Existenzgrundlage für ihre Betriebe. Land ist aber auch wichtig für jedes andere Wachstum – für Wirtschaftsbetriebe, für Infrastruktur, für Wohngebiete. Nicht selten bringt dies Städte und Kommunen in schwierige Entscheidungssituationen. Wer bekommt das begehrte Land: das Gewerbe oder die Landwirtschaft? Was ist wichtiger für die Zukunft: Gewerbesteuereinnahmen, Arbeitsplätze oder Zuzug?

Von der Zukunft her betrachten

Manche Entscheidungen müssen von der Zukunft her betrachtet werden. Und da liefert die Landwirtschaft einen großen Beitrag, etwa im Blick auf Ernährung, Landschaftspflege, Förderung der Artenvielfalt und Energiesicherung. Im Blick auf die Zukunft wäre es fatal, der heimischen Landwirtschaft ihre Lebensgrundlage, das Land, zu entziehen.

Heute an Erntedank führt uns der Bibeltext zurück in die biblische Vergangenheit und auf ein zentrales Thema, das immer noch aktuell ist. Auf das Land als Grundlage von allem und unseren Umgang mit ihm.

Wenn Entscheidungen für die Zukunft anstehen, ist es gut, sich immer wieder auf seine Wurzeln zu besinnen. Die Welt gehört uns nicht, sie ist uns anvertraut. Deshalb müssen die Entscheidungen von heute gut sein für das Leben der Menschen von morgen: Denke an Gott. Er hat dir das Land gegeben. Er hat dir die Kraft gegeben. Gott sei Dank.

Apfelernte. Foto: Silviarita, pixabayFoto: Silviarita, pixabay

Gebet

Guter Gott, auch in diesem Jahr der Dürre sind Früchte gewachsen. Wir danken dir dafür.

Du hast die Erde geschaffen mit allen Kreaturen.

Das Land hast du uns anvertraut, es zu bebauen und zu bewahren.

Oft beuten wir die Schöpfung aus für unsere maßlosen Bedürfnisse.

Öffne unsere Augen, Ohren und Herzen für das Leiden der Kreatur. Zeige uns neue Wege.

Schenke uns Kraft zum Hoffen und Handeln.

Amen.