Christliche Themen für jede Altersgruppe

Das ganze Jahr über sammeln - Weihnachtsfreude im Schuhkarton

In anderen Ländern bekommen manche Kinder ein Mal im Leben etwas Neues geschenkt: durch die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Heike Benske organisiert die Aktion seit 20 Jahren in Kirchheim/Teck. Für ihre Päckchen kauft sie das ganze Jahr über Geschenke.

Weihnachtsfreude im Schuhkarton, Heike Benkse

Heike Benske hat schon unzählige Päckchen gepackt ‒ für Kinder, die sie gar nicht kennt.
© Foto: Ulrike Rapp-Hirrlinger

Fällt das Stichwort „Weihnachten im Schuhkarton“, beginnen Heike Benskes Augen zu leuchten. „Das ist eine wunderbare Sache, die benachteiligte Kinder glücklich macht“, sagt die 52-jährige Mutter zweier erwachsener Kinder. Über den Frauen-Hauskreis ihrer freien evangelischen Gemeinde in Kirchheim/Teck erfuhr die Wernauerin vor 20 Jahren von der Aktion, bei der jährlich vor Weihnachten Päckchen gepackt werden, die dann an bedürftige Kinder in Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika oder Europa verteilt werden. Getragen wird die Aktion in Deutschland vom Verein „Geschenke der Hoffnung“, der seit 2019 den Namen „Samaritan‘s Purse – Die barmherzigen Samariter“ trägt.

„Ich war gleich begeistert“, erzählt Benske. „Ich stelle mir vor, wie ein solches Paket ein Lächeln auf die Gesichter der Kinder zaubert und sie in all ihrer Hoffnungslosigkeit sehen, dass jemand an sie denkt“, beschreibt die Erzieherin ihre Motivation.

Die Benskes machten die Aktion zur Familienangelegenheit. Schuhkartons wurden in Schuhgeschäften erbeten und mit weihnachtlichem Geschenkpapier beklebt. Gemeinsam mit ihren beiden Kindern suchte Heike Benske die Geschenke aus. „Es sollten Dinge sein, die uns auch gefallen würden. Ich sammle übers Jahr für die Päckchen, wenn ich etwas Schönes sehe oder wenn es günstige Angebote gibt“, erklärt sie. Ein Federmäppchen, Buntstifte, Handschuhe, Mütze oder Schal, aber auch ein kleines Handtuch, einen Waschlappen, eine Creme, Zahnpasta und Zahnbürste packt sie oft ein. Auch Spielzeug darf nicht fehlen. Fast immer ist ein Kuscheltier dabei. Aber auch ein Ball oder Spiele, die man ohne große Anleitung versteht, sind geeignet. Für Mädchen dürfen es gerne Haarspangen oder ein Duschgel sein, Jungs bedenkt sie eher mit einem Spielzeugauto. Zudem machen Süßigkeiten wie Traubenzucker oder Schokolade Freude.

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Wichtig sei, dass nichts, was in den Karton wandert, gebraucht ist. „Es ist vielleicht das einzige Mal, dass solch ein Kind etwas Neues geschenkt bekommt“, entgegnet sie Skeptikern.

Dass die Regeln eingehalten werden, wird in den Sammelstellen kontrolliert, bevor ein Paket zugeklebt wird. Auch die Einfuhrbestimmungen für die verschiedenen Länder gilt es zu beachten. So dürfen keine Schokolade und andere Süßwaren mit Nüssen und auch keine Gummibärchen eingepackt werden. Kriegsspielzeug ist tabu. Bis zum vergangenen Jahr wurde die Kontrolle in der Kirchengemeinde von Heike Benske durchgeführt, inzwischen läuft sie zentral in Berlin.

„Wir haben immer einen Packtag veranstaltet“, erzählt Benske. Gemeinsam wurden die Pakete inspiziert, ungeeignete oder gebrauchte Dinge entfernt und bei Bedarf durch anderes ersetzt. Eine Dame aus Wernau habe über viele Jahre Socken für die Aktion gestrickt. Diese, wie auch Mützen oder andere Textilien eigneten sich bestens, um Lücken auszustopfen, sagt Benske. Sie achtet darauf, dass die Pakete wirklich voll sind. „Wäre eines nur halb gefüllt, wäre das doch eine Riesenenttäuschung für das beschenkte Kind.“

Mit etwa 20 Euro müsse man rechnen, um ein Päckchen zu füllen. Zehn Euro werden als Portospende erbeten. Auf den Paketen wird vermerkt, ob sie für Jungen oder Mädchen und für welche Altersgruppe sie bestimmt sind.

Geschenkartikel Weihnachten im Schuhkarton

Weihnachtsfreude im Schuhkarton - Muster-Inhalt
© Foto: Ulrike Rapp-Hirrlinger

Wie viele Päckchen in der Sammelstelle eintreffen, sei jedes Jahr eine Überraschung. Vor etwa 15 Jahren seien es noch bis zu 2500 gewesen, inzwischen würden es immer weniger, bedauert Benske. „Aber ich freue mich über jeden Karton.“

Die Geschenkpäckchen werden von Berlin aus in die jeweiligen Empfängerländer transportiert – aus dem süddeutschen Raum sind das vor allem Länder in Osteuropa. In den Ländern gebe es Ansprechpartner, die vor Ort entscheiden, wer ein Päckchen bekommt. Man arbeite eng mit Kirchengemeinden und Kinderheimen zusammen. Verteilt werden die Gaben bei einer Weihnachtsfeier.

Benske weiß, dass die Aktion nicht unumstritten ist. So rief unter anderem die Diözese Rottenburg-Stuttgart 2016 zum Boykott auf. Kritisiert wird die Verbindung von Geschenken und christlicher Mission. Doch Heike Benske betont: „Es wird bei der Verteilung kein Unterschied gemacht zwischen Christen und Muslimen. Die Kinder müssen sich nicht bekehren. Aber sie dürfen von unserer christlichen Botschaft und Motivation erfahren.“ Warum nicht anderen mitteilen, „dass Gott die Menschen lieb hat, und bekennen, warum wir Weihnachten feiern“, sagt sie.

◼ Die Aktion läuft noch bis zum 15. November. Informationen im Internet unter www.die-samariter.org

 

 

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