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Das Juwel strahlt wieder - Winkelkirche Freudenstadt

FREUDENSTADT – Als Winkelkirche ist die Stadtkirche Freudenstadt ein architektonisches Juwel. Nach zwei Jahren Renovierung strahlt sie nun auch innen. Die Gemeinde kann hier endlich wieder Gottesdienste feiern, Touristinnen und Touristen können staunen und Ruhe finden.

Kirchenschiffe im rechten Winkel: die Stadtkirche Freudenstadt. Foto: Pressebild/ Friedrich SchweikertKirchenschiffe im rechten Winkel: die Stadtkirche Freudenstadt. Foto: Pressebild/ Friedrich Schweikert

Der erste Eindruck täuscht: Betritt man die Stadtkirche in Freudenstadt, beeindruckt der Raum durch seine Ornamente, seine Klarheit und Helligkeit, wirkt aber nicht ganz so groß wie von außen. Bis man zwischen den Kirchenbänken hindurch Richtung Altarraum vorläuft: Dort öffnet sich nach links ein weiteres, ebenso großes Kirchenschiff.

Jetzt wird auch klar, wo hier 1000 Gottesdienstbesucher Platz finden. Die Stadtkirche steht nicht nur am Rand des größten bebauten Marktplatzes in Deutschland, sie ist auch als Winkelkirche angelegt – eine seltene Bauform. Die einzige andere Winkelkirche Deutschland steht in der kleinen thüringischen Bergstadt Ruhla, St. Concordia.

Die Stadtkirche wurde 1601 bis 1608 im Stil der Spätgotik und der Renaissance errichtet. 1945 schwer beschädigt, wurde sie wiederaufgebaut. Nun, nach zwei Jahren Innenrenovierung, erstrahlt sie neu und ist technisch auf der Höhe der Zeit.

Am 13. Juni feiert die Gemeinde die Wiedereröffnung. Prälat Christian Rose wird die Festpredigt halten, Sängerinnen und Sänger der Kantorei und Bläserinnen und Bläser des Posaunenchores werden spielen. Die Freude ist groß, sagt Dekan Werner Trick, viel größer als das coronabedingte Platzangebot von maximal 200 Plätzen. Darum wird der Gottesdienst nach außen übertragen. Die Stadtkirche hat nicht nur ein neues Farbkonzept, eine neue Elektrik, einen neuen Sandsteinboden, aufgefrischte Kirchenbänke und eine neue Heizung, sondern zudem Übertragungstechnik bekommen. Künftig sollen die Gottesdienste auch in Seniorenheimen und Krankenhäusern zu sehen sein.

Die Architekten haben dem Kirchenraum in Abstimmung mit der Denkmalpflege seine einstige Klarheit wiedergegeben. Die Engel, die Hans Pfeiffer nach dem Krieg geschaffen hat, scheinen jetzt vor dem Gewölbe zu schweben.

Wandleuchte von Jürgen Goertz aus den 80er-Jahren. Foto: Pressebild/ Friedrich SchweikertWandleuchte von Jürgen Goertz aus den 80er-Jahren. Foto: Pressebild/ Friedrich Schweikert

Auch ein Eltern-Kind-Bereich wurde eingerichtet, der durch eine Glasscheibe vom Kirchenschiff getrennt ist. So können die jungen Familien mitfeiern. Werner Trick: „Uns ist wichtig, dass junge Familien als Glied der Gemeinde am Gottesdienst teilnehmen können und Sichtkontakt haben.“ Der Dekan denkt auch an die Touristen, die in der Kirche schauen und zur Ruhe kommen können, Ermutigung und Stärkung finden.

Holger Probst vom Landesbetrieb Vemögen und Bau sagt: „Das Schönste ist, dass man nicht sieht, was neu ist.“ Die Stadtkirche gehört dem Land Baden-Württemberg, das auch Bauherrin ist. Die Baukosten betragen knapp drei Millionen Euro, 56 Prozent trägt das Land, 44 Prozent die Kirche.

Der Spruch für die Woche lautet: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Diese Worte aus Matthäus 11,28 stehen auch im runden Glasfenster der Stadtkirche. Der 13. Juni ist ein guter Tag, um sie wieder zu eröffnen.

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