Christliche Themen für jede Altersgruppe

Das Pfingstwunder - Impuls zur Predigt

Apostelgeschichte 2,1-4 Als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.

Das Pfingstwunder

Impuls zum Predigttext für den Pfingstsonntag: Apostelgeschichte 2,1-13.

Von Harald Stumpf

 

Harald Stumpf ist Prälat in der Prälatur Heilbronn. Foto: Gottfried Stoppel

 

Harald Stumpf ist Prälat in der Prälatur Heilbronn.  Foto: Gottfried StoppelPfingsten ist der Geburtstag der Kirche. Wegen der Corona-Krise konnten wir in den vergangenen Wochen uns weder zu Geburtstagspartys noch zu Familienfesten versammeln. Auch zu unseren Gottesdiensten in der Passions- und Osterzeit konnten wir leider nicht zusammenkommen. Am ersten Pfingsttag aber vor fast 2000 Jahren „waren sie alle beieinander an einem Ort“ und dann gab es etwas zu hören, zu sehen und ein großes Erstaunen.

Ein gewaltiges Brausen oder Tosen machte die Menschen auf das bevorstehende Ereignis aufmerksam. Als Nächstes gab es etwas zu sehen. Es sah aus wie Feuer, als ob die Jünger in Flammen standen, aber zum Glück verbrannten sie nicht. Natürlich musste jeder fromme Jude bei diesem Anblick sofort an den brennenden Dornbusch denken. Viel Zeit zum Denken blieb aber nicht, denn schon im nächsten Moment brach das totale Chaos aus. Alle, die in dem Raum versammelt waren, fingen an, Gott zu loben und von seinen großen Taten zu erzählen, aber jeder in einer anderen Sprache. Alle Festbesucher hörten das Evangelium in ihrer Muttersprache.

Es geht an Pfingsten darum, dass Menschen in der Kraft des Heiligen Geistes einander verstehen und zu Zeugen Jesu Christi werden. Dass sie begeistert, mit brennendem Herzen und in ansteckender Freude gemeinsam ihren Glauben leben. Es gehört zu den faszinierenden Eigenschaften Gottes, dass er unsere Gebete hören kann, egal wie viele Menschen gleichzeitig mit ihm reden und egal in welcher Sprache sie es tun. Neben dem Osterlachen gibt es auch ein befreites, fröhliches Lachen zu Pfingsten.

Mir fällt dazu ein Witz ein, den sich irgendwann einmal jemand ausgedacht hat: Als Gott die Dialekte verteilte, gab er jedem Völkchen seinen eigenen, zu ihm passenden Dialekt. Den Berlinern ihre „Berliner Schnauze“. Auch die Sachsen, die Hessen und die Bayern bekamen ihren eigenen Dialekt. Aber beim Verteilen der Dialekte hatte Gott den Schwaben vergessen. Der Schwabe war traurig, weil kein Dialekt mehr für ihn übrig war. Gott sah, dass der Schwabe traurig war, und sprach:„Kerle, sei net traurig, no schwätzsch halt so wie i.“

Pfingsten - Ein Wunder des Verstehens, der Versöhnung und des Friedens

Zwei Menschen können durchaus die gleiche Sprache sprechen und sich dennoch nicht verstehen. Es braucht immer wieder ein Pfingstwunder in den kleinen Konflikten unseres Alltags, beim Streit am Arbeitsplatz, in der Familie oder in der Nachbarschaft. Es braucht immer wieder ein Pfingstwunder bei den großen weltpolitischen Konflikten. Ein Wunder des Verstehens, der Versöhnung und des Friedens. Es braucht ein gegenseitiges Verstehen und Solidarität in der Corona-Pandemie. Es braucht immer wieder ein Pfingstwunder in unserer Kirche, die ohne das Wirken des Heiligen Geistes kraft- und wirkungslos bleibt.

Die Corona-Pandemie hat viele Gemeindeglieder, hauptund ehrenamtlich Mitarbeitende verstört, traurig und verzagt gemacht. Deshalb wünsche ich unserer Kirche ein Pfingstfest im Vertrauen darauf, dass Gott uns durch seinen Heiligen Geist behütet, stärkt, lenkt und leitet. Martin Luther meinte: „Der Heilige Geist schafft neuen Mut, dass der Mensch vor Gott fröhlich wird und Liebe zu ihm gewinnt und den Leuten mit fröhlichem Gemüt dient.“ Das schenke uns Gott.

 

Foto: Chuttersnap/UnsplashFoto: Chuttersnap/Unsplash

Gebet

Du Heilger Geist, bereite ein Pfingstfest nah und fern;
mit deiner Kraft begleite das Zeugnis von dem Herrn.
O öffne du die Herzen der Welt und uns den Mund,
dass wir in Freud und Schmerzen das Heil ihr machen kund.

Philipp Spitta in Evangelisches Gesangbuch Nr. 136,7

 

 

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