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Dem Tag mehr Leben geben - Diakoniestation Leintal

SCHWAIGERN – Die Diakoniestation Leintal entstand vor 125 Jahren als von Diakonissen geführter Krankenpflegeverein. Bis heute steht die Unterstützung hilfs- und pflegebedürftiger Menschen sowie deren Angehöriger im Mittelpunkt der gemeinnützigen Arbeit.

Foto: silviarita, pixabayFoto: silviarita, pixabay

„Am Anfang meiner Dienstzeit war ich noch mit einem Tourenplan auf Papier unterwegs und das Notruf-Handy hatte die Größe einer Reiseschreibmaschine“, erzählt Christina Brückmann von ihrem Einstieg in die Diakoniearbeit vor 25 Jahren. Damals befand sich die Diakoniestation noch im alten Schwaigerner Schulhaus, mit überschaubaren Räumlichkeiten und 16 Mitarbeitern in der Pflege, der Hauswirtschaft und der Verwaltung.

Heute decken 90 Mitarbeiter den kompletten Bedarf ab, der in allen Lebensbereichen von hilfs- und pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen entsteht. Der Standort der Diakoniestation Leintal befindet sich mittlerweile in einem modernen Gebäude in der Schwaigerner Innenstadt, die Fachkräfte sind mit Dienstwagen unterwegs und benutzen Handys und Tablets für eine schnelle Kommunikation.

Doch das Motto „Menschen – Nähe – Pflege“ hat sich auch bei der Diakoniestation als Nachfolgerin des 1897 gegründeten Krankenpflegevereins nicht geändert, trotz des technischen und gesellschaftlichen Wandels der vergangenen 125 Jahre.

„Wichtig ist, dass der Mensch so lange wie möglich in gewohnter Umgebung bleiben kann. Dazu gehören auch der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses und die Einbeziehung der Angehörigen“, erklärt Christina Brückmann, die nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester als stellvertretende Stationsleiterin der Urologie im Klinikum Heilbronn arbeitete.

Nach einer Familienpause stieg sie 1996 in den ambulanten Pflegedienst bei der Diakoniestation ein, absolvierte eine Zusatzausbildung in der Palliativpflege und der Pflegeberatung und betreut seitdem hilfsbedürftige Menschen in ihrer häuslichen Umgebung.

„Der Bedarf ist in den vergangenen Jahren immer größer geworden. Wir können wegen des Fachkräftemangels gar nicht alle Anfragen annehmen. Andere Pflegedienste sehen wir bei dem massiven Pflegenotstand längst nicht mehr als Konkurrenz“, sagt Christina Brückmann, die mit ihren Kolleginnen und Kollegen ein breites Aufgabenspektrum erfüllt. Vom Rundumblick, ob vor allem Alleinstehende pflegerisch gut versorgt sind, über die Körperpflege bis zur medizinischen Versorgung gibt es viel zu tun. Außerdem braucht man Fingerspitzengefühl, Geduld und Verständnis und muss verschiedene Charaktere und Lebensstile respektieren.

„Ich mache mir vor jeder Haustür bewusst, dass auch dieser Mensch von Gott gewollt und geliebt ist. Das erleichtert mir den Umgang und hilft mir, geduldig und liebevoll zu sein“, sagt die 55-Jährige.

Christina Brückmann, Diakonie Schwaigern. Foto: Astrid LinkChristina Brückmann im Einsatz: „Der Bedarf ist in den vergangenen Jahren größer geworden.“ Foto: Astrid Link

Die Menschen werden älter, die Versorgung durch die Familien ist nicht immer gewährleistet. Wenn jemand noch selbstständig ist, aber körperlich nicht mehr so fit, kommt die Nachbarschaftshilfe. Die Mitarbeiter verrichten alltägliche Hausarbeiten, kochen Mahlzeiten und erledigen Besorgungen, angepasst an den jeweiligen Bedarf. Auch ein Hospizdienst mit geschulten Mitarbeitern befindet sich unter dem Dach der Diakoniestation.

In den 1970er-Jahren wurden die Diakonie-Stationen der einzelnen Gemeinden zu größeren Einheiten zusammengefasst, um wirtschaftlicher handeln zu können. Die Diakoniestation Leintal ist zuständig für die Stadt Schwaigern mit den drei Stadtteilen sowie für die Gemeinden Leingarten, Massenbachhausen und Kleingartach.

„Der Beruf ist anstrengend, und man nimmt viel im Kopf mit nach Hause“, sagt Christina Brückmann. „Trotzdem ist es schön, wenn es uns mal wieder gelungen ist, dem Tag mehr Leben zu geben, wenn die Tage gezählt sind.“

www.diakoniestation-leintal.de

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