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Demokratie und Donau - Sprayer Projekt der Diaknoie Ulm

ULM – Ein Sprayer-Projekt der Diakonie in Ulm bringt nicht nur Farbe in die Geflüchtetenunterkunft, sondern auch Menschen unterschiedlicher Nationen zusammen. Die Bilder handeln von Demokratie und der neuen Heimatstadt an der Donau.

Ulm. Julia Rilli, Kennedy Manwealth, Enes Berk und Heiner Beermann (von links) haben die Garagen der Flüchtlingsunterkunft mit Sprayfarbe verschönert. Foto: Andreas SteidelJulia Rilli, Kennedy Manwealth, Enes Berk und Heiner Beermann (von links) haben die Garagen der Flüchtlingsunterkunft mit Sprayfarbe verschönert. Foto: Andreas Steidel

Alles begann mit einem Altstadtspaziergang. Zusammen mit dem Künstler Pascal Stephan und den Sozialarbeitern der Diakonischen Bezirksstelle Ulm machten sie sich auf den Weg: Motivsuche! Ganz genau nahmen Kennedy Manwealth (27) aus Nigeria und Enes Berk (30) aus der Türkei Ulm unter die Lupe. Kreativ sollte alles werden und professionell, farbenfroh und ausdrucksstark.

Kennedy und Enes sind zwei der sieben Geflüchteten, die am Sprayer-Projekt des Diakonieverbands Ulm/ Alb-Donau teilnahmen. Die Diakonische Bezirksstelle ist für die Sozialarbeit in der Gemeinschaftsunterkunft in der Römerstraße zuständig. 180 Menschen aus 15 Nationen leben dort, viele von ihnen mitten im Asylverfahren und konfrontiert mit zahlreichen Alltagsproblemen. Da ist ein wenig heitere Abwechslung mehr als willkommen.

Wer ganz genau die Idee dazu hatte, ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Jedenfalls gab es hinter dem Haus drei triste Garagentore, die einen neuen Anstrich vertragen konnten. Die ideale Fläche für ein Sprayerprojekt. Flüchtlingssozialarbeiter Heiner Beermann ergriff die Initiative und fand in dem Verein Phoenix für interkulturelle Verständigung und dem Diakonischen Werk Württemberg Partner, die das Ganze auch finanziell unterstützten.

Kunterbunt, aber auch politisch: Sprayer-Motive mit Münster, Donau. Ulm. Foto: Andreas SteidelKunterbunt, aber auch politisch: Sprayer-Motive mit Weltkugel und Demokratiebekenntnis. Ulm.  Foto: Andreas SteidelUlm. Kunterbunt, aber auch politisch: Sprayer-Motive mit Weltkugel und Demokratiebekenntnis.  Foto: Andreas SteidelKunterbunt, aber auch politisch: Sprayer-Motive mit Münster, Donau, Weltkugel und Demokratiebekenntnis. Fotos: Andreas Steidel

Zusammen mit seiner Kollegin Julia Rilli vom Integrationsmanagement der Diakonie ging er im Sommer 2021 an die Umsetzung. Zwischenzeitlich hatte sich ein Team von sieben Geflüchteten aus fünf Nationen um sie versammelt, die mit gespannter Erwartung und Spraydose bereitstanden. Die künstlerische Leitung des Projekts hatte Pascal Stephan. Dass Stephan sich Gestalter nennt und nicht Sprayer, deutet darauf hin, dass es hier nicht um das wilde Besprühen einer Hauswand ging. Alles wurde minutiös mit einer Skizze geplant und dann Schritt für Schritt in die Tat umgesetzt.

Nachbarn wurden neugierig

Kennedy Manwealth und Enes Berk haben heute noch ein Lächeln auf den Lippen, wenn sie davon erzählen. „Es hat Spaß gemacht“, sagen sie, „eine tolle Erfahrung.“ Enes war eher für die Linienführung zuständig, Kennedy für die großen Farbflächen. Auch die weißen T-Shirts, die jeder bekommen hatte, trugen am Ende ein aufgespraytes Motiv.

Drei bis vier Tage wurde diszipliniert gearbeitet. Das blieb auch den Nachbarn nicht verborgen. Neugierig kamen sie näher und mit der bunten Künstlerschar ins Gespräch. „So etwas verbindet“, sagt Heiner Beermann, „auch untereinander.“

Viele Motive aus ihrer Stadt erkannten die Ulmer wieder: Das Münster, die blaue Donau mit der Zille, das Fischerviertel. Ein schönes Zeichen dafür, dass die Menschen hier angekommen sind. Auch ihre Sprachschule bildeten sie ab sowie auf zwei weiteren Garagentoren Motive, die die Themen Demokratie und Toleranz darstellten.

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