Christliche Themen für jede Altersgruppe

Den Zauberdoktor entmachten

GERSTETTEN (Dekanat Heidenheim) – Manuel Sept aus Dettingen bei Gerstetten lebt seit fünf Jahren mit seiner Familie in Sambia. Als Missionar versucht er, den Menschen dort Selbstbewusstsein zu vermitteln, und erzählt ihnen vom Glauben. 

 

Marktszene in Sambia. Foto: privat/ Manuel Sept

 

Ende Juni geht es nach einem Jahr mit Diensten in der Heimat für Familie Sept wieder zurück nach Afrika. Seit 2017 leben Manuel Sept, seine Frau Carmen mit der dreijährigen Junia und in Zukunft mit dem wenige Monate alten Noam in der sambischen Großstadt Ndola an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo.

Sie sind Missionare der Liebenzeller Mission. Obwohl das ein Begriff ist, den beide in Deutschland lieber vermeiden, „weil er negativ besetzt ist und die Leute das immer noch mit der Kolonialzeit in Verbindung bringen“, wie Carmen Sept sagt. Ursprünglich hat Manuel Sept Elektriker gelernt. Aber sein Glaube und ein einjähriger Einsatz für ein christliches Werk in Kenia drängten ihn dazu, wie er sich ausdrückt, „Gott mit meinem Leben zu dienen“.

Deshalb studierte der heute 37-Jährige zwischen 2008 und 2012 an der Internationalen Hochschule in Bad Liebenzell (damals noch Theologisches Seminar) Gemeindepädagogik. Dort lernte er auch Carmen kennen, die Theologie und Soziale Arbeit studierte.

Gott mit dem Leben dienen

 

Ihre gemeinsame Arbeit in dem südlichen Township von Ndola ist vielfältig. „Unser Schwerpunkt ist Jüngerschaft“, fasst der aus Dettingen bei Gerstetten stammende Sept zusammen. Im Lauf des Gesprächs wird jedoch deutlich, dass das Projekt „Dawn Trust“, das die Liebenzeller Mission dort gemeinsam mit der einheimischen Baptist Church betreibt, breiter angelegt ist.

In Bezug auf die Jugendarbeit bietet es gemeinsam mit sechs einheimischen christlichen Familien Angebote für die Kinder aus der Umgebung wie Fußballspielen oder Jungschar-Gruppen für alle Altersklassen. Im Mittelpunkt stehen sowohl deutsche Jugendliche, die im Projekt einen Auslands-Einsatz absolvieren, als auch einheimische Jugendliche, die intensives Interesse am christlichen Glauben haben und mehr darüber erfahren wollen. Sie leben gemeinsam in einem Haus auf dem Gelände und verbringen viel Zeit mit den Septs. Die Herausforderung dabei sind die großen Mentalitätsunterschiede zwischen den Jugendlichen und daraus resultierende Konflikte einerseits und andererseits der „Animismus“ vieler Sambier, auch wenn offiziell 95 Prozent Christen sind. Der Animismus besagt, dass auch in Unbelebtem eine Seele oder ein Geist wohnt. „Da kann man nicht mit Argumenten kommen, der Animismus durchdringt das ganze Leben“, hat Manuel Sept festgestellt und nennt ein Beispiel: „Wenn es bei einem Gewitter blitzt, zittern unsere sambischen Jugendlichen am ganzen Körper und verstecken sich sogar unter dem Tisch, weil sie befürchten, dass jemand beim Zauberdoktor einen Blitz gekauft hat, um jemanden zu töten.“ Umso schöner ist es für den deutschen Christen, wenn die Menschen dann begreifen, „dass Gott über allem steht, auch über der Ahnenwelt, an die sie glauben oder über den unsichtbaren Mächten. Dann fällt die Angst von ihnen ab.“

Mit „Dawn Trust“ gibt es jedoch noch weitere Ansatzpunkte, den Sambiern zu helfen. Auf dem stiftungseigenen, sieben Hektar großen, landwirtschaftlich genutzten Gelände mitten in der Stadt demonstrieren Manuel Sept und seine Mitarbeiter ihren Jugendlichen, aber vor allem auch den Kleinbauern aus der Umgebung, dass sie mit Regenzeit, Biomasse, einheimischen Bäumen und Gewächsen und genügend Land wichtige eigene Ressourcen besitzen. Er zeigt, dass der Mais und anderes Gemüse auch ohne Kunstdünger aus Osteuropa wächst, weil einfach hergestellte Komposttoiletten für Menschen bei richtiger Anwendung den besten Dünger liefern. „Wir verhelfen ihnen zu mehr Selbstbewusstsein, indem wir sie unabhängiger machen von globaler Hilfe und ihnen zeigen, wie viel sie selbst haben und was man damit alles machen kann“, konkretisiert Manuel Sept. Der Elektriker nutzt auch das Sonnenlicht und hat auf dem „Dawn Trust“-Gelände inzwischen Solaranlagen, die in Sambia hergestellt werden, installiert. „Damit haben wir Strom, der sonst regelmäßig ausfällt, und wir können für Tausende Menschen aus der gesamten Nachbarschaft Wasser nach oben pumpen und es ihnen an zwei Wasser-Ausgabestellen zur Verfügung stellen.“

Das Motto des Einsatzes ist für ihn der Auftrag Gottes aus dem ersten Buch Mose: das Land zu bebauen und zu bewahren. „Unser Prinzip ist, nichts zu verschwenden und alles zu nutzen, was Gott uns gegeben hat“, sagt er.

 

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