Christliche Themen für jede Altersgruppe

Der entgegenkommende Gott - Impuls zur Predigt

Offenbarung 21,1-5 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!

Der entgegenkommende Gott

Impuls für den Ewigkeitssonntag: Offenbarung 21,1-7 von Ulrich Heinzelmann

Ulrich Heinzelmann ist Pfarrer in der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Biberach. Foto: Privat

Ulrich Heinzelmann ist Pfarrer in der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Biberach. Foto: PrivatDer jüdische Religionsphilosoph Martin Buber          schreibt: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“. Ein Satz, der daran erinnert, wie sehr wir darauf angewiesen sind, anderen Menschen zu begegnen.

In den vergangenen Monaten war das vielfach nicht möglich. Digitale Formen der Begegnung und der Kommunikation wurden eingeübt. Der Arbeitsplatz wurde ins Homeoffice verlegt, der Schulunterricht fand für lange Zeit am Bildschirm statt, Kontakte hielt man via Skype oder verschiedenen Messengerdiensten. Bei aller Freude über die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation war doch spürbar, dass die täglichen Begegnungen am Arbeitsplatz, die Sitznachbarin in der Schule und der persönliche Besuch im Pflegeheim doch fehlten.

Am Ende des Kirchenjahres wird uns im Buch der Offenbarung einmal mehr das Bild eines Gottes ans Herz gelegt, der die Begegnung mit uns Menschen sucht.

Die Evangelien erzählen von vielerlei Begegnungen mit Jesus Christus. Es sind oft heilsame, überraschende und neue Gemeinschaft stiftende Begegnungen. In den Evangelien ist es Jesus selbst, der auf Menschen zugeht und keine Begegnung scheut.

Im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes, schaut der Seher von Patmos, wie am Ende der Zeit Gott den Menschen vom Himmel her entgegen kommt. Die himmlische Stadt Jerusalem sieht er auf die Erde herabschweben und Gott mitten unter den Menschen wohnen (wörtlich: zelten). Ganz neu und doch vertraut ist dieses Bild. Es zeigt den „entgegenkommenden Gott“, der jede Träne abwischt, der Schmerz, Leid und Tod endgültig überwindet.

In romanischen Kirchen findet man die Schau des himmlischen Jerusalem gelegentlich als großen Radleuchter dargestellt, der über der versammelten Gemeinde in der Querung des Kirchenschiffs hängt. Wie das neoromanische Beispiel aus der St. Godehart Kirche in Hildesheim.

Neoromanische St. Godehart Kirche in Hildesheim. Foto: Ulrich HeinzelmannNeoromanische St. Godehart Kirche in Hildesheim. Foto: Ulrich Heinzelmann

 

Der Tod bedeutet nicht das Ende

Zwölf Tore und ein Vielfaches von Zwölf an Kerzen symbolisieren die himmlische Stadt, das neue Israel, in der friedlichen Gemeinschaft aller Völker. Solche großen Leuchter sind Leuchtzeichen für die dunkle Jahreszeit. Sie versinnbildlichen das helle Schlussbild der Bibel im Buch der Offenbarung, das uns begleiten kann, wenn wir an die Menschen denken, die wir vermissen und deren Gräber wir in diesen Tagen besuchen.

Es sagt: Der Tod bedeutet nicht das Ende. Er ist vielmehr der Beginn einer ganz neuen Begegnung. Der Tod ist kein dunkler Abgrund, sondern der Aufgang eines neuen, getrösteten, durchlichteten und befriedeten Lebens in Gottes ewiger Gegenwart.

Foto: Tina Witherspoon/UnsplashFoto: Tina Witherspoon/Unsplash

Gebet

Wir danken dir Gott, dass du uns immer wieder aufs Neue begegnest.

Mit Freude und Hoffnung warten wir, dass, was du in Christus begonnen hast, an uns vollenden wirst und wir in deiner Gegenwart das himmlische Fest des Lebens feiern.

Amen.

 

 

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