Christliche Themen für jede Altersgruppe

Der Teufel steckt im Detail

Es ist eine bizarre Bilderwelt, die der niederländische Maler Hieronymus Bosch schuf. Sie faszinierte die Menschen seiner Zeit – und sie fasziniert bis heute. Vielleicht auch, weil Hieronymus Bosch nicht nur Schönes gemalt hat. Vor 500 Jahren ist der Künstler gestorben.

Der „Garten der Lüste“ von Hieronymus Bosch (um 1450 – 1516) gehört zweifellos zu den bemerkenswertesten Gemälden der Geschichte. Es ist Zeugnis eines schier grenzenlosen Einfallsreichtums gepaart mit malerischer Meisterschaft. Auch wenn wir die Rätsel des Bildes wohl nie alle lösen können, bleibt es ein einmaliges Kunstwerk, ein spektakuläres Wimmelbild zwischen Hölle und Paradies.

Bei den äußeren Tafeln scheint die Sache klar zu sein: links das irdische Paradies, rechts die Hölle. Aber für was steht die Mitteltafel dieses Triptychons, der „Garten der Lüste“?

Liebe, Freude und Fruchtbarkeit scheinen hier zu regieren. Die Fantasie eines Paradieses, in dem der Sündenfall nie stattgefunden hat? Aber darf man dieses Paradies positiv, als Verheißung deuten? Oder ist es als Ermahnung und Warnung vor dem sündigen fleischlichen Leben gemeint?

Der Erste, der die Bizarrheiten dieses rätselhaften „Altars“ beschrieb, war der Geistliche Antonio de Beatis aus Apulien. Ende Juli 1517 sah er die drei Tafeln in Brüssel im Palast des Grafen Heinrich von Nassau. Ein Jahr nach dem Tod des Malers begleitete Antonio damals seinen Herrn, Kardinal Luigi d’Aragona, als Sekretär auf einer Europareise.

Seine Begegnungen mit „Berühmten Städten, vornehmen Herren und holden Madonnen“ schrieb Antonio auf. Wie das seltsame Bild auf ihn wirkte, notierte er ebenfalls: „Menschen, die aus Muscheln kriechen, andere, die Kraniche aus ihrem Darm drücken, Männer und Frauen, weiße und schwarze bei allen möglichen Geschäften und allen Arten von Posen; Vögel, Tiere jeder Art und von so großer Natürlichkeit, so faszinierende und fantastische Dinge, dass es ganz unmöglich ist, sie denen zu beschreiben, die sie nicht gesehen haben.“

Ein „Teufelsbildner“

Seither haben die Rätsel dieses Bilds die Menschen nicht mehr losgelassen. Und schon wenige Jahre nach seinem Tod war sein Schöpfer, der Maler Hieronymus Bosch, umstritten. Im katholischen Spanien hielt man ihn für einen Teufelsbildner. Doch der spanische Hof-Bibliothekar Siguenza verteidigte Bosch 1605 gegen Ketzereivorwürfe: Seine Bilder würden „ungerechterweise als grotesk-komisch abgewertet“, zeugten jedoch „von tiefer Weisheit wie von großer Kunst“. Den „Garten der Lüste“ deutet er – wie viele Autoren des 20. Jahrhunderts – moralisch, unter dem Aspekt der Todsünden.

Eigentlich hieß er ja Jheronimus van Aken. Das macht Hieronymus Bosch, der vor 500 Jahren, im August 1516, starb, zu einem Niederländer mit Migrationshintergrund: Einer seiner Vorväter kam seinem Namen nach aus Aachen.

Er war der jüngste Spross einer Künstlerdynastie: Schon sein Urgroßvater war Maler, sein Großvater übte den gleichen Beruf in der aufstrebenden südniederländischen Stadt ’s-Hertogenbosch aus. Seinen sozialen Aufstieg krönte er 1462 mit dem Kauf des steinernen Hauses „Inden Salvatoer“ direkt am Marktplatz. In diesem Werkstatt-Wohnhaus lebten und arbeiteten auch sein Sohn Anthonius und dessen Sohn Hieronymus. Der sollte sich bald stolz nach seiner Heimatstadt nennen, die der Volksmund bis heute „Den Bosch“ nennt.

Die Spanier nennen ihn „El Bosco“. Das wäre nicht weiter von Interesse, aber einige seiner wichtigsten Gemälde hängen nun mal im Madrider Prado – unter anderem auch sein bekanntestes und geheimnisvollstes Meisterwerk: der „Garten der Lüste“.

Als Triptychon wirkt das Gemälde wie ein Altarbild. Doch mit Werken wie dem „Heuwagen“ schuf Bosch noch weitere Triptychen, die eindeutig ein höfisches Publikum beeindrucken und unterhalten sollten.

Erst Ende der 1960er-Jahre entdeckten Kunsthistoriker den Eintrag in Beatis’ Reisetagebuch. Es lüftete erstmals das Rätsel des Auftraggebers – zumindest ein wenig. Graf Heinrich III. von Nassau könnte es gewesen sein, ein schillernder Renaissancefürst und alles andere als ein Frömmler.

Heinrich ließ damals den Brüsseler Palast erweitern. Zur Ausstattung gehörten Geheimtüren und mythologische Nacktdarstellungen mit erotischem Gehalt – zum Beispiel ein „Urteil des Paris“ aus der Wittenberger Werkstatt des Lucas Cranach. Albrecht Dürer, der 1520 den Palast besuchte, erwähnt in seinem Tagebuch ein Riesenbett, „do 50 Menschen mügen innen liegen“. Hing darüber Boschs „Garten der Lüste“, bestellt anlässlich der Vermählung des Grafen?

Schöpfung und Perversion

Das berühmte „Paradiesbild“ war für eine profane Umgebung, weltliche Zwecke, aber auch für einen mehr oder weniger öffentlichen Ort gemacht: Relativiert das den moralisierenden, verurteilenden Charakter des Bilds, den die meisten Interpreten dem Bild kategorisch zuweisen? Aber auch höfisches Leben war zu Beginn des 16. Jahrhunderts keine reine Zügellosigkeit.

Am besten, man beginnt das Triptychon von seiner linken Tafel her zu lesen. Gerade eben ist Eva aus einer Rippe Adams erschaffen worden. Der Schöpfer im Garten Eden ist bei Bosch eine Christusgestalt in rosafarbenem Gewand.

Der Christus-Schöpfer segnet das neue Paar: „Seid fruchtbar und mehret euch“, ist der Auftrag an sie. Rechts von Eva deutet ein Kaninchenpaar die Fruchtbarkeit an. Ehe und Sexualität stehen im Dienst der Fortpflanzung. Aber mit den Lüsten ist es eine zweischneidige Sache.

So um die 30 Jahre alt war Bosch, als er selbst die wohlhabende Aleid van de Meervenne heiratete. Es war eine Hochzeit nach oben, die dem Künstler viele Türen öffnete. Die Ehe blieb kinderlos.

Schöpfung und pervertierte Schöpfung sind auf der linken Tafel eng verbunden. Schon vor dem eigentlichen Sündenfall ist das Böse in der Welt: Die Szene spielt vor einem ganzen Wäldchen von Apfelbäumen (Lateinisch malus: Apfelbaum; malum: das Böse). Der eigentliche Baum mit den verbotenen Früchten der Erkenntnis von Gut und Böse, um den sich aus einem der finsteren Löcher der Natur eine Schlange ringelt, befindet sich rechts hinter Adam und Eva, also auf der „bösen“ linken Seite Gottes. So friedlich die Morgendämmerung der Schöpfung scheint – die Sünde und der Tod sind in sie eingewoben.

Das Motiv der von der Sünde „durchbohrten“  Natur wiederholt sich mehrfach: Im oberen Bildbereich fliegt ein Vogelschwarm durch das Loch in einer fantastischen Felsformation; ganz unten kriechen Kröten und anderes Getier aus dem Loch eines Tümpels; und auch der Lebensbrunnen in der Bildmitte hat ein finsteres Loch, in dem eine Eule sitzt. Anders als in der griechischen Mythologie, wo sie für die Weisheit steht, bedeutet sie bei Bosch meist das Böse oder ein Verhängnis.

In vielen seiner Bilder hat Hieronymus immer wieder dieselben Symbole verwendet. Ihre Interpretation hat Regalmeter an kunsthistorischer Literatur inspiriert. Viele dieser Symbole finden sich auch auf den Tafeln des „Gartens der Lüste“. Die Kröte steht für Verdorbenheit, das Böse. Oft sitzt sie auf dem Gesicht oder der Brust einer Person. Hockt sie auf dem Geschlechtsteil, geht es um Wollust. Pfeile symbolisieren ebenfalls das Böse, mal quer im Hut, mal durch den Körper, manchmal im Anus. Auch die Sackpfeife ist eine Anspielung auf die Todsünde der Wollust.

Auffällig ist, in welcher Weise Hieronymus die Farbe Rosa in seinem Triptychon einsetzt: Der Christus-Schöpfer im irdischen Paradies ist in der gleichen Farbe gekleidet, in der auch der Lebensbrunnen erscheint. Die „göttliche Farbe“ wiederholt sich im mittleren Bild: in den fantastischen Formen und Türmchen im oberen Teil; und in der Kugel mit der Glasblasenblüte, dem schwimmenden Apfel mit Trauben und Kranich im unteren See. Beide zeigen glücklich vereinte nackte Paare.

Die Farbe Blau stand im Mittelalter für den Himmel und Maria, die Muttergottes. Dazu passte, dass blaue Pigmente mitunter kostbarer als Gold waren. Das teuerste Blau, Ultramarinblau, wurde aus dem Halbedelstein Lapislazuli, dem Blaustein, gewonnen, der teilweise bis aus Persien und Afghanistan importiert werden musste. Das war nicht nur weit weg, hier herrschte auch der Islam. Der schwierige Bezugsweg machte dieses Blau so teuer.

Beide Farben sind im mittleren Bild in besonderer Weise verbunden, vor allem in der Wiederholung des Lebensbrunnens und den fantastischen Türmen, die ihn umgeben. Sie greifen Motive des linken Bilds auf, in dem die Schöpfung noch vom Bösen „durchlöchert“ erscheint. Nun sind die Schöpfung und Gottes Geist nicht mehr geschieden, sondern untrennbar miteinander verbunden. Auf die erneuerte Schöpfung deutet das Ei neben dem Lebensbrunnen hin, in das Menschen zu strömen scheinen. Und das „Loch des Bösen“ im Brunnen selbst füllt ausgerechnet eine kleine Szene, die am explizitesten für die körperliche Liebe zu stehen scheint.

Mitglied in okkulter Sekte?

Kein Wunder, dass der deutsche Kunsthistoriker Wilhelm Fraenger 1947 auf eine verblüffende Theorie kam: Fraenger behauptete, Bosch sei Mitglied einer okkulten Häretikersekte gewesen. „Der Garten der Lüste“ habe als Altarbild der „Brüder und Schwestern vom freien Geist“ gedient, die eine Art Urchristentum anstrebten, eine Spiritualität der „Lust in paradiesischer Unschuld“ pflegten und ihre Gottesdienste nackt feierten.

Der Name der christlichen Mystikerbewegung geht auf einen Bibelvers aus dem 2. Korintherbrief zurück: „Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ (3, 17) Papst Clemens V. hatte die Sekte 1311 als häretisch verdammt. Seither nannte man sie abwertend Adamiten. Auch der Mystiker Meister Eckhart musste sich gegen Verdächtigungen wehren, er sei Adamit. Heute, wo man nach der Entdeckung des Beatis-Zitats weiß, wo das Bild hing, gilt Fraengers Theorie als widerlegt.

Adam und Eva scheinen auf der mittleren Tafel erneut aufzutauchen: Ganz unten rechts sehen sie uns aus einer Höhle – also in der Nähe des Höllenbilds – an, in Felle gekleidet, Eva mit einem Apfel in der Hand, aber vom Garten getrennt durch eine halbiertes Glasrohr.

Auch die Apfelbäume wiederholen sich. Die Szene ist ebenfalls rechts, „höllennah“ in der Bildmitte zu finden. Die Apfel pflückenden Menschen erinnern an die erste Auflehnung des Menschen gegen den Willen Gottes. Doch die Erkenntnis von Gut und Böse scheint diese Esser wenig zu interessieren.

Surrealistisch große Früchte spielen bei Bosch eine Schlüsselrolle: Überdimensionierte Brombeeren, Kirschen, Erdbeeren sind zu sehen. Auch Früchte hatten im Mittelalter symbolische Bedeutung. Die Kirsche stand für Fruchtbarkeit und Erotik, die Brombeere verband man mit der Liebe. Die Erdbeere symbolisierte Versuchung und Sterblichkeit.

Was bedeutet es also, dass die Frau, die mit dickem Bauch im Apfelhag sitzt, die ihr angebotene Erdbeere ablehnt? Ist sie satt von den Äpfeln? Oder schwanger? Auch an diesem Detail wirft sich die Frage auf, die das Triptychon dem Betrachter ganz grundsätzlich stellt: Malt Bosch hier eine Warnung vor der Lust, der Begierde – und ihren Folgen? Oder das gerade Gegenteil? Spielen die Fragen nach Gut und Böse (Apfel), die Versuchung und die Sterblichkeit (Erdbeere) im Paradies keine Rolle mehr?

„Der Garten der Lüste“ lässt sich auf unendlich viele Weisen lesen und interpretieren. Für den niederländischen Bosch-Experten Eric de Bruyn steckt in der Mitteltafel beispielsweise eine Fülle homoerotischer Anspielungen – am deutlichsten dort, wo ein Mann einem anderen Blumen aus dem Hintern zieht oder in diesen einführt. Das Pflücken der Blüte, die „Defloration“ , stehe für eine homosexuelle Entjungferung, so de Bruyn. Für die Menschen damals klar verständlich warne das Bild vor dieser Sünde, die damals auf den Scheiterhaufen führte. Doch auch diese Szene lässt sich gegenteilig lesen, zum Beispiel so: Im Paradies gibt es keine Verdauung und deswegen keine Exkremente mehr. Dort, wo’s normalerweise stinkt, duftet es nun nach Blüten.

Viele Details des Triptychons zeigen, dass Bosch die Welt in ganz und gar mittelalterlicher Weise las. Der vierfache Schriftsinn, der sich in der Bibel erkennen ließ, war auch auf die natürliche Welt anwendbar: Bibelstellen konnte man buchstäblich-historisch, allegorisch als Aussagen über den Glauben, moralisch als Handlungsanweisung oder anagogisch, als Hoffnungszeichen für die Gemeinde, lesen. In den Naturerscheinungen musste, weil sie Gottes Schöpfung und somit Teil seines Heilsplans waren, der gleiche Schriftsinn erkennbar sein.

Der auf dem Elefanten sitzende Affe ist dann nichts anderes als ein Bild des zur Sünde verführbaren Menschen. Der exotische Drachenbaum, aus dessen Rinde scharlachrotes Harz, „Drachenblut“, quillt, ist nicht nur paradiesischer Lebensbaum, sondern auch Symbol für das Blut Christi.

In der mittleren Tafel ganz unten scharen sich Männer und Frauen, weiße und schwarze, um etwas, was zunächst wie eine weitere blaue Frucht aussieht, sich bei näherer Betrachtung aber als Trinkbecher erweist. Die Fülle der christlichen Bezüge und Anspielungen ist allein bei diesem Detail schier unerschöpflich: die blaue Farbe der Maria, Wein und die Hochzeit zu Kana, das Abendmahl oder das Blut Christi, auf den wiederum das urchristliche Symbol des Fischs hindeutet, nach dem ein Arm aus dem Gefäß heraus greift.

Eintritt in eine Bruderschaft

Hieronymus Bosch starb am 9. August 1516. Reich, geehrt, bewundert, aber kinderlos. Woran der Maler starb, ist unbekannt. Vielleicht war es eine schmerzhafte Brustfellentzündung, die in diesem Jahr umging. An welche Bilder mag er gedacht haben, bevor er starb? An „sein“ Paradies? An die Hölle? Die Vergebung der Sünden?

Die Ablasspraxis seiner Zeit thematisiert Boschs Bild ganz unten rechts auf der Höllentafel: Der unglückliche Besitzer eines Ablassbriefs muss feststellen, dass dieser offenkundig nichts geholfen hat. Dabei profitierte Hieronymus selbst vom Ablassgeschäft – jedenfalls mittelbar.

Denn im späten 13. Jahrhundert begann man in ’s-Hertogenbosch, die dortige Johanneskirche zur gotischen Kathedrale auszubauen. Die Finanzierung des teuren Kirchbauprojekts lief, wie andernorts auch, über Ablassbriefe. Zur Zeit des Hieronymus war man immer noch kräftig am Bauen. Erst gegen 1530 soll die Kirche fertig gewesen sein. Und die einflussreiche „Bruderschaft unserer Illustren Lieben Frau“, der Hieronymus Bosch als geschworenes Mitglied angehörte, mischte bei der Ausgabe und beim Handel der Ablassbriefe für die Sint-Jan-Kathedrale kräftig mit.

Seine Hochzeit mit Aleid van de Meervenne hatte den Maler ins oberste Establishment der Stadt katapultiert. Sie öffnete ihm auch die Tür zum Aufstieg in der Bruderschaft, die in der Stadt kulturell, wirtschaftlich und politisch bedeutenden Einfluss hatte und auch Frauen aufnahm. Die Bruderschaft, die es bis heute gibt, bedeutete ein Netzwerk, das weit durch die deutschen Länder reichte, ja durch ganz Westeuropa.

Warum hängt ein Schlüssel über dem Memento Mori des Pferdeschädels? „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben“ (Matthäus 16,18 – 19). Mit diesem Satz beansprucht die katholische Kirche bis heute Schlüsselgewalt über das Heil. Petrus wird deshalb stets mit Schlüssel abgebildet. Doch wenn der Schlüssel des Petrus hilflos in der Hölle hängt – ausgerechnet dort – und sogar als Folterinstrument eingesetzt wird, liegt dann nicht der Gedanke an Kirchenkritik nahe? Bedeutet er gar, dass das Reich des Todes über die Kirche und das Reich Gottes siegen wird? Boschs Ablass-Käufer ähnelt jedenfalls dem Adam der anderen beiden Bilder. Er fühlt sich betrogen, denn er ist trotzdem in der Hölle gelandet, wo ihn nun eine Sau am Ohr knabbert, die den Schleier einer Nonne trägt. Den Federkiel zur Ablass-Unterschrift hat sie noch in der Klaue. Im rosafarbenen Heilsgewand, doch mit der Kröte des Bösen auf dem Herzen, bringt ein anderer Nachschub an Ablassbriefen.

Für den Kunden des Ablasshandels hat sich die Sache als Pakt mit dem Teufel erwiesen. Nur ein Jahr nach Boschs Tod wird Martin Luther mit seiner Kritik an der Ablass­praxis und mit 95 Thesen die Welt verändern.

Ein wohlhabender und geschätzter Meister

Wann Hieronymus Bosch geboren wurde, ist unbekannt, vermutlich zwischen 1450 und 1456. Auch seine Biografie liegt großteils im Dunkeln.Sicher ist, dass Bosch am 9. August 1516 in der Sint-Jans-Kathedrale seiner niederländischen Heimatstadt ’s-Hertogenbosch beigesetzt wurde. Der Künstler gehörte zur Malerfamilie van Aken, die aus Aachen stammte, und wuchs in Den Bosch auf. Offenbar erlernte er das Malen in der väterlichen Werkstatt. 1481 heiratete er die begüterte Aleid van de Mervenne, wohnte in Den Bosch und gehörte als wohlhabender und geschätzter Meister zu den Honoratioren der Stadt. Für den Ruhm Boschs war der Aufstieg durch die Heirat wichtig: 1488 trat er der „Bruderschaft unserer Lieben Frau“ bei, in der die soziale und religiöse Elite der Stadt versammelt war. Das bescherte ihm reichlich Aufträge.

Buch-Tipp

Walter Bosing: Bosch. Taschen-Verlag 2015. 96 Seiten,

Hardcover, 9,99 Euro.

ISBN 978-3-8365-5983-6.



Matthijs Ilsink, Jos Koldeweij:

Hieronymus Bosch. Visionen

eines Genies. Belser Verlag 2016.

192 Seiten, 140 Abbildungen,

Fester Einband, 24,99 Euro.

ISBN 978-3-7630-2743-9.

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