Christliche Themen für jede Altersgruppe

Der Waldopa - Kinder ehrenamtlich fördern

Flugzeuge beobachten, im Wald spazieren gehen, Spiele spielen. All das macht Jochen Grube ehrenamtlich für und mit Kindern. Der Pensionär trifft sich als Leihopa regelmäßig mit zwei Jungs, denen er Freundschaft anbietet, und die er fördern will.

Jochen Grube liest seinen Leihenkeln auf Wunsch auch etwas vor. Foto: Clarissa WeberJochen Grube liest seinen Leihenkeln auf Wunsch auch etwas vor. Foto: Clarissa Weber

Jochen Grube war früher Lehrer und ist nach wie vor begeistert von Kindern. Sobald er von ihnen erzählen kann, kommt er ins Schwärmen. Der Leihopa will „seine“ Kinder fördern, ihnen etwas beibringen – und sie nicht nur betreuen.

Am liebsten geht er mit den Kindern in den Wald oder an die Waldteiche – Frösche, Lurche und Insekten beobachten. Oder es geht auch mal an den Flughafen: Schauen, wie die großen Flugzeuge starten und landen. Grube unternimmt mit den Kindern Dinge, die ihre Neugier wecken. „Waldopa“ sagen seine beiden Jungs zu ihm.

Jochen Grube arbeitet seit 2011 ehrenamtlich als Leihopa, also als Opa auf Zeit für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter. So trifft er sich ein bis zwei Mal in der Woche für etwa zwei Stunden mit seinen Leihenkeln. Meist unternehmen sie draußen etwas, aber manchmal spielen sie auch ein Spiel oder sie unterhalten sich über die Schule. Meist besuchen die Leihgroßeltern die Kinder, aber manchmal ist es auch andersherum.

Nun könnte man denken, ein Leihopa springt einfach dann ein, wenn die Eltern keine Zeit für den Nachwuchs haben oder er soll kleine Haushaltsreparaturen erledigen. Aber das stimmt nicht. Menschen wie Jochen Grube sind nur für die Kinder da. Leihgroßeltern sollen ein Vertrauensverhältnis und eine langfristige Beziehung zu den Kindern aufbauen.

Jochen Grube ist über die Evangelische Gesellschaft Stuttgart (eva) als Leihopa versichert. Da gibt es regelmäßige Austauschrunden und Fortbildungen.

Bei den regelmäßigen Treffen werden auch neue Anfragen von Eltern vorgestellt. Die Ehrenamtlichen, die sich den Kontakt vorstellen können, melden sich dann bei der Familie. Meist folgt dann ein persönliches Erstgespräch mit den Eltern. Viele Betreuungsanfragen kommen von Alleinerziehenden, aber die meisten von Familien, die vor Kurzem nach Stuttgart gezogen sind und an ihrem alten Wohnort Großeltern in der Nähe hatten. Jochen Grube ist sich dabei bewusst: „Man muss aufpassen, dass es nicht zu Konflikten mit den leiblichen Großeltern kommt. Daher sollte man offen über die Situation sprechen. Ich sag dann immer, dass die anderen Großeltern eben nicht oder nicht so oft da sind. Und die Kinder merken und verstehen das auch.“

Abenteuer im Wald. Foto: Victoria Model, pixabayFoto: Victoria Model, pixabay

Berührendes Erlebnis im Wald

Sein schönstes Erlebnis mit seinen Enkeln auf Zeit war, als er mit dem Jüngeren im Wald unterwegs war, sie sich auf eine Bank gesetzt haben und der Junge sein Vesper von daheim gegessen hat. Irgendwann sei ihm aufgefallen, dass Grube gar nichts isst. Der Junge fragte nach dem Grund. Auf die Antwort seines Leihopas, dass er einfach nichts dabei habe, bot der Junge ihm an, von seinem Brot abzubeißen. Außerdem schlug er vor, seinen Apfelsaft mit dem Leihopa zu teilen. „Ich hab es dann gemacht und mich darüber gefreut, dass er so früh schon so empathisch ist“, erzählt Jochen Grube.

Die Nachfrage von Eltern nach Leihgroßeltern ist groß, viel größer als das Angebot. Denn viele Ehrenamtliche, die als Leihoma oder -opa arbeiten, werden irgendwann zu alt, schaffen die Kinderbetreuung aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Es gibt aber nicht nur ein Nachwuchsproblem, sondern auch ein „Geschlechterungleichgewicht“. Das heißt: Es gibt deutlich mehr Leihomas als Leihopas. Das findet Jochen Grube sehr schade und hofft auf neue Ehrenamtliche. □

◼Wer gerne Leihoma oder -opa werden möchte, kann sich melden unter Telefon 0711-2054374.

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