Christliche Themen für jede Altersgruppe

Die Erfüllung aus den Psalmen - Matthäus Evangelium, die Verweise - Glaubenskurs (Teil 5)

Wie eng das Alte und das Neue Testament ineinander verwoben sind, das lässt sich in der Passionsgeschichte des Matthäus besonders gut erkennen. Dort finden sich viele Hinweise, dass der Weg von Jesus schon Jahrhunderte vorher in Prophezeiungen abzulesen ist.

Studentin beim Lesen.Foto: Sorin Popa/ Adobe StockFoto: Sorin Popa/ Adobe Stock

Kennen Sie noch das alte Spiel, das im Konfirmandenuntericht für gute Stimmung sorgte? Bibelfußball wurde es genannt. Auf dem Boden lag ein Fußballfeld, mit fünf oder sieben Markierungen konnte der Ball ins Tor befördert werden. Jede richtig beantwortete Bibelfrage gab einen Sprung nach vorne. Die Konfigruppe wurde aufgeteilt, zwei Mannschaften traten im Bibelfußball gegeneinander an.

Der Evangelist Matthäus wäre eine lohnenswerte Spielgrundlage. Insbesondere am Osterfest. Wer die Passionsgeschichte Jesu nach dem Matthäusevangelium hört oder liest, sollte am besten auch Lesezeichen im sogenannten Alten Testament einlegen. Denn immer wieder wird hier der Leidensweg Jesu als eine Erfüllung dessen beschrieben, was früher schon vorhergesagt wurde. Das lässt sich an allen 28 Kapiteln dieses Evangeliums zeigen: Die urchristliche Gemeinde erhält darin einen Blick auf die Geschichte Jesu. Der Horizont wird geweitet und es wird gezeigt, dass Gott selbst in Jesus seine Zusagen erfüllt. So wird der Weg geebnet, Menschen aus allen Völkern Gottes Botschaft der Liebe zu bringen.

Diesen Artikel jetzt im EVG-ePaper lesen

Matthäusevangelium - Schlüsselwort "erfüllen"

Das Wort „erfüllen“ ist bei Matthäus ein Schlüsselwort. Die Bergpredigt Jesu wird selten an Ostern als Schriftlesung gehört. Dabei ist der Vers „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen“ (Matthäus 5,17) wie eine Überschrift, die dem Evangelium gilt.

Hierzu gibt es viele Beispiele in der Heiligen Schrift. Schon recht früh entschlossen sich die Pharisäer und Schriftgelehrten, dass Jesus eine Gefahr darstelle und zu töten sei. Das kann man nachlesen in Matthäus 12,14. Jesus zog sich in einsamere Gegenden zurück und wirkte dort mit Heilungen und vollmächtiger Verkündigung. Im Matthäusevangelium wird dieses mit den Worten des Propheten Jesaja (42,1-4) belegt: In Jesus erfüllt sich, was dort vom „Knecht Gottes, an dem Gott Wohlgefallen hat“ gesagt wird. Zusammengefasst: „Dieser Knecht wird durch Gottes Geist das Recht verkündigen; er wird ohne Gewalt seinen Friedenszug antreten und damit dennoch weltweit siegen.“

Matthäus-Evangelium - Der König reitet auf einem Esel

Die vollmächtigen Heilungen werden ebenfalls durch ein Wort Jesajas begründet: „Er hat unsere Schwachheit auf sich genommen, und unsre Krankheiten hat er getragen.“ (Jesaja 53,4) Jesus lehrte häufig in Gleichnissen. Dazu benutzte er Beispiele aus dem damaligen Geschäftsleben oder aus der Landwirtschaft. Wenn Jesus mit seinen Jüngern alleine war, legte er ihnen diese Gleichnisse aus. Dass seine Zuhörer seine Rede nicht vollständig verstanden, wird bei Matthäus als Erfüllung einer Weissagung aus den Psalmen erklärt. Die Bibelstellen dazu sind Matthäus 13,34 und Psalm 78,2.

Dass Jesus auf einer Eselin nach Jerusalem einzog, wird bei Matthäus 21,4+5 als Erfüllung der Verheißung des Propheten Sacharja gedeutet: „Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel …“ (Sacharja 9,9).

Matthäus-Evangelium - Propheten und der Passionsweg Jesu

Auch der Passionsweg Jesu selbst wird von den Verheißungen der Propheten her gedeutet. Mit dem Zeugnis des Matthäus begann eine neue Auslegung der Schriften des Alten Bundes. In Jesus „erfüllt“ sich, was zuvor geschrieben wurde. So hielt es auch schon Paulus fest: „Auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja.“ (2. Korinther 1,20)

War es damals neu und unerhört, die bisherigen Heiligen Schriften auf diesen Jesus als Christus hin zu interpretieren, so ist es für die Menschen heute erstaunlich und schier unglaublich, dass der Weg des Jesus als Christus schon Jahrhunderte vorher in Prophezeiungen abzulesen war. Allerdings: Man darf dabei nicht außer Acht lassen, dass die Ankündigungen durch Propheten stets mehrere Deutungsebenen zulassen.

Ich möchte Sie einladen, in dieser Woche die Passionsgeschichte bei Matthäus (Kap 26+27) zusammen mit den Querverweisen zum Alten Testament zu lesen. Schlagen Sie doch alle alttestamentlichen Parallelstellen nach, die unter dem Bibeltext in den Erklärungen zu den einzelnen Versen abgedruckt sind. Am besten haben Sie dabei genügend Lesezeichen zur Hand.

 

Zum Weiterdenken

Fragen zur Vertiefung für die fünfte Woche in der Passionszeit:
■ Welche Bibelstellen im Alten Testament hören Sie gerne, wenn Sie an Ostern denken?
■ Welche Seiten Ihrer Bibel zeigen am meisten Lesespuren oder gar Eselsohren?

 

 

Meinungsumfrage

Wollen Sie die Sommer- oder die Winterzeit behalten, wenn es keine Zeitumstellung mehr gibt?

Ergebnis anzeigen