Christliche Themen für jede Altersgruppe

Die Gottsucher - Antworten auf Lebensfragen

ILLINGEN  -  In Illingen trifft sich jeden zweiten Dienstag eine Gruppe junger Männer, die gemeinsam essen, Bibel lesen und beten. Sie suchen nach Antworten auf Lebensfragen, nach Gott und finden zudem Gemeinschaft, Freundschaft und Zusammenhalt.

Essen, Diskutieren, Bibel lesen, beten

Nach dem gemeinsamen Essen geht es in einer lockeren Runde um Fragen, die der Bibeltext aufwirft.
(Foto: Werner Kuhnle)

Antworten auf Lebensfragen finden - Gott suchen

Ein Dienstagabend im Juni in Illingen. Jojo steht in der Küche bei Matze, dem Gastgeber. Heute gibt es Spaghetti mit Tomatensoße. „Selbst gekocht“, meint Jojo selbstironisch mit einem Augenzwinkern und hält das Glas eines Nudelsoßenherstellers in die Höhe. Nach und nach trudeln drei weitere Mitglieder des Hauskreises ein, damit ist die Runde für heute komplett. „Brauchst Du Hilfe?“, will einer von ihnen, an Jojo gewandt, wissen. „Nö, nö, ich guck nur, ob die Spaghetti durch sind“, erwidert der. „Nicht durch, al dente bitte“, bekommt er zur Antwort. Gelächter.

Alle zwei Wochen treffen sie sich. Erst zum Essen, dann zum gemeinsamen Bibellesen und Beten. So halten sie auch Kontakt. Denn Patrick, genannt Paddi (32), wohnt in Eggenstein bei Karlsruhe, Gabriel (30) in Renningen. Jojo (34) ist in Enzweihingen zu Hause, Daniel, genannt Dani (36), wohnt in Eberdingen. Sie kommen immer in der Wohnung von Matthias, alias Matze (28) zusammen, seit neun Jahren schon. Ab und zu kommt Katharina, die Frau von Dani, dazu. Es waren auch schon einmal mehr Frauen im Hauskreis dabei.

Diesen Artikel jetzt im EVG-ePaper lesen

Gottsucher - voll im Trend

Begonnen hat alles mit einem Filmabend, bei dem auch gekocht wurde. Das machte Spaß und so entstand die Idee, sich regelmäßig zu treffen, als Hauskreis mit gemeinsamem Abendessen. Über die Jahre ist die Freundschaft gewachsen. Und während andere Hauskreise mit Gesang und Gebet beginnen, ist hier erst einmal das Gespräch beim Essen angesagt.

Gesungen wird hier gar nicht. Das hat einerseits mit der Unlust von ein paar der Freunde zu tun, liegt aber auch an der fehlenden Gitarren-Begleitung. Und so räumen sie nach dem Essen einfach den Tisch ab, ziehen ihre Handys hervor.

Handys? Keine Bibeln? Doch, Matze hat seine gedruckte Bibel aufgeschlagen. Aber alle anderen nutzen die Bibeltexte, die sie auf dem Handy haben. (Bibel-App der EKD) „Wer weiß noch, wo wir sind?“ Ja, sie wissen es noch, zumindest kommen sie nach einer kurzen Suche drauf. Denn auf die Tafel, auf der sie früher die Bibelstellen notiert haben, schreibt inzwischen keiner mehr. Aber sie bekommen auch so heraus, wo es weitergeht.

Heute ist 1. Samuel 24 dran. Und zwar das ganze Kapitel. Schon lange lesen sie nicht mehr nur kurze Abschnitte. So bekomme man eher den Zusammenhang mit, in dem die Geschichten stehen, erklärt einer aus der Runde. Sie sind begeistert, dass sie auf diese Weise irgendwann einmal alle Bücher der Bibel durchgesprochen haben. Sobald Fragen auftauchen, werden sie diskutiert. Aber zuerst die Frage: „Wer will lesen?“ „Na, der, der fragt!“ Damit ist auch das entschieden.

Lesen - austauschen - diskutieren - Gott suchen

Es ist die Geschichte von David und Saul in der Höhle. David, der von Saul verfolgt wurde, ist mit seinen Leuten über Nacht in derselben Höhle, in der Saul mit seinen Mannen sein Lager aufschlägt. Und während Davids Leute ihrem Anführer raten, Saul umzubringen, schneidet der dem König nur ein Stück von dessen Gewand ab. Und obwohl David Saul eben nicht umbringt, hat David ein schlechtes Gewissen. „Krass, dass es ihm so arg war, den Zipfel von Sauls Gewand abzuschneiden“, meint einer aus der Runde. Dass David lieber Gott richten lassen wollte, fasziniert. Ein anderer der Bibelleser findet es spannend, dass man auch Leuten Gutes tun kann, die man nicht mag. „Die guten Taten sind dann doch wie glühende Kohle auf das Haupt des Anderen“, sinniert er. Daran entspinnt sich eine angeregte Diskussion.

Irgendwann soll es weitergehen im Text. Doch einer kann nicht mehr lesen: Akku leer. Macht ja nichts, liest eben ein anderer vor. Im Anschluss wird weiter diskutiert. Zum Schluss möchte Matze noch eine Zusammenfassung: „Was nehmen wir denn jetzt mit in die nächsten zwei Wochen?“ „Geduld haben und glauben, dass Gott handelt“, sagt einer, „ein Gespür dafür entwickeln, was von Gott ist und was nicht“, meint ein anderer. So geht es noch ein Weilchen munter hin und her. Bis dann der dritte Teil des Abends beginnt. Persönliche Gebetsanliegen sammeln. Probleme werden benannt, aber auch Gründe für Dankbarkeit. Und dann senken sich die Köpfe zum Gebet.

Normalerweise gehen die Freunde dann auseinander, freuen sich auf das Wiedersehen in zwei Wochen. Doch heute erzählen sie noch ein bisschen davon, was ihnen die Gruppe bedeutet. Es ist viel mehr als Freundschaft. Für manche ist der Hauskreis sogar ein Gottesdienst-Ersatz, der zudem noch viel persönlicher ist. Für andere ist es der Zweit-Hauskreis, der deshalb so besonders ist, weil die Singles überwiegen. Alle schätzen sie die Verbindlichkeit ihrer Treffen. Ohne den Kreis hätten sie sich wohl schon längst aus den Augen verloren. Sie wollen allerdings keine in sich abgeschlossene Gruppe Gruppe sein, ganz im Gegenteil. Sondern sie freuen sich darüber, dass sie inzwischen als Hauskreis offiziell zur Kirchengemeinde in Enzweihingen gehören; ihre Kontaktdaten sind im Gemeindebrief genannt. Und sie sind gespannt, ob nicht noch neue Interessenten dazu stoßen. ■

 

 

Information

Für Interessierte bietet die Kleingruppen- und Hauskreisarbeit immer wieder auch Seminare an. Weitere Informationen im Internet: www.missionarische-dienste.de

 

◼◼Anmeldung per E-Mail: Dagmar.Loncaric@elk-wue.de

Meinungsumfrage

Wollen Sie die Sommer- oder die Winterzeit behalten, wenn es keine Zeitumstellung mehr gibt?

Ergebnis anzeigen