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Die Helfer brauchen Hilfe - House of Ressources

STUTTGART – Hausaufgabenhilfe, Sprachunterricht, Dolmetscherdienste: Migranten-Organisationen leisten einen unverzichtbaren Beitrag für ein friedliches Miteinander. Unterstützung kommt in Stuttgart vom „House of Resources“ – doch die ist gefährdet.

Freundschaft zwischen den Kulturen und beim Konzert im Linden- Museum, wo geflüchtete Kinder in einem Chor sangen. Foto: PressebildFreundschaft zwischen den Kulturen und beim Konzert im Linden- Museum, wo geflüchtete Kinder in einem Chor sangen. Foto: Pressebild

„Das House of Resources ist kein Haus im eigentlichen Sinn“, erklärt Rolf Graser, „es ist ein innovatives Fördermodell, das kleine, ehrenamtlich tätige Migrantenorganisationen unterstützt.“ Bedarfsgerecht und anlassbezogen, wie der Vorsitzende des Forums der Kulturen und Erfinder der Einrichtung betont.

Im Forum der Kulturen am Stuttgarter Marktplatz sind 140 Migrantenvereine zusammengeschlossen. Das Fördermodell „House of Resources“, auf Deutsch „Haus der Ressourcen“, vermittelt Informationen über das Netzwerk – zu dem die Akademie Bad Boll zählt –, Weiterbildung, Räume, Geräte und hilft bei Honorarkosten.

Freundschaft zwischen den Kulturen ist das Motto eines Kinderchores, der vom Verein „Ars Narrandi“ ins Leben gerufen wurde und im Rahmen des Projekts „Der Klang der Welt“ im Linden-Museum Stuttgart aufgetreten ist. „Das House of Resources förderte das Vorhaben mit 200 Euro und brachte weitere Fördermittel durch ein Netzwerk auf den Weg“, nennt Rolf Graser als Beispiel. Oder dieses: Der Verein „Female Fellows“ setzt sich für Frauen mit Flucht- und Migrationserfahrung ein, damit sie einen Platz in der Gesellschaft finden. Ehrenamtliche helfen beim Spracherwerb, bei Behördengängen und im Alltag. „Hier haben wir die neue Website zur Werbung und Unterstützung der Ehrenamtlichen gefördert“, sagt Graser. In kurzer Zeit seien neue Helfer gewonnen worden.

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Immer wieder reichen kleine Hilfen. Wolle zum Beispiel eine Jugendinitiative einen Infostand zum Thema Covid-19 einrichten, könne das House of Resources das Mobiliar für den Stand ausleihen und bei der Gestaltung des Flugblattes helfen. Nun aber geht der Einrichtung selbst das Geld aus. Bisher als Modell durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und mit Spendenmitteln gefördert, läuft zumindest die Förderung durch das Bundesamt 2022 aus. Befristete Förderungen sind zwar üblich, können aber, wenn sie politisch gewollt sind, in eine Bestandsförderung übergehen.

Freundschaft zwischen den Kulturen. Foto: Pressebild2015 gegründet, fand das „House of Resources“ bundesweit viele Nachahmer. Seit 2016 sind 313 Initiativen mit etwa 1,6 Millionen Euro Fördermitteln unterstützt worden: Initiativen in Kultur, Bildung, Entwicklungszusammenarbeit für Geflüchtete, gegen Diskriminierung.

Konkret fehlen ab 2022 in Stuttgart 50 000 Euro für die Projektarbeit und 100 000 Euro für Personalarbeit. Und dann ist da noch die Pandemie. „Die Vereine hatten keine Möglichkeiten, mit Veranstaltungen Einnahmen zu erzielen“, sagt der Vorsitzende des Forums der Kulturen. Am bekanntesten war das immer bestens besuchte „Sommerfestival der Kulturen“, bei dem sich 60 bis 70 Vereine engagierten.

„Wir suchen verzweifelt nach Sponsoren, haben einen Antrag für den Doppelhaushalt der Kommune gestellt und hoffen zugleich aber auch auf eine langfristige Förderung durch die Bundesregierung“, sagt Rolf Graser. Das friedliche Miteinander sollte der Politik, aber auch der Wirtschaft einiges wert sein. □

◼ Informationen unter www.house-of-resources-stuttgart.de