Christliche Themen für jede Altersgruppe

Die Kraft des Gebets - Impuls zur Predigt

Lukas 18,1-8 (in Auszügen) Er sagte ihnen aber ein Gleichnis davon, dass man allezeit beten und nicht nachlassen sollte, und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der fürchtete sich nicht vor Gott und scheute sich vor keinem Menschen. Es war aber eine Witwe in derselben Stadt, die kam immer wieder zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegen meinen Widersacher! Und er wollte lange nicht. Danach aber dachte er bei sich selbst: Wenn ich mich schon vor Gott nicht fürchte noch vor keinem Menschen scheue, will ich doch dieser Witwe, weil sie mir so viel Mühe macht, Recht schaffen, damit sie nicht zuletzt komme und mir ins Gesicht schlage. Sollte Gott nicht auch Recht schaffen seinen Auserwählten, die zu ihm Tag und Nacht rufen, und sollte er bei ihnen lange warten? Ich sage euch: Er wird ihnen Recht schaffen in Kürze.

Die Kraft des Gebets

Impuls für den Vorletzten Sonntag des Kirchenjahrs: Lukas 18,1-8.

Von Regina Korn

Regina Korn arbeitet als Pfarrerin in Bad Mergentheim. Foto: Privat

Regina Korn. Pfarrerin  in Bad Mergentheim. Foto: PrivatSo viele Menschen haben seit Beginn dieses Krieges in der Ukraine um Frieden gebetet! In den Friedensgebeten, zu denen die Kirchengemeinden eingeladen haben, in der Friedensbitte „Verleih uns Frieden gnädiglich“ sonntags im Gottesdienst, zuhause für sich, beim Anzünden einer Kerze. So viele Gedanken an Menschen, die unter diesem Krieg leiden, so viel Not geklagt vor unserem Gott. Ist das alles vergebens? Unerschrocken tritt die Witwe für ihr Recht ein, beharrlich, nicht müde werdend. Sie bittet nicht, sie fordert und lässt nicht locker, obwohl sie weiß, wen sie vor sich hat. Aber sie hat keine andere Wahl. Entschlossen nimmt sie ihr Schicksal in die Hand. Der Richter ist der Einzige, der ihr zu ihrem Recht verhelfen kann, davon ist sie überzeugt. Deshalb führt an ihm kein Weg vorbei, auch wenn er Gott nicht fürchtet und Menschen nicht achtet. Die Witwe kommt immer wieder zu ihm in unermüdlicher Ausdauer. Darin zeigt sich ihre innere Stärke. Dem Richter wird sie schließlich lästig. Vielleicht ist er sogar beeindruckt von ihr?

Es gibt Situationen im Leben, da bleibt uns nur noch das Gebet. Da stehe ich allein vor meinem Gott und liege ihm mit meinem Bitten in den Ohren. Beharrlich, verwundet, mit leeren Händen. Es gibt Situationen, da bleibt mir nur das Vertrauen in Gott, dass er einen Weg finden wird, wo ich keinen Weg mehr sehe, dass er helfen kann, wo es keinem Menschen mehr möglich ist. „Der Wolken, Luft und Winden, gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann“, wie es in Paul Gerhardts tröstlichem Gedicht heißt. Und es gibt Situationen, da bleibt nur die Fürbitte für einen anderen Menschen. Ich stehe hilflos daneben und kann nichts mehr tun außer zu sagen: „Du, ich denke an dich und bete für dich.“

Eine Frau hatte ihren Sohn durch einen tragischen Unfall verloren. Wie sie jetzt noch an Gott glauben und zu ihm beten könne, wurde sie von anderen gefragt.

Innere Stärke

„Gerade jetzt brauche ich meinen Gott.“ Das sei ihre Antwort, so erzählte sie es mir. Sie gab nicht nach, von Gott alles zu erwarten, was ihr zum Leben verhälfe. Es ist eine große innere Stärke von uns Menschen, sich an den Grenzerfahrungen des Lebens an Gott wenden zu können, zu hoffen, zu beten, zu vertrauen, auch wenn alles dagegen zu sprechen scheint.

„Wir waren auf alles vorbereitet. Nur nicht auf Kerzen und Gebete.“, so wird Horst Sindermann, Mitglied des SED-Zentralkomitees, nach den Ereignissen im Herbst 1989 später zitiert. Das Gleichnis aus dem Lukasevangelium erzählt von dieser großen Kraft des Gebets, auch wenn es um die Erfahrung weiß, dass so manches Gebet vergebens bleibt.

Laub. Herz. Foto: pixabay/Cpari23autoFoto: pixabay/Cpari23auto

 

Gebet

Hier bin ich vor dir, du, mein Gott, mit allem, was mich ausmacht, mit all meiner Angst und Not im Herzen.

Sei du mir nahe.

Und sei allen anderen nahe, um die ich mir Sorgen mache.

Behüte sie und mich.

AMEN.