Christliche Themen für jede Altersgruppe

Die Sonne herbeigesungen

Glaubensweg des Gemeindeblatts ging nach Lorch

Impressionen aus Lorch: Dem Regen trotzen auf dem Gedankengang (Fotos: Dieter Skubski)

Von der „güldnen Sonne“ war am ­Morgen des 28. Juli in Lorch nichts zu sehen. Aber für Pfarrerin Cornelia Ger­stetter war das nicht schlimm. „Wir singen sie herbei“, sagte sie zu Beginn des Gottesdienstes in der Stadtkirche. Rund 150 Leserinnen und Leser des Gemeindeblatts folgten der Aufforderung und sangen kräftig.



Jürgen Kaiser bei seinem Vortrag


„Die Natur dürstet, deswegen sind wir froh, dass sie was zu trinken kriegt. Werden wir halt ein bisschen nass“, sagte auch Pfarrer Jürgen Kaiser. Der ehemalige Geschäftsführer des Evangelischen Medienhauses und Buchautor führte für das Gemeindeblatt durch den Tag. Seine Abfrage in der Kirche ergab nicht nur, dass manche Leser extra aus entfernten Orten wie Calw, Trossingen oder Wilhelmsdorf nach Lorch gekommen waren, sondern auch, dass viele das Gemeindeblatt schon seit Jahrzehnten abonnieren, manche seit über 55 Jahren. Grund zur Freude für Tobias Glawion, der sich bei seinem ersten Glaubensweg als Chefredakteur des Gemeindeblatts den Leserinnen und Lesern vorstellte.



Die gut gefüllte Stadtkirche.

Nach dem Gottesdienst machten sich einige Tapfere mit Regenschirmen und geleitet vom Lorcher Pfarrer Christof Messerschmidt auf den erst kürzlich eröffneten „Gedankengang“, der in sieben Stationen die Stadtkirche mit dem Kloster Lorch verknüpft. Erst im leichten, dann im prasselnden Regen, lernten sie unter anderem die katholische Kirche von Lorch und den Bärenbrunnen kennen. Andere nutzten die Zeit zum Mittagessen im Gemeindehaus.



M. Ernst Wahl erklärt die Pfarrerstafel.

Den ganzen Nachmittag gut besucht waren die Kirchenführungen – nicht nur, weil es dort trocken war. Denn zum einen spielte Kantorin Verena Rothaupt auf der Orgel, zum anderen erzählte M. Ernst Wahl, ehemaliger Redakteur des Gemeindeblatts, Wissenswertes über die Stadtkirche. Etwa an der Pfarrertafel, wo er unter anderem von Philipp Moser berichtete, der dem jungen Friedrich Schiller während dessen Zeit in Lorch Latein beibrachte und von ihm als Pastor Moser in „Die Räuber“ ein literarisches Denkmal gesetzt bekam.



Kantorin Verena Rothaupt führt die Orgel vor.

Friedrich Schiller, wie auch Eduard Mörike, der als Pensionär in Lorch lebte, waren natürlich bei den Stadtführungen präsent, die am Nachmittag angeboten wurden – bei stetig besserem Wetter.
Humoristischer Höhepunkt war dann Jürgen Kaisers Vortrag „Warum Schwaben zum Lachen in den Keller gehen“, der dieses Vorurteil widerlegte und die anwesenden Schwaben aus der Reserve lockte. So sehr, dass am Ende des Vortrags sogar die Sonne vom Himmel lachte. Und die Besucher nach der Abschlussandacht mit geschlossenem Regenschirm den Heimweg antreten konnten.Martin Janotta