Christliche Themen für jede Altersgruppe

Die vier Archetypen in der Bibel

In jedem Mann wirken unterschiedliche Grundkräfte. Wenn sie sich gesund entfalten, ist das Ergebnis eine stabile, ausbalancierte und kraftvolle Persönlichkeit. Der Begriff »männlicher Archetyp « stammt von dem Schweizer Tiefenpsychologen Carl Gustav Jung. Robert Moore und Douglas Gilette haben Jungs Konzept vertieft und systematisch auf die gegenwärtige Männerrollen angewandt. (R. Moore, D. Gilette : »König, Krieger, Magier und Liebhaber«, München 1992)

Sie konzentrieren sich auf die vier »Archetypen « »König«, »Krieger«, »Magier« und »Liebhaber« – auch wenn es noch weitere gibt, wie zum Beispiel den »Clown«, den »Pilger« oder den »Künstler«. Es geht um bildhafte Beschreibungen der erwähnten Grundkräfte. Meistens entfalten wir Männer nur einen oder zwei dieser Urbilder wirklich; die anderen bleiben unterbelichtet oder werden sogar abgelehnt. Und da beginnt das Problem. Übertriebene oder verdrängte Kräfte tendieren dazu, ihre »dunkle Seite« oder Schattengestalt anzunehmen und aus dem Unbewussten heraus zerstörerisch zu wirken. Gesunde Entwicklung und Entfaltung der Gesamtpersönlichkeit ist nur möglich, wenn diese inneren Kräfte einander ergänzen und kooperieren. Sehen wir uns diese vier Qualitäten näher an ...

Der König: Er integriert in sich alle anderen Archetypen, steht für Verantwortung und Führungsstärke und hält sein kleines oder großes Reich zusammen – sei es eine Familie, ein Team, eine Organisation. Der reife König ist geerdet, selbstsicher, in sich ruhend, großzügig und offen. Er fördert und fordert. Er korrigiert und ermutigt.

Moore und Gilette: »Der vollendete Archetyp des Königs besitzt die Eigenschaften der Geordnetheit, des besonnenen und rationalen Gestaltgebens, der Integration und Integrität in der männlichen Psyche. Seine Zentriertheit macht ihn zum Kanal für Vitalität, Lebenskraft und Freude. Er bringt Ausgeglichenheit und Fürsorglichkeit. Er wahrt unser Gefühl für Ordnung, unsere Integrität des Seins und der Sinnhaftigkeit, unsere primäre Gelassenheit angesichts der Frage nach unserem Wesen sowie die grundlegende Unangreifbarkeit und Selbstsicherheit unserer maskulinen Identität.« Der wahre König dient nicht sich selbst, sondern stellt seine Kraft für das Wohl der größeren Gemeinschaft zur Verfügung.

Er übernimmt nicht zuletzt die Führung im eigenen Lebensreich. Der dunkle König ist entweder ein Tyrann. Dann ist er egozentrisch in die eigene Bedeutsamkeit und Macht verstrickt, setzt andere herab und verbreitet Angst. Er geht über Leichen. Oder er begegnet als Schwächling, der nicht Herr im eigenen Haus ist, keine Verantwortung übernimmt, die Dinge laufen lässt und nicht Nein sagen kann.


Der Krieger: Achtsamkeit, Präsenz, Treue, Zielgerichtetheit, Klarheit, und Mut zeichnen ihn aus. (Foto: pathdoc-Fotolia)

Der Krieger: Dieser Archetyp steht für Mut, Konzentration und Motivation und ist bereit, sich für eine wertvolle Sache voll einzusetzen und zu handeln. Er ist zielbewusst und diszipliniert, kann Grenzen setzen und schützen. Achtsamkeit, Präsenz, Treue, Zielgerichtetheit, Klarheit, Disziplin, Mut und Durchsetzungskraft zeichnen ihn aus.

Er schützt die Gemeinschaft, der er verpflichtet ist. Der Krieger sieht Konflikten ins Auge und geht sie offensiv an. Dabei hält er seine Emotionen im Zaum. Der »spirituelle Krieger« ist bereit, das Leben für die Werte einzusetzen, die ihm heilig sind – sogar das physische Leben (Märtyrer, gewaltfreie Kämpfer wie Martin Luther King oder Gandhi).

Der dunkle Krieger manifestiert sich als Sadist oder als Masochist: Der Sadist ist herzlos, roh, brutal und führt selbst sinnlose Kämpfe ohne Rücksicht auf Verluste. Er hasst jede Form von Schwäche, besonders die eigene, und hat keinen Zugang zur eigenen Verletzlichkeit. Der Masochist hingegen ist feige, scheut Herausforderungen und Konfrontationen; er ist passiv aggressiv, kämpft ziellos und uneffektiv und gibt bald auf.

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