Christliche Themen für jede Altersgruppe

Digitalisierung als Chance - Zugang zur Kirche erleichtern

Den Menschen das Evangelium zu verkünden ist die grundlegende Aufgabe der Kirche. Hierfür muss sie mit den Menschen in Kontakt treten, und zwar auch dort, wo diese viel Zeit verbringen. Digitale Angebote können den Zugang zur Kirche und ihrer Botschaft erleichtern. Zudem ermög-lichen sie Teilhabe, verein- fachen Abläufe und erleichtern die Arbeit.

Digitaler Wandel. (Foto: sdecoret/Adobe Stock)

Unsere Kirche kann sich der Digitalisierung beinahe aller Lebensbereiche in unserer Gesellschaft nicht entziehen – dies kann keine Institution, keine relevante gesellschaftliche Kraft. Es geht nicht darum, ob Kirche bei der Digitalisierung mitmacht oder nicht. Wir lernen gerade in unserer Kirche, dass dort, wo Digitalisierung Einzug hält, sie die Kirche verändert: die Art, miteinander zu sprechen, Gemeinschaft zu erleben, die Bedeutung von weltweiter Vernetzung. Wer Digitalisierung nutzt, den verändert Digitalisierung. Welche Chancen aber bietet Digitalisierung für unsere Landeskirche?

Den Menschen das Evangelium zu verkündigen lautet der grundlegende Auftrag der Kirche. Das Evangelium von Jesus Christus soll die Menschen allerdings auch erreichen. Aber wie erreichen wir Menschen, die ihre Zeit vorwiegend online verbringen? Es ist wichtig, dass die Kirche ansprechende Formate entwickelt, um mit Menschen, die überwiegend Smartphone oder Tablet nutzen, in Kontakt zu treten und ihnen durch sinnvolle digitale Angebote den Zugang zur Kirche und ihrer Botschaft zu erleichtern.

Das gilt nicht nur für jüngere Menschen. Sie verbringen einen großen Teil ihrer Zeit im Internet mit Smartphone-Apps, in den sozialen Medien. Wer sie und andere der Kirche fernstehende Gruppen erreichen möchte, muss ihnen in der digitalen Welt entgegenkommen.

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Kirchenmitglieder sollen nicht zu Kunden oder Konsumenten christlicher Inhalte degradiert werden. Die Landeskirche möchte mit ihnen in einen echten Dialog treten, Teilhabe ermöglichen. Das ist reformatorische Freiheit 4.0. Digitale Kirche funktioniert nicht per Dekret, sondern ist ganz wesentlich eine von den einzelnen Kirchenmitgliedern gebaute Kirche, Priestertum aller Gläubigen.

» Die digitale Kirche möchte die analoge nicht ersetzen «

Mit den digitalen Medien und Plattformen bekommt die Kirche neue Werkzeuge an die Hand, um dies zu ermöglichen.

Für Kirchenmitglieder könnte durch Digitalisierung vieles einfacher werden: die Anmeldung in der Kita, Vorbereitungen von Taufe oder Trauung, Terminkalender, Raumbelegung im Gemeindehaus et cetera. Innerhalb der Verwaltung werden dadurch Abläufe für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter vereinfacht und erleichtert.

Mithilfe digitaler Technologien können Aufgaben künftig effizienter erledigt werden. Alle, die in der und für die Kirche arbeiten, sollen dies in einer Umgebung tun, die ihnen hilft, ihrem Auftrag bestmöglich nachzukommen. Das soll zum Beispiel eine neue Gemeindesoftware gewährleisten, die gegenwärtig in Kooperation mit anderen Landeskirchen entwickelt wird. Durch die Digitalisierung wird keine von der analogen Kirche losgelöste „digitale Kirche“ – eine Kirche in virtuellen Räumen – sondern vielmehr eine Ergänzung des bestehenden Angebots geschaffen werden.

„Digitale Kirche“ ist ein Sammelbegriff. Die einen denken an Gottesdienste, die im Internet übertragen werden. Andere haben christliche „Influencer“ vor Augen, die auf Instagram aus ihrem Leben berichten. Wieder andere erobern den virtuellen Raum mit Computerspielen, die die biblischen Zeiten vergegenwärtigen. Oder nutzen das „immer-dabei-Gesangbuch“, die Smartphone-App mit dem Namen „cantico“.

 

Nico Friederich ist Verantwortlicher für den Digitalen Wandel in der Landeskirche.
(F
oto: Pressebild/ Manfred Zoll)

 

Die digitale Kirche kann die analoge Kirche, wie wir sie seit 2000 Jahren kennen und leben, nicht ersetzen – das möchte sie auch gar nicht. Im Idealfall ist die digitale Kirche eine Brücke zu den Menschen, die durch die analoge Kirche nicht oder noch nicht erreicht werden.

Digitalisierung ist für unsere Landeskirche eine echte Chance. Wir sollten sie ergreifen.

 

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