Christliche Themen für jede Altersgruppe

Drehort Kirche

Die Kirche St. Michael in 6.33 Minuten? Das geht. Wie viel Planung und Einsatz dahinter stecken, zeigt sich bei einem Tag mit dem Filmteam des Evangelischen Medienhauses in Schwäbisch Hall. Ganz wichtig: Die Menschen vor der Kamera dürfen die Geduld nicht verlieren.

Der Mann in der Mitte ist Daniel Oberbillig. Er wählt mit seiner Handkamera eine ungewöhnliche Perspektive auf den Altar. (Foto: Beate Dreinhöfer)


Klaus Anthes behält seine gute Laune. „Sie sagen, was Sie brauchen, und das mache ich.“ Er steht heute im Mittelpunkt, was an sich nichts Ungewöhnliches ist, predigt der Pfarrer doch in St. Michael. An diesem Mittwoch aber ist die große Kirche so gut wie leer, abgesehen von dem vierköpfigen Fernsehteam, das aus Stuttgart nach Schwäbisch Hall gereist ist und nun Kameras, Stative und Scheinwerfer durchs Kirchenschiff trägt und Anthes von hier nach da beordert.

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Das Team des Evangelischen Medienhauses dreht für den Digitalen Glaubensweg des Gemeindeblatts einen Film über die Stadtpfarrkirche. Pfarrer Klaus Anthes kennt hier jeden Winkel, jedes Kunstwerk. Der Film wird allerdings nur wenige Minuten lang. Wie alles unterbringen? Da haben die vier genaue Vorstellungen, die sie in einen detaillierten Drehplan gegossen haben. Sie benötigen wechselnde Perspektiven, Bewegungen, sie wollen eine kleine Geschichte erzählen.

Drehen, prüfen, drehen

Die beginnt auf der Freitreppe. Klaus Anthes soll sie hochlaufen. Einmal. Zweimal. Und ein drittes Mal. Und dabei bitte nicht nach unten sehen. Was angesichts der steilen, kurzen Stufen gar nicht so einfach ist. Dann geht es am Namenspatron, dem Erzengel Michael, vorbei in die Kirche. Klaus Anthes stellt ihn vor, spricht flüssig, zeigt keine Scheu vor der Kamera, verliert nicht die Geduld. Beate Dreinhöfer, die den Drehplan im Blick behält und außerdem die Maske macht, sowie der freie Mitarbeiter Benedikt Serr gehen der Kamerafrau Martina Dippon und Regisseur Daniel Oberbillig zur Hand. Auch Mesner Daniel Marcu hilft, wo er kann.

In der Sakristei zeigt Klaus Anthes einen Schatz: den Becher, mit dem Johannes Brenz Weihnachten 1526 das erste Abendmahl in beiderlei Gestalt feierte. Sorgfältig wählt Martina Dippon den Bildausschnitt aus, kontrolliert mit Daniel Oberbillig das Bild. Denn: Was sie heute aufnehmen, lässt sich nicht mehr korrigieren. Als Zeitungsjournalistin kann man noch einmal anrufen, wenn man vergessen hat, eine Information einzuholen. Fürs Filmteam würde das bedeuten, erneut anreisen zu müssen.

Gegen 15 Uhr hat Pfarrer Anthes es geschafft, nun kommt Kathrin Renner an die Reihe. Sie steht auf der Empore. Die Vorsitzende des Kirchengemeinderats soll die Besucher des Digitalen Glaubenswegs in Schwäbisch Hall begrüßen. Dann setzt sich Kantor Kurt Enßle auf die Empore, um zwei Lieder an der Orgel zu spielen. Im Hintergrund steht seine Tasche verloren auf den Stühlen, die muss noch rasch aus dem Bild geräumt werden.

Es ist später geworden als geplant. Das Team muss in Stuttgart noch die Technik ausladen, bevor es Feierabend machen kann. Allein für die Kirchenführung mit Pfarrer Anthes haben die vier 90 Minuten Filmmaterial aufgenommen. Das muss nun auf sechs Minuten und 33 Sekunden gekürzt werden. Viel Arbeit – aber es soll ja auch gut werden. □

 

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