Christliche Themen für jede Altersgruppe

Du machst den Unterschied! - Impuls zur Predigt

Lukas 10,25-37 (in Auszügen) Da stand ein Gesetzeslehrer auf, versuchte ihn und sprach: Meister,was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Er antwortete: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber. Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber. Desgleichen auch ein Levit. Ein Samariter aber kam dahin; und als er ihn sah, jammerte es ihn und er brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn. Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste geworden dem, der unter die Räuber gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!

Du machst den Unterschied!

Impuls für den 13. Sonntag nach Trinitatis: Lukas 10,25-37.

Von Cornelius Kuttler

Pfarrer Cornelius Kuttler leitet das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW). Foto: Privat

Wollte dieser Gesetzeslehrer Jesus tatsächlich testen oder ist es eine tiefe Lebensfrage, die hinter einer theologischen Diskussion versteckt ist: Wie bekomme ich ewiges Leben? Anders formuliert: Worauf kommt es im Leben an und was trägt auch dann noch, wenn ein Lebensweg zu Ende ist?

Pfarrer Cornelius Kuttler leitet das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW). Foto: PrivatJesus lässt sich nicht auf eine theologische Diskussion im Rahmen der damaligen Denkmuster ein: Es war eine gängige Frage unter Gelehrten, wer denn mit dem „Nächsten“, den man lieben soll, gemeint sei und wer nicht. Jesus dreht die Fragerichtung um und macht deutlich: Es geht darum, wem ich die/der Nächste werden kann. Nicht: Wem sollte ich helfen? Sondern: Wer braucht mich?

Lebe Barmherzigkeit

Dass gerade ein Samariter im Gleichnis von Jesus zum rettenden Helfer wird, ist ein Affront. Waren die Samariter doch so etwas wie der Inbegriff von Gottlosigkeit und Feindschaft für alle, die in Israel etwas auf sich hielten. Jesus gibt auf die Frage des Gesetzeslehrers mit seinem Gleichnis vom barmherzigen Samariter eine persönliche Antwort: Tu desgleichen, lebe Barmherzigkeit! Um es in modernen Worten zu sagen – mach mit deinem Leben den Unterschied! Sei weitherziger und großzügiger, als man es von dir erwartet! Verändere das Leben von anderen, indem du nicht die kalte Schulter zeigst, sondern dein Herz öffnest!

Durch die Jahrhunderte hinweg werden diese Worte Jesu zu einer persönlichen Anfrage an uns: Wo stellt Gott uns Menschen in den Weg, für die wir die/der Nächste sind? Wo können wir mit unserem Leben einen Unterschied für andere machen? Der Theologe Helmut Thielicke schreibt dazu: „Ich muss bereit sein, mich durch Aufgaben überraschen zu lassen, die Gott mir heute stellt.“

Am heutigen 11. September haben die Worte von Jesus einen besonderen Klang: Weil die Terroranschläge des 11. September 2001 vor Augen halten, dass wir in einer Welt leben, in der auf schreckliche Weise nicht Barmherzigkeit, sondern Hass und Gewalt regieren. Da greifen einfache Lösungen und Appelle zu kurz. Zugleich ist es eine zentrale Frage, wie wir als Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu durch unser Leben einen Unterschied machen und Barmherzigkeit leben können – im weltweiten Kontext und im kleinen persönlichen Umfeld.

Jesus zeigt, worauf es ankommt: dass Gottes Barmherzigkeit uns berührt und wir so leben, dass wir mit unserem Leben einen heilsamen Unterschied für andere machen. Wie der Gesetzeslehrer die Worte von Jesus aufgenommen hat, erzählt die Bibel nicht. Die für uns bedeutsamere Frage ist, was dieses Gleichnis in uns anrührt.

Barmherzigkeit. Mitgefühl. Zeit haben für Senioren. Foto: Sabine von Erp, pixabayFoto: Sabine von Erp, pixabay

Gebet

Herr Jesus Christus, berühre uns mit deiner liebevollen Barmherzigkeit

und hilf, dass Deine Barmherzigkeit durch uns hindurch das Leben anderer berührt

– auch bei denen, mit denen wir uns schwertun.