Christliche Themen für jede Altersgruppe

Ein politischer Kirchentag

Von der Digitalisierung über die Integration bis zum Klimawandel – unter der Losung „Was für ein ­Vertrauen“ nimmt der 37. Deutschen Evangelische Kirchentag die Themen auf, die aktuell die gesellschaftliche Diskussion bewegen. Auch aus Württemberg kommen Mitwirkende.

Präsident des Kirchentags ist der Journalist Hans Leyendecker. (Foto: epd-bild)


„Was für ein Vertrauen“ Unter dieser Losung (2. Könige 18,19) steht der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) vom 19. bis 23. Juni in Dortmund. Die Losung ist gut gewählt. Denn unter dem Begriff „Vertrauen“ lassen sich viele aktuelle Themen behandeln. Wie ist das mit dem Vertrauen in die Politik, in die Medien, dem Vertrauen in die Wissenschaft, in die Kirche und – nicht zuletzt – dem Vertrauen in Gott? Fragen, die der Kirchentag aufnimmt. Zu rund 2000 Veranstaltungen werden mehr als 100?000 Teilnehmer erwartet.

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Natürlich ist wieder viel politische Prominenz versammelt. Kanzlerin Angela Merkel spricht zu „Vertrauen als Grundlage internationaler Politik“, Ministerpräsident Winfried Kretschmann und sein bayerischer Kollege Markus Söder diskutieren zum Thema „Was ist noch konservativ? Was ist schon rechtspopulistisch?“ und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält eine Rede zum „Zukunftsvertrauen in der digitalen Moderne“. Auch Steinmeiers Amtsvorgänger sind alle zu Gast: Christian Wulff spricht zum Islam, Horst Köhler zu Afrika und Joachim Gauck zur „German Angst“. Ebenso dabei sind Journalisten, wie Giovanni di Lorenzo („Die  Zeit“) und Dunya Hayali (ZDF), sowie Vertreter der Zivilgesellschaft, unter anderem die Klima-Aktivistin Luisa Neubauer von „Fridays for Future“. Neu ist ein „Roter Faden Migration, Integration, Anerkennung“ der sich mit rund 100 Veranstaltungen durch das Programm zieht.

Für Stephan Burghardt, Geschäftsführer des Landesausschusses Württemberg des DEKT, ist daher klar: „Dieser Kirchentag wird ein sehr politischer Kirchentag.“ Das habe auch mit dem Kirchentagspräsidenten Hans Leyendecker zu tun. Der 70-jährige Leyendecker ist einer der renommiertesten Investigativ-Journalisten Deutschlands, unter anderem deckte er 1999 die CDU-Spendenaffäre auf. Leyendecker fühlt sich dem Kirchentag schon viele Jahre  verbunden – und der Gastgeberstadt ebenso, ist er doch großer Anhänger von Borussia Dortmund.

Ein Herzensprojekt Leyendeckers ist der „Pavillon der guten Nachrichten“ – sieben Meter hoch – in dem Kirchentagsbesucher lesen können, was in vergangenen Jahrzehnten besser auf der Welt geworden ist und selbst positive Botschaften teilen dürfen. „Dortmund ist ein idealer Ort, um wesentliche Inhalte gegen eine modische und oft hysterische Untergangsstimmung zu setzen, und es wird deshalb den Kirchentag der guten Nachrichten geben“, schreibt Leyendecker im Programm.

Die westfälische Landeskirche nimmt in ihren Zentren auf, wofür Dortmund bekannt ist: im „Zentrum Wandel“ geht es um Veränderungen in der Gesellschaft, im „Zentrum Sport“ spielt natürlich der Fußball eine große Rolle, mit Fangesängen in der Kirche und Workshops zur gesellschaftlichen Verantwortung des Fußballs.

Natürlich, das gibt Stephan Burghardt zu, wirkt Dortmund als Stadt nicht so anziehend wie Hamburg oder Berlin. „Aber im Gegensatz zu Berlin wird das ein Kirchentag der kurzen Wege“, sagt er. Viele Distanzen könnten zu Fuß zurückgelegt werden.

Für das Programm fahren auch viele Württemberger nach Dortmund. So bietet der württembergische VCP (Verband christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder) im Zentrum Jugend Workshops zum Grundeinkommen und zum Klimawandel. Nachtschicht-Pfarrer Ralf Vogel aus Stuttgart begrüßt unter dem Titel „Mit Selbstvertrauen zu Weltoffenheit“ in der Kirche St. Franziskus den Moderator Frank Plasberg, den Soziologen Hartmut Rosa und die Schauspielerin Esther Schweins. Und im Zentrum Christen und Muslime erzählen Mitglieder vom „Runden Tisch der Religionen“ aus Stuttgart von ihren Erfahrungen. Ebenso dabei sind Württemberger im Kulturprogramm, von Musikern wie den „Hanke Brothers“ über das Kabarettduo „Die Vorletzten“ bis zum Figurentheater „Radieschenfieber“.


Information

Wer noch Karten kaufen möchte, kann dies unter www.kirchentag.de oder in Stuttgart an zwei Vorverkaufsstellen: Büchsenstraße 36, geöffnet montags bis freitags 10 bis 18 Uhr, sowie Haeberlinstraße 1-3, montags bis freitags 9 bis 18 Uhr. Informationen zu Gruppenfahrten: www.kirchentag-wuerttemberg.de