Christliche Themen für jede Altersgruppe

Eine erfreuliche Nachricht - Impuls zur Predigt

Sacharja 9,9-10 Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. Denn ich will die Wagen vernichten in Ephraim und die Rosse in Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde.

Eine erfreuliche Nachricht

Impuls zum Predigttext für den 1. Advent: Sacharja 9,9-10.

Von Renate Meixner

Renate Meixner ist Dekanin des Kirchenbezirks Weikersheim.Foto: Privat

Ein Mann steigt in eine Straßenbahn und sucht sich einen Platz unter den vielen Mitreisenden. Das Video, das mir diese kurze Szene vorspielt, zeigt sie mit ernsten, gedankenverlorenen Gesichtern. Der neu dazugekommene Gast konzentriert sich sofort auf sein Handy – und fängt an zu lachen. Zunächst sieht man es nur an seinen Gesichtszügen, aber dann lacht er lauthals. Die Gesichter der Mitreisenden werden lebendig. Auch sie beginnen zu lachen. Am Ende ist die ganze Straßenbahn voller Lachen.

Einer hat sie alle angesteckt mit seinem Lachen über eine erfreuliche Nachricht. Ob das wohl bei dem Propheten Sacharja auch so war, als er den Jerusalemern das Kommen des neuen Königs ankündigte? Schon einige Könige hatten sie kommen und gehen gesehen. Sie hatten ihren Versprechungen geglaubt, wurden enttäuscht, hofften auf Neues. Aber es lag immer noch so vieles im Argen.

Ein paar Jahrhunderte später kommt tatsächlich einer auf einem Eselsfüllen dahergeritten und zieht in Jerusalem ein. Sein Name ist Programm: Jesus. Das bedeutet „Gott ist Rettung“. Mit großem Freudengeschrei wird er empfangen. „Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!“ Doch es verkehrt sich bald in ein wüstes „Kreuzige ihn!“.

Aber wider Erwarten kehrt bei einigen die Freude und das Lachen zurück. Denn an Jesus hat sich bewahrheitet, was sein Name verheißt: Gott ist Rettung, selbst aus dem Tod. Es ist die Osterfreude und das Osterlachen, das Kreise zieht und Menschen angesteckt hat in Jerusalem und bis an die Enden der Erde.

Ein paar Jahrtausende später ist es Advent im Jahr 2020. Ein hoch ansteckendes Virus ist unterwegs und macht Menschen krank bis an die Enden der Erde. Nicht nur das Virus ist ansteckend, auch die Ängste und Sorgen um die Gesundheit und um die eigene Existenz ziehen Kreise. Sie werden diese Advents- und Weihnachtszeit mitprägen samt all den gebotenen Einschränkungen, Abstandsregeln und Infektionsschutzkonzepten.

Gott ist Rettung

Aber Gott hält sich nicht an Abstandsregeln. Er ist und bleibt der Kommende. Der, der auf uns zukommt auf unseren Lebenswegen und der uns nahekommt in Angst und Sorge, auch in Krankheit und Tod.

Mein Konfirmationsspruch kommt mir in den Sinn. „Christus spricht: Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an“ (Offenbarung 3,20). Beständig kommt er mir entgegen, sagen mir diese Worte. Christus lädt sich ein in mein Leben durch sein Wort und seinen Geist. Und in seiner Gegenwart werde ich angesteckt mit Hoffnung, mit Zuversicht und allem, was zum Leben hilft.

Für die kommenden Adventswochen wünsche ich mir, dass wir Menschen sein können, die einander anstecken. Nicht mit Covid-19, aber mit gutem Mut und mit Freude, so kühn das in schweren Zeiten auch klingen mag. Und der lästige Mund-Nasen-Schutz soll uns nicht davon abhalten, in unseren Gottesdiensten mit ganzem Herzen zu singen: „Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir, ja er kommt, der Friedefürst. Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem!“

Weihnachten. Weihnachtskugeln. Alles Jahre wieder. Foto: BettinaF/pixelioFoto: BettinaF/pixelio

 

Gebet

Jesus Christus, komm, damit Friede werde, wo Unruhe ist,

damit Zutrauen wachse, wo die Angst nach uns greifen will,

damit Freude uns erfülle, wo Sorgen uns zu überrollen drohen.

Jesus Christus, komm!

 

Renate Meixner ist Dekanin des Kirchenbezirks Weikersheim.

Das Buch, das vom Kirchenjahr erzählt und es erklärt

Die Feste des Jahres, Ostern, Himmelfahrt, Weinachten oder Pfingsten sind Lebensschätze - wenn man nur wüsste, worum es dabei ginge.

Der Schriftsteller und ev. Theologe Uwe Metz befreit die Feste des Jahres humorvoll von allem äußeren Anschein und erklärt, was es tatsächlich mit ihnen auf sich hat. Schokolade - so viel sei gesagt -spielte bei ihrer Entstehung so gut wie keine Rolle.

Ein anregendes Familienbuch für Leser von 11 bis 99 Jahren.

Uwe Metz
Weihnachtsmann Osterhase ...
alles nur Schokolade?

Edition Gemeindepresse
14,95 €