Christliche Themen für jede Altersgruppe

Eine ganz andere Weisheit- Impuls zur Predigt

1. Korinther 2,1-5 Auch ich, meine Brüder und Schwestern, als ich zu euch kam, kam ich nicht mit hohen Worten oder hoher Weisheit, euch das Geheimnis Gottes zu predigen. Denn ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, ihn, den Gekreuzigten. Und ich war bei euch in Schwachheit und in Furcht und mit großem Zittern; und mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten der Weisheit, sondern im Erweis des Geistes und der Kraft, auf dass euer Glaube nicht stehe auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft.

 

Eine ganz andere Weisheit

Impuls für den 2. Sonntag nach Epiphanias: 1. Korinther 2,1-10.

Von Kirsten Huxel

Kirsten Huxel ist Pfarrerin in Satteldorf und außerplanmäßige Professorin für Systematische Theologie in Tübingen.

Aus Paulus‘ berühmtem Diktum, dass die Weisheit der Welt Torheit vor Gott ist, wurde in unserer Kirche häufig vorschnell eine prinzipielle Vernunftkritik und Wissenschaftsskepsis abgeleitet. Hierdurch wird der Glaube jedoch in einen problematischen Gegensatz zu vernünftigem Denken und wissenschaftlicher Erkenntnis gerückt, der auch in der gegenwärtigen Impfdebatte wieder eine Rolle spielt. Es ist daher wichtig zu verstehen, dass Paulus hier keineswegs ein Plädoyer für den Irrationalismus hält, sondern auf die Unverfügbarkeit und Unüberbietbarkeit der christlichen Wahrheit hinweist. Diese Wahrheit kann nur in menschlicher Schwachheit authentisch bezeugt, aber niemandem zwingend demonstriert werden.

Kirsten Huxel ist Pfarrerin in Satteldorf und außerplanmäßige Professorin für Systematische Theologie in Tübingen. Foto: PrivatAls Paulus sein altes Leben zurücklässt und Christ wird, hat er sich zwischen alle Stühle gesetzt, auf denen ein gebildeter Jude seiner Zeit hätte vernünftigerweise Platz nehmen können. Denn an den gekreuzigten Christus sein Leben zu hängen ist in den Augen seiner jüdischen Herkunft ein gotteslästerliches Ärgernis und in den Augen der griechischen Weisheit eine naive Torheit. Dennoch hat es sich Paulus zur Aufgabe gesetzt, sowohl seine jüdischen Glaubensgeschwister als auch die griechischen Gottessuchenden an die Wahrheit heranzuführen, die ihm selbst in seinem Bekehrungserlebnis aufgegangen ist. Damals vor Damaskus hatte er urplötzlich die Bedeutung Jesu als Sohn Gottes erkannt. Paulus gibt sich seit diesem Schlüsselerlebnis nicht damit zufrieden, lediglich sein eigenes Leben umzukrempeln, sondern will auch seine Mitmenschen in das Geheimnis der Offenbarung einweihen. Er will ihnen deutlich machen, dass Christus kein gescheiterter Größenwahnsinniger ist. Er ist auch kein naiver Wanderprediger, der nicht auf der Höhe der Bildung seiner Zeit gewesen ist. Sondern in Jesus begegnet uns die Weisheit in Person. Diese Weisheit ist anders als alle Weisheit der Theologen- und Philosophenschulen.

Überwältigende Kraft des Geistes

Sie gewinnt die Herzen nicht durch rhetorisches Geschick, kunstvolle Dialektik oder politische Macht, sondern durch die überwältigende Kraft des Geistes. Die Weisheit Jesu kommt erstaunlich schlicht, volksnah und demütig daher. Und doch begegnet uns in ihr nichts weniger als die Wahrheit, wie sie von Anbeginn war und auf ewig Bestand haben wird. Jesu Worte und Taten offenbaren den verborgenen Willen Gottes. Dieser liegt jetzt so klar und deutlich vor Augen, dass alle Welt es sehen kann, wenn sie nicht verblendet ist: Siehe, das ist der Mensch! So soll er leben – in Liebe und Gerechtigkeit. Ihr könnt und sollt jetzt zwar weiterhin nach Wissen und Weisheit streben, aber dem Geheimnis der Welt werdet ihr doch nirgends näherkommen als im Angesicht des Gekreuzigten.

Himmel. Gebet. Foto: Fotorech, pixabayFoto: Fotorech, pixabay

Gebet

Herr, lass uns im Angesicht Christi erkennen, wie wir sein dürfen und werden sollen vor dir.


Schenke uns die Weisheit deiner Liebe.


Lass sie uns zur Gerechtigkeit werden.


Heilige und erlöse uns in Christus, damit wir dich schauen in Herrlichkeit.