Christliche Themen für jede Altersgruppe

Eine Gebetsmauer zu Ostern - Osterweg Dusslingen

DUSSLINGEN (Dekanat Tübingen) – Der Ideenreichtum des ganzes Orts steckt in dem Osterweg, der in diesem Jahr Premiere hat. 19 Gruppen von den Kirchengemeinden bis zum Sportverein, vom Kindergarten bis zum Gartenbauverein, haben sich daran beteiligt. Wer sich auf den Weg macht, erlebt eine ungewöhnliche Form der Verkündigung.

Dieter Jäger, Paul-Gerhard Schneider, Kathrin Bohnenberger, Silke Hornung, Thomas Hölsch (von links). Foto: Wolfgang AlbersDieter Jäger, Paul-Gerhard Schneider, Kathrin Bohnenberger, Silke Hornung, Thomas Hölsch (von links). Foto: Wolfgang Albers

Das wird spannend. Selbst für Paul-Gerhard Schneider, einen der Organisatoren des Dußlinger Osterweges. Was es da zu sehen geben wird, weiß er selber nicht so genau. Das ist jetzt keine schlechte Planung, sondern Konzept: 19 Gruppen gestalten diesen Weg, und was sie im Einzelnen so präsentieren, ist eben auch eine Oster-Überraschung.

Der Osterweg ist eine Premiere in Dußlingen. Eine sehr willkommene, sagt Bürgermeister Thomas Hölsch. Woran man gleich sieht: Der Osterweg ist nicht nur eine kirchliche Angelegenheit. Die kommunalen Kindergärten machen genauso mit wie die Bürgerstiftung, die Grundschule oder Vereine. „Das ist ein sehr gutes Miteinander“, freut sich der Bürgermeister. Und darüber, dass nach zwei Jahren Pandemie mal wieder etwas geboten ist im Ort. Entstanden ist die Idee im Ökumene-Kreis. „Schön, dass wir ein gemeinsames Projekt hinbekommen“, sagt Paul-Gerhard Schneider, der für die Mennoniten spricht. Ebenso dabei sind die Neuapostolische Kirche, die Methodisten, die Katholiken und die Evangelische Kirche.

So können sich 19 Stationen anlaufen lassen, quer über den Ort verteilt. Man wird hoch über dem Ort an der evangelischen Kirche stehen, einem gotischen Bau mit weiter Sicht über den Ort und hinüber zur Blauen Mauer der Alb.

Evangelische Kirche Dussllingen. Foto: Wolfgang AlbersKatholische Kirche Dussllingen. Foto: Wolfgang Albers

 Evangelische, katholische und methodistische Kirche –  sind mit Stationen vertreten. Foto: Wolfgang Albers

Oder vor demEvangelisch Methodistische Kirche Dusslingen. Foto: Wolfgang Albers strahlenden Weiß der modernen katholischen Kirche. Im Schlosshof oder auf dem Deckel über dem B27-Tunnel. An einem Brunnen oder im Pfarrhauskeller. „Jetzt entdeckt man Dußlingen mal aus einem anderen Blickwinkel“, ist sich Thomas Hölsch sicher.

So unterschiedlich die Stationen gestaltet werden – einen gewissen Rahmen gibt es. Überall weisen Tafeln mit Bildern auf ihr Anliegen hin. Und von überall kann man sich per QR-Code mit dem Smartphone in Erzählungen von Hans-Jörg Ostermayer einklinken.

Der Osterweg soll Traditionen lebendig werden lassen. Deshalb ist zum Beispiel der Trachtenverein Museumsfreunde dabei. Damit der Weg für Kinder attraktiv ist, bietet der Trachtenverein Eierfärben an und stellt sogar einen Kükenbrut-Apparat auf. Die Sportfreunde Dußlingen, deren Station der Einzug in Jerusalem ist, planen etwas mit einem Plastik-Esel.

So ist also ein bisschen schon bekannt – etwa, dass man beim Gartenbauverein (Thema: Das Leben blüht) ein Holzkreuz bepflanzen kann. Die Mennoniten wollen eine Gebetsmauer errichten, deren Steine man mit Anliegen beschreiben kann. „In die Stationen ist viel Kreativität aus dem Dorf eingeflossen“, sagt Paul-Gerhard Schneider. „Das ist das Schöne dran.“

„Mal was Neues“ sei dies, sagt Thomas Hölsch. „Das führt dazu, dass die Leute ins Mitmachen und Denken kommen.“ Und es sei ein anderer Weg der kirchlichen Verkündigung, sagt Paul-Gerhard Schneider: „Die Kirche geht beim Osterweg zu den Leuten, die Leute müssen nicht in die Kirche gehen.“

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Die Stationen sind vom 9. bis 24. April aufgebaut. Es gibt online eine Karte und einen Flyer, auch mit Informationen über Zusatzprogramme wie Andachten oder ein Friedensgebet.

Mehr unter www.evangelische-kirche-dusslingen.de