Christliche Themen für jede Altersgruppe

Eine weltweite Verbundenheit - Stimmen aus Irland, Südafrika und den USA

Pfingsten ist das Fest des gegenseitigen Verstehens. Wie wichtig das ist, wird in der Zeit der Corona-Krise deutlich, wo Menschen überall auf der Welt ähnliche Erfahrungen machen. Stimmen aus Irland, Südafrika und den USA.

Verbundenheit. Foto: Unsplash/ perry groneVerbundenheit. Foto: Unsplash/ perry grone

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat sich das Leben für uns alle massiv verändert. Wir müssen uns auf viele neue Situationen einstellen und gleichzeitig auf vieles, was uns lieb ist, verzichten. Langsam gibt es zwar eine Rückkehr in den Alltag – jedoch nur unter Einhaltung hoher Auflagen. Corona wird oft nur aus dem Blickwinkel der Angst und des Mangels betrachtet. Kann es auch eine andere Perspektive geben?

Ob in Afrika, Europa, Asien oder Amerika: Überall auf der Welt sind Menschen von Corona betroffen und dadurch miteinander verbunden. Wir können uns weltweit mit Menschen austauschen, Gedanken teilen und voneinander lernen. Das Virus zeigt: Es gibt kein „die anderen“, sondern nur ein „wir“. Diese weltweite Verbundenheit war auch schon vor Corona da, aber der Blick für diese Verbindung und die Bereitschaft, sich auf dieses unsichtbare Band einzulassen, hat uns oft gefehlt.

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Pfingsten ist für Christen das Fest des Heiligen Geistes. Die Apostelgeschichte berichtet, wie den Jüngern Jesu „Zungen wie von Feuer“ erschienen, wie sie so mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden und begannen, in fremden Sprachen zu reden und sich untereinander auszutauschen und als Gemeinschaft zu verstehen. Pfingsten als Wunder der Kommunikation – könnte dies vielleicht auch für Corona gelten?

 

Nelli Schmidt lebt seit mehreren Jahren in Irland und arbeitet dort als Fotografin.

Nelli Schmidt, Fotografin, Irland. Foto: PrivatNelli Schmidt, Fotografin, Irland. Foto: Privat

Nelli Schmidt lebt seit mehreren Jahren in Irland und arbeitet dort als Fotografin. Von einem Tag auf den anderen sind ihr alle Aufträge weggebrochen. Zum ersten Mal in ihrem Leben spürte sie Angst: „Nachdem ich das erkannt hatte, suchte ich bewusst nach einer Möglichkeit, wie ich mit diesem Gefühl sinnstiftend umgehen kann. Ich kam schließlich auf die Idee, ‚Lockdown-Fotoshootings‘ anzubieten: Menschen aus der ganzen Welt können sich mit mir für einen Fototermin via Zoom verabreden. Kostenlos. Mir geht es hier nicht um Profit. Ich möchte vielmehr für die Menschen und mich selbst eine schöne Erinnerung an Corona erschaffen. Das Virus hat mich gelehrt, jetzt noch achtsamer im Umgang mit mir selbst und meinen Mitmenschen zu sein. Was brauche ich? Was tut meinem Umfeld gut? Ich bin mir sicher, dass Eigenverantwortung der Schlüssel für unsere gemeinsame Zukunft ist!“

 

Hanni Heinrich, Journalistin, pendelt zwischen Deutschland und Südafrika

Hanni Heinrich, Journalistin, pendelt zwischen Deutschland und Südafrika. Foto: PrivatHanni Heinrich, Journalistin, pendelt zwischen Deutschland und Südafrika. Foto: Privat

Hanni Heinrich lebt in Südafrika und in Deutschland. Zurzeit befindet sie sich in Kapstadt und arbeitet dort als Journalistin. Auch sie fühlt sich im täglichen Leben mit den Menschen verbundener als jemals zuvor: „Wirklich jeder sammelt und spendet in Kapstadt. Ob Kleider und Essen oder auch finanzielle Unterstützung, jeder macht mit und gibt, so viel er kann. Für mich entsteht Verbundenheit durch gemeinsame Erfahrungen – sei es das gemeinsame abendliche Applaudieren für Pflegekräfte oder auch das gemeinsame Sammeln von Spenden!“

 

Alice Lauren Lee ist Regisseurin und lebt in New York City

Alice Lauren Lee, Regisseurin in den USA. Foto: Tina TansekAlice Lauren Lee, Regisseurin in den USA. Foto: Tina Tansek

Alice Lauren Lee ist Regisseurin und lebt in New York City. Auch dort sind die Menschen seit mehre-ren Monaten in Quarantäne: „Seit dem Ausbruch von Corona sind wir in unserem Wohnhaus noch stärker miteinander vernetzt. Wir helfen uns gegenseitig bei den Einkäufen. Ich stelle unserer Nachbarin täglich ein warmes Essen vor die Tür, da sie für sich selbst nicht mehr kochen kann. Ich hoffe, dass wir Corona in Zukunft als die Zeit in Erinnerung behalten werden, die uns verdeutlicht, dass wir eine Gemeinschaft sind, die nur im Miteinander bestehen kann. Letztlich wollen wir doch alle dasselbe: einen sauberen Planeten, liebevolle Beziehungen und erfüllende Lebenserfahrungen. Und dieses Ziel erreichen wir nur gemeinsam und nicht gegeneinander.“

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