Christliche Themen für jede Altersgruppe

Ferienzeit ist Bücherzeit - Buchempfehlungen der Redaktion

Im Sommer bei schönem Sonnenwetter im Freien sitzen mit einem guten Buch – das klingt nach Urlaub und Entspannung.

Die langen Sommertage lassen sich wunderbar zum Lesen nutzen. Foto: Pixel-Shot/Adobe StockDie langen Sommertage lassen sich wunderbar zum Lesen nutzen. Foto: Pixel-Shot/Adobe Stock

Die Redaktion des Gemeindeblatts stellt Ihnen dazu auf diesen Seiten ihre Favoriten vor.
Viel Spaß beim Stöbern und Lesen!

Handeln statt heulen

Geht es um das Thema „Zukunft der Kirche“, ist der aus Backnang stammende Autor Erik Flügge nicht nur ein gefragter Redner, sondern auch ein erfrischender Schreiber. Die Forderung des Politikberaters und bekennenden Katholiken: Die Kirche muss sich wieder neu erfinden – so wie vor 500 Jahren. Dank Schmunzelfaktor sind die knapp 100 Seiten schnell und leicht gelesen. Aber Vorsicht: Flügges gewitzte und scharfzüngige „Thesen für einen mutigen Protestantismus der Zukunft“ haben Potential zu Risiken und Nebenwirkungen für das Selbstbewusstsein evangelischer Christen.

◼ Erik Flügge: Nicht heulen, sondern handeln. Kösel Verlag 2019, Taschenbuch, 96 Seiten, 12 Euro.

 

 

Reise durch ein Leben

Hanns Zischler führt seine Leserinnen und Leser in ein fränkisches Dorf der 60er-Jahre. Dort besucht die junge Elsa die 84-jährige Pauline. Elsa befragt sie, Pauline holt Dokumente hervor – die liebevoll im Faksimile gedruckt sind – und erzählt. So fächert sich ein Leben auf, das nach New York führt, nach Uppsala und durch Asien bis auf die russische Halbinsel Kamtschatka, wohin Pauline ihren sehr viel älteren Geliebten auf seinen Forschungsreisen begleitete. Dies alles schildert Zischler in einer ruhigen, poetischen Sprache und mit vielen Anknüpfungen an andere Autoren. Antje Schmitz

◼ Hanns Zischler: https://buchhandlung-eva.de/der-zerrissene-brief.htmlDer zerrissene Brief. Verlag Galiani Berlin 2020, Hardcover, 272 Seiten, 20 Euro.

 

 

Wie viel PS hat ein Pferd?

In diesem Buch geht es trotz des Titels nicht um Christentum und Atheismus. Stattdessen bekommen die Leser in kleinen Portionen Antworten auf „Fragen, die uns bewegen (oder auch nicht)“. Beispielsweise: Wie viel PS hat ein Pferd? Manchmal bringen die Tiere nämlich bis zu 20 Pferdestärken zusammen. Oder wer hat die Glückskekse erfunden? Die Chinesen jedenfalls nicht. Thomas Lenz bringt das Wissen humorvoll und unterhaltsam unter die Leute. Aber Vorsicht: Wer sich akademische Fachbegriffe erhofft, ist hier falsch, denn teils kommt recht derbe Sprache zum Einsatz. Nico Bähr

◼ Thomas Lenz: Kaum zu glauben. Tennemann Verlag 2015, Taschenbuch, 203 Seiten, 14,95 Euro.

 

Psychologisch spannend

Henning leidet unter Panikattacken. Sie überfallen ihn tagsüber auf dem Fahrrad, oder auch nachts, wenn er im Bettt neben seiner Frau Theresa liegt, die für seine Anfälle zunehmend wenig Verständnis zeigt. Dass die psychischen Ausnahmezustände des Familienvateres Anzeichen für permanente Überforderung sein könnten, ahnt man als Leser früh. Was für eine gravierende Erfahrung aus seiner Vergangenheit dabei eine Rolle spielt, darauf führt Juli Zeh mit spannenden Schilderungen und in Rückblicken behutsam hin. Man mag das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Franciska Bohl

◼ Juli Zeh: Neujahr. btb Verlag 2018, Hardcover, 192 Seiten, 20 Euro.

 

 

Echt ungewöhnlich

Manchmal denkt man, im Leben alles schon einmal gehört zu haben. Die deutsch-israelische Familiengeschichte von Lisa Welzhofer jedoch ist etwas ganz Eigenes, sehr Ungewöhnliches, Überraschendes. Ohne übertriebenes Pathos erzählt die Autorin, wie sie nach dem frühen Tod ihrer Mutter auf die Suche nach ihrem Vater geht, den sie nicht kennt. Ein Tagebuch verrät, dass er aus Israel kommt. Sie sucht ihn dort und findet ihn, mit Folgen für sein und ihr eigenes Leben. Kibbuzkind ist ein bewegendes Buch, das stets den Ton trifft und keine Sekunde langweilig wird.

◼ Lisa Welzhofer: Kibbuzkind. Edition Chrismon 2018, Taschenbuch, 160 Seiten, 14 Euro.

 

 

Ergreifend und tröstlich

Als im Sommer 1920 im nordenglischen Oxgodby ein Fremder aus dem Zug steigt, weiß bereits das ganze Dorf über ihn Bescheid. Tom Birkin ist der Restaurator, der ein Wandgemälde in der kleinen Kirche der Methodistengemeinde freilegen soll. Je näher der traumatisierte Kriegsveteran dem mittelalterlichen Meisterwerk kommt, desto näher kommt er auch sich selbst. Langsam gelingt es Tom Birkin, sich der Welt wieder zu öffnen, und der Monat auf dem Land wird ein Monat der Heilung. J. L. Carr erzählt auf unaufgeregte Weise eine stimmige und bezaubernde Geschichte. Claudia Hilsenbeck

◼ J. L. Carr: Ein Monat auf dem Land. Dumont Verlag 2016, Taschenbuch, 158 Seiten, 10 Euro.

 

Von wegen gute alte Zeit

Wehe, wenn in Brinkebüll einer die Mittagsstunde stört. Da wollen die Bauern in dem nordfr iesischen Dorf ihre Ruhe haben. Doch die Mittagsstunde ist ebenso die Zeit der Geheimnisse, in der die Wunderlichen und Außenseiter unterwegs sind. Die anderen nehmen dagegen mit grimmigem Humor hin, was ohnehin nicht zu ändern ist. Die Flurbereinigung der 1960er-Jahre zum Beispiel, die das Dorf ins Mark trifft. Ein melancholischer und lebenskluger Roman, der gegen die Verklärung der guten alten Zeit immun ist und ihr doch ein Denkmal setzt. Dorothee Schöpfer

◼ Dörte Hansen: Mittagsstunde Penguin Verlag 2018, Hardcover, 320 Seiten, 22 Euro.

 

 

Nachhaltig erfolgreich

Eigentlich wollte Antje von Dewitz zu einer gemeinnützigen Organisation, um die Welt zu verändern. Doch dann stieg sie ein in das Unternehmen, das ihr Vater aufgebaut hat: Vaude, der Outdoor-Ausrüster bei Tettnang. Die Fasern für Funktionskleidung werden gewöhnlich aus Rohöl gewonnen, von Dewitz setzt auf nachwachsende Rohstoffe wie Holz und nachhaltige Produkte. Auch sonst hat sie das Unternehmen umstrukturiert: innovative Arbeits- und Arbeitszeitmodelle, Kinderbetreuung, Biokantine und vieles mehr. Inspirierend erzählt die Autorin, wie das gelang.

◼ Antje von Dewitz: Mut steht uns gut! Benevento Verlag 2020, Hardcover, 192 Seiten, 20 Euro.

 

Kampf um Wörter

Früher war mehr Lametta? Nicht, wenn es nach dem Allgemeinen Deutschen Sprachverein gegangen wäre. Der mahnte 1912, das italienische Wort durch eine urdeutsche Bezeichnung wie „Christkindleins Haar“ zu ersetzen. Eines der vielen Beispiele in diesem Sachbuch, wie der Verein im Kaiserreich für eine „reine“ deutsche Sprache ohne Fremdwörter kämpfte. Der Germanist Karl-Heinz Göttert zeigt in seiner Studie, wie aus dieser Mission durch übersteigertes nationalistisches Sendungsbewusstsein ein bizarrer Hass auf alles Fremde erwuchs, der letztlich nicht bei Wörtern stehen blieb. Martin Janotta

◼ Karl-Heinz Göttert: Die Sprachreiniger. Propyläen Verlag 2019, Hardcover, 368 Seiten, 24 Euro.

 

 

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