Christliche Themen für jede Altersgruppe

Friedlich und ohne Hass

Er wurde nur 39 Jahre alt. Doch seinen Traum, dass weiße und schwarze Menschen gleiche Rechte haben, kennt jedes Kind. Am 4. April 1968 wurde der amerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King in ­Memphis erschossen. Seine Vision berührt noch heute.

Martin Luther King
Martin Luther King

Keiner, der 1963 den Sternmarsch von Bürgerrechtlern zum Washingtoner Lincoln-Denkmal am Bildschirm miterlebte, wird diese Demonstration vergessen: 250?000 Afroamerikaner und Weiße, die anständige Wohnungen, gerechte Löhne und das Ende der Rassentrennung forderten und die alten Spirituals der schwarzen Sklaven sangen. Unvergessen, wie Martin Luther King seine Vision von einer guten Zukunft beschrieb: „Ich habe einen Traum, dass eines Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Söhne früherer Sklaven und die Söhne einstiger Sklavenhalter miteinander am Tisch der Gerechtigkeit sitzen werden. Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilen wird.“

Pastor King war zu diesem Zeitpunkt längst die Führungs- und Symbolfigur der Bürgerrechtsbewegung. Die Kraft, andere zu überzeugen, bezog er aus einem leidenschaftlichen Glauben. Dabei war ihm die Bibel eine empörende Lektüre: „Vor zweitausend Jahren sagte eine Stimme aus Betlehem, dass alle Menschen gleich sind. Sie sagte, Recht werde triumphieren. Jesus von Nazaret schrieb keine Bücher, er besaß kein Eigentum, das ihm Einfluss verlieh. Er hatte keine Freunde an den Höfen der Mächtigen. Aber er änderte den Kurs der Menschheit mit den Armen und Verachteten.“

Am Ende des gewaltlosen Widerstandes ersehnte der Baptistenpastor nicht den Sieg der Schwarzen über die Weißen, sondern das friedliche, von Vernunft und Gerechtigkeit bestimmte Zusammenleben beider Rassen.  „Wenn wir vergeben“, sagte King, „so bedeutet das nicht, dass wir so tun, als wäre nichts geschehen, oder dass wir eine böse Tat nicht mehr beim Namen nennen. Vielmehr bedeutet es, dass eine böse Tat nicht mehr als Barriere die Verbindung stört.“

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Welche Kraft in dieser Haltung steckt, wurde 1965 bei der Demonstration von Birmingham deutlich. Betend und singend marschierte eine Gruppe Afroamerikaner, geführt von ihren Geistlichen, auf eine Polizeitruppe zu, die kurz zuvor ihre Hunde auf demonstrierende Kinder gehetzt und fast 1000 von ihnen verhaftet hatte. Entgeistert musste der für seine Brutalität berüchtigte Einsatzleiter der Polizei feststellen, wie seine Männer vor der betenden Menge zurückwichen.

Begonnen hatte die Bewegung in Montgomery, einer Bastion der Rassentrennung. Als die afroamerikanische Näherin Rosa Parks 1954 verhaftet wurde, weil sie sich geweigert hatte, einem weißen Fahrgast im Bus Platz zu machen, begannen die Schwarzen, sich zu wehren. 381 Tage lang gingen sie zu Fuß oder fuhren per Anhalter. Zum Schluss war das Busunternehmen am Rand des wirtschaftlichen Ruins. Das Oberste Bundesgericht der Vereinigten Staaten erklärte die Rassentrennung in Bussen für verfassungswidrig. Aus dem Bürgerrechtskomitee erwuchs eine Bewegung, die den ganzen amerikanischen Süden erfasste.

Pastor King, 26 Jahre alt, war damals gerade neu nach Montgomery berufen worden und hatte sich wie selbst­verständlich an die Spitze der Boykottbewegung gesetzt. Seine Gegner versuchten vergeblich, ihm etwas anzuhängen, aber King kämpfte weiter, 13 Jahre lang.

Doch dann wurde er am 4. April 1968 beim Streik von schwarzen Müllarbeitern in Memphis erschossen. Der mutmaßliche Täter, ein junger Weißer, soll drei Stunden lang mit einem Zielfernrohrgewehr auf ihn gewartet haben. Prominente Bürgerrechtler halten den als Todesschützen verurteilten James Earl Ray für unschuldig.

Der Sarg des 39-jährigen Baptistenpfarrers wurde auf einem Bauernkarren, den ein Maultiergespann zog, zum Friedhof gefahren. Es war das traditionelle Begräbnis der armen Südstaatler und entsprach ganz dem Wunsch Martin Luther Kings. 

Veranstaltungstipp zu Martin Luther King

"Martin Luther King - Gewaltfrei gegen Rassimus" ist Titel eines Vortrags:

Wann: 21 März 2018 um 19 Uhr

Wo: Volkshochschule Leonberg, Neuköllnerstr. 2 in Leonberg-Eltingen

Eintritt: 5 Euro

Weitere Infos unter Volkshochschule Leonberg oder der Telefonnummer 07152-309930.

Filmtipp: Selma (2015)

Als am 17. Februar 1965 ein Schwarzer von der Polizei niedergeschossen wird und anschließend seinen Verletzungen erliegt, explodiert der Unmut über systematische Diskriminierungen. Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. (David Oyelowo) will das nicht hinnehmen und einen Protestmarsch von der Stadt Selma nach Montgomery organisieren. Doch sein Vorhaben wird erschwert: Präsident Lyndon B. Johnson (Tom Wilkinson) ist nur schwer zu überzeugen und wiegelt mit dem Argument ab, dass das Problem der Schwarzen nicht so wichtig sei. Und George Wallace (Tim Roth), Gouverneur von Alabama, geht sogar noch weiter und will alle Bemühungen von King und seinen Anhängern sabotieren. Zu allem Überfluss muss sich King auch noch privaten Problemen stellen, als plötzlich Anschuldigungen laut werden, er wäre seiner Frau (Carmen Ejogo) untreu gewesen...

Ich habe einen Traum - Martin Luther King - Brunnen Verlag

Gut vierzig Jahre ist es her, dass Martin Luther King, der Vorkämpfer der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA, von Gegnern erschossen wurde.

Klaus Dieter Härtel vermittelt auf lebendige und anschauliche Weise Einblick in die Lebensgeschichte des berühmten Baptistenpastors: seine Kindheit in Georgia, seine Erfahrungen mit Gewalt und Ungerechtigkeit im Alltag, seine visionären Reden, in denen er zum Frieden unter den Menschen, egal welcher Hautfarbe, aufrief. Dieses Buch schildert Anfänge und Entwicklung seiner Bewegung der Gewaltlosigkeit. King wird nicht nur als Führer einer politischen Bewegung vorgestellt, sondern auch als Mensch und verantwortlich handelnder Christ. Im Anhang ein Interview mit Martin Luther Kings ältestem Sohn Martin Luther King III zur Präsidentenwahl von Barack Obama.

Martin Luther King: Ich habe einen Traum von Klaus Dieter Härtel, erschienen im Brunnen Verlag, 140 Seiten, ISBN 9783765533426.

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