Christliche Themen für jede Altersgruppe

Für die Eltern einspringen - Weihnachtsspende für eva Projekt

Manche Eltern können sich nicht so um ihre Kinder kümmern, wie es sinnvoll und nötig wäre. Kinder und Jugendliche leben deshalb in Wohngruppen, meist in der Nähe ihrer Familie. Bei Aktionen außerhalb der Schule lernen sie vieles fürs Leben, beispielsweise auch im Urlaub.

Freunde. Freundschaft. Foto: Dimhou, pixabayFoto: Dimhou, pixabay

„Wir lieben unsere Kinder, aber ich schaffe es einfach nicht, morgens aufzustehen und sie für Kindergarten und Schule vorzubereiten.“ Sätze wie diesen hat Michaela Angerer von der Evangelischen Gesellschaft (eva) nicht nur einmal gehört. Oft seien es psychische Erkrankungen, die Müttern und Vätern die Kraft zum Leben nehmen. „Auch Armut macht eine Menge lähmenden Stress“, sagt die Leiterin der Dienste für Kinder, Jugendliche und deren Familien in Stuttgart. Für sie sind Eltern die Experten für ihre Kinder. „Wir können aber unterstützen und helfen.“

Weil Kinder ein Recht darauf haben, gesund aufzuwachsen gibt es es betreute Wohngruppen. „In jedem Stuttgarter Stadtteil haben wir Wohngruppen, das ist nicht in allen Städten so, darauf sind wir stolz“, sagt Angerer. Das bedeute, dass Kinder und Jugendliche nach Absprache mit dem Jugendamt weiter familiennah leben können. Dadurch können Mütter und Väter oder Großeltern ihre Kinder selbst ins Bett bringen.

Im Oktober lebten laut Statistischem Bundesamt 122 660 Kinder und Jugendliche in Deutschland in Wohngruppen. Anna (Name geändert) ist eine von ihnen. Diesen Sommer war sie im Urlaub. „Richtig im Ausland“, schwärmt die 10-Jährige. Bisher kannte Anna „Urlaub im Ausland“ nur von den Erzählungen der Schülerinnen und Schüler ihrer Klasse. Doch dieses Jahr konnte sie gemeinsam mit den Mitbewohnern ihrer Wohngemeinschaft nach Kroatien fahren, zum Zelten. Im Meer schwimmen, die Sonne genießen – Anna ist noch immer begeistert.

„Viele unserer Bewohnerinnen und Bewohner waren noch nie im Urlaub“, sagt Michaela Angerer. Es fehle schlichtweg das Geld. Nicht am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können – und dazu zählen neben dem Urlaub auch Musikschule, Tanzgruppe, Sportverein – isoliere, mache traurig, oder aggressiv.

In Stuttgart gibt es bei der eva 74 Plätze in elf Wohngruppen. Es gibt eine Wohngruppe nur für Mädchen, die auf dem Weg in die Selbstständigkeit sind und zwei Wohngruppen, in denen auch die Eltern leben dürfen.

In der Nähe der Familie wohnen

In der Öffentlichkeit ist der Begriff „Heim“ noch gebräuchlich. Doch die Kinder und Jugendlichen wehren sich, wollen nicht als „Heimkinder“ stigmatisiert werden. Manche verschweigen, dass sie nicht in der Familie leben, können dann auch niemanden in ihre Wohngruppe einladen. „Umdenken ist nötig, das Thema wird jetzt auch im Bundestag besprochen“, sagt Michaela Angerer. Es geht um einen anderen pädagogischen Stil, der die Würde des Kindes in den Mittelpunkt rückt. Dieser sei auch durch die Professionalität der Fachkräfte gewährleistet. „Sie können viel besser deeskalieren, Streit schlichten, liebevoll auf Kinder zugehen“, sagt Michaela Angerer.

Für die Kinder und Jugendlichen ist es auch wichtig, außerhalb der Schule zu lernen: Mal an einer Segelfreizeit teilzunehmen und dabei zu lernen, wie das Leben auf einem Schiff organisiert werden muss, damit es – bildlich gesprochen – nicht kentert. Oder „In den Schnee zu gehen“, Weihnachten im Advent in der Wohngemeinschaft zu feiern: Alles das sind Lernfelder fürs Leben, machen Kinder und Jugendliche stabiler. Doch die Energiekosten sind gestiegen, die Mieten für Unterkünfte und Busse auch. „Eine Freizeit pro Jahr ist drin, für den Rest hoffen wir auf Spenden“, sagt Michaela Angerer.

Die Redaktion bittet im Advent um Ihre Spenden für die Evangelische Gesellschaft.

Sie können diese unter dem Kennwort „Adventskalender 2“ überweisen auf das Konto der Evangelischen Gesellschaft bei der:

Evangelischen Bank eG

IBAN: DE53 5206 0410 0000 234 567

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