Christliche Themen für jede Altersgruppe

Gemütliche Werbe-Runde - Kirchenwahl

Einfach vorbeikommen, zu einem Tag, für den es kein festgelegtes Programm gibt. Weil alle,
die beim gemeinsamen Grillen im Pfarrgarten haben Kirchengemeinderäte in Hildrizhausen mit möglichen neuen Kandidaten für die Wahl gesprochen und Fragen beantwortet. Auch die, ob man denn mit seinem künftigen Schwiegervater im Kirchengemeinderat sitzen kann. 

Im Pfarrgarten in Hildrizhausen ist die Stimmung gelöst. (Foto: Gerhard Bäuerle)

Pfarrer Andreas Ross hat an diesem Abend zum Grillen in den Pfarrgarten geladen. Die Temperaturen sind am frühen Abend noch hochsommerlich warm. Im Schatten des großen Nussbaums hinter dem Pfarrhaus ist der Tisch gedeckt. Platz genommen haben noch amtierende Kirchengemeinderäte aus Hildrizhausen. Und Menschen, die sie gerne für eine Kandidatur bei der nächsten Wahl gewinnen wollen. Von den neun gewählten Gemeinderäten treten nämlich nicht mehr alle an. „Es wäre gut, wenn wir fünf zusätzliche und neue Kandidaten finden könnten“, sagt Pfarrer Ross. Dass er dies mit einer Grill-Aktion im Pfarrgarten verbinden könnte, auf diese Idee ist er durch die Aktion „Platztest“ der Landeskirche gekommen.

Platztest - Aktion zur Kirchenwahl

Der Gedanke dahinter war, Menschen einzuladen und ihnen das Amt des Kirchengemeinderats schmackhaft zu machen beziehungsweise zunächst einmal die Kandidatur bei der Wahl. „Hier ist Platz für Dich“ stand auf den Werbeunterlagen. Andere Gemeinden haben zu einer „Probesitzung“ des Kirchengemeinderats eingeladen, aber in Hildrizhausen wird gegrillt.


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Beim Essen in geselliger Runde entwickeln sich angeregte Gespräche, die auch schnell zum eigentlichen Thema des Abends kommen: die Mitgliedschaft im Kirchengemeinderat. Der setzt sich in Hildrizhausen aus zwölf Personen zusammen: neun gewählten Räten, dazu Pfarrer Ross, Vikarin Maria Gerlach und Kirchenpflegerin Hildegard Knecht. Weil ein Mitglied des Gremiums gestorben ist, teilen sich derzeit nur noch acht Räte die anfallenden Aufgaben; zwei von ihnen wollen nicht erneut kandidieren. Dennoch hoffen alle, nach den Wahlen wieder ein vollständiges Gremium zu haben.

Kirchenwahl - den jungen Menschen eine Chance geben

Wilfried Holder, der zweite Vorsitzende, beispielsweise wird nach zwei Amtsperioden aufhören. „Vor mir war schon meine Frau im Kirchengemeinderat tätig – und als Ehepartner ist man da immer auch involviert. Ich bin jetzt 65 und finde, man muss den Jungen eine Chance geben, nachzurücken und Verantwortung zu übernehmen. Deshalb mache ich jetzt Platz“, sagt er bestimmt. Regelmäßige Wechsel findet er für ein Gremium wie den Kirchengemeinderat ohnehin sehr wichtig.

Wechsel hatte man in Hildrizhausen indes auch während der zu Ende gehenden Legislaturperiode einige. Aufgrund von Krankheit und Wegzug legten gleich mehrere Mitglieder ihr Amt nieder und wurden durch Nachrücker ersetzt. Einer davon ist Bernd Fuhrmann, der im vergangenen November zugewählt wurde. „Ich tendiere dazu, mich wieder aufstellen zu lassen, bin aber noch nicht ganz sicher“, sagt er. Auch für ihn ist der Abend ein Schritt in der Entscheidungsfindung. Dasselbe gilt für seinen Ratskollegen Martin Knecht, der vor rund einem Jahr zugewählt wurde und den Gemeindegliedern nun erstmals die Chance geben will, „mich zu wählen oder loszuwerden“. Auch Annette Lehmberg will sich nach einer Amtsperiode gern noch ein weiteres Mal im Gremium engagieren.

Als Leitungsorgan der Kirchengemeinde hat der Kirchengemeinderat sehr vielfältige Aufgaben. Das Spektrum reicht von Bau- und Personalangelegenheiten über die Mitarbeit bei Gottesdiensten bis hin zur Jugendarbeit und Themen, die ältere Menschen beschäftigen. Deshalb sei es gut, wenn die Ratsmitglieder möglichst vielseitig interessiert und talentiert sind, sagen die amtierenden Räte.

Verantwortungsträger sehr willkommen

Junge Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen, sind besonders willkommen. Einer von ihnen ist Samuel Notter. „Ich will mich heute Abend mal informieren – und wenn mir gefällt, was ich höre, werde ich kandidieren“, erzählt der 26-Jährige. Bedenken hat er wegen des Zeitaufwands – und aus sehr persönlichen Gründen: Er will die Tochter eines Kirchengemeinderats heiraten. „Wäre das ein Problem?“ Das, erklärt Pfarrer Ross, wäre es nur, wenn er und seine künftige Frau nach der Hochzeit beide im Kirchengemeinderat Mitglied wären. Einer von beiden müsste dann ausscheiden. Mit dem Schwiegervater ist das kein Problem. „Es kann natürlich bei einzelnen Entscheidungen vorkommen, dass ein Mitglied befangen ist – etwa weil seine Familie Vorteile aus einer Entscheidung ziehen könnte. In dem Fall muss er sich aus der Beratung heraushalten und darf nicht mit abstimmen.“

Auch die Befürchtung, die Erwartungen an das Engagement in verschiedenen Arbeitskreisen könnten zu hoch sein, entkräften die Anwesenden. „Grundsätzlich sagt jeder, was er machen kann und was nicht. Da gibt es keinen Druck, sich an einem bestimmten Arbeitskreis zu beteiligen“, betont Martin Knecht. Mattias Breuninger ist an diesem Abend ebenfalls als Interessent gekommen. Er weiß ganz gut Bescheid über den Kirchengemeinderat. Im Gegensatz dazu lässt sich Sonja Roth, die von Pfarrer Ross persönlich eingeladen wurde, gerne erklären, was im Falle einer Wahl auf sie zukäme.

Vielfältige Aufgaben des Kirchengemeinderates

Die Räte zählen ihre Aufgaben auf: Dienste in der Kirche, die Mitarbeit bei der Organisation von Gemeindefesten, die Mitarbeit in Ausschüssen, die Vertretung der Mesnerin sowie monatliche Sitzungen und das alljährliche Arbeitswochenende. „Kirchengemeinderatsarbeit ist zeitintensiv. Aber es lohnt sich, sich einzubringen – man bekommt so viel zurück!“, sagt Annette Lehmberg.

Die Interessenten haben Zeit, sich zu entscheiden. Pfarrer Ross ist mit dem Abend und mit der Aktion zufrieden. Er blickt optimistisch in die Zukunft, denn er weiß, dass sich noch ein paar weitere Menschen die Kandidatur überlegen. „Ich finde die Aktion Platztest wirklich gut“, sagt er. „Damit haben wir der Gemeinde schon an zwei Sonntagen gesagt: Es finden bald Wahlen statt und auch ihr müsst etwas dazu tun – beispielsweise die von der Aktion bereitgestellten Postkarten an einen Menschen weitergeben, den ihr gerne im Kirchengemeinderat sehen würdet. Schon allein durch die zusätzliche Aufmerksamkeit für die Wahlen hat sich die Sache gelohnt!“

www.Kirchenwahl.de 

                                                

 

 

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