Christliche Themen für jede Altersgruppe

Gerade jetzt ist Zeit des Heils - Impuls zur Predigt

2. Korinther 6,1-10 (in Auszügen) Als Mitarbeiter aber ermahnen wir euch, dass ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfangt. Denn er spricht: „Ich habe dich zur willkommenen Zeit erhört und habe dir am Tage des Heils geholfen.“ Siehe, jetzt ist die willkommene Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils! … In allem erweisen wir uns als Diener Gottes.

Gerade jetzt ist Zeit des Heils

Impuls für den Sonntag Invokavit: 2. Korinther 6,1-10.

Von Christina Hirt

Christina Hirt ist Pfarrerin in Grötzingen im Dekanat Nürtingen. Foto: Privat

In den vergangenen Monaten hat sich in meine Gespräche oder Textnachrichten oft der kleine Satz: „Wenn es die aktuelle Situation zulässt …“ oder „In Zeiten wie diesen …“ eingeschlichen. Das Hin und Her bei Planungen und Entscheidungen hinterlässt Spuren. Die Zeiten sind unberechenbarer geworden, anstrengend und emotional aufgeladen. In meinem Umfeld nehme ich sowohl Frustration und Müdigkeit als auch Kampfgeist und Lust nach Aufbruch wahr. Auch in diesem Jahr wird das Osterfest wieder als mögliche Wendezeit im Blick auf die Corona-Pandemie genannt. Aber: Soll man sich darauf verlassen? Und was ist mit all den anderen Nöten, die es ja völlig unabhängig von dieser Viruskrise auch noch gibt und die oft völlig zu Unrecht in die zweite oder dritte Reihe geschoben werden?

Paulus hat als Mitarbeiter am Reich Gottes sehr wechselvolle Zeiten erlebt. Ein ständiges Hin und Her. In den Versen, die dem oben genannten Text folgen, zählt er einiges davon auf: Ehre und Schande, Traurigkeit und Fröhlichkeit, Anerkennung und Ablehnung. Ja sogar: Sterbende – „Und siehe, wir leben.“

 Christina Hirt ist Pfarrerin in Grötzingen im Dekanat Nürtingen. Foto: PrivatTrotzdem ist er überzeugt: Jetzt ist willkommene Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Wie kommt er darauf? An den äußeren Umständen kann er diese Zeitbewertung nicht festmachen. Das tut er auch nicht. Für ihn ist alles gute und willkommene Zeit, die er versöhnt mit seinem Herrn verbringen kann. Gnadenzeit nennt Paulus das und er erinnert die Gemeindemitglieder in Korinth daran: Auch ihr habt doch diese Gnade erfahren, als ihr zum Glauben an Jesus Christus gefunden habt. Er wundert sich, warum diese Gnade dann so wenig Auswirkung darauf hat, wie die Korinther ihre aktuelle Situation gestalten und durchstehen. Als ob Gottes Heil ein Ablaufdatum hätte, das bereits durch ist.

Darum ermahnt Paulus die Christen auch: Gerade in Zeiten wie diesen solltet ihr euch auf das besinnen, was Gott euch gibt, damit ihr von den momentanen Umständen nicht so gebeutelt werdet. Und damit ihr eure Herzen nicht eng macht oder euch gegenseitig fertigmacht, weil ihr zu bestimmten Dingen unterschiedlicher Meinung seid. Wir sind doch gemeinsam seine Mitarbeiter!

Heute, nicht erst später

In Zeiten wie diesen spricht mich das an. Nicht irgendwann, wenn alles wieder „normal“ ist, hat Gottes Gnade auch wieder Saison. Nicht später, wenn ich mich wieder stärker fühle und motivierter bin. Sondern gerade jetzt soll sie zur Wirkung kommen. Jetzt gibt es genügend Gelegenheiten, die ich ergreifen kann. Jetzt gehöre ich doch zu ihm und kann ihm so dienen, wie es gerade eben möglich ist: unterwegs oder in Quarantäne, eingeschränkt oder voller Pläne. Jetzt ist doch der bei mir, mit dem mir alles gegeben ist. So leer sind die eigenen Hände gar nicht, wenn ich auf den vertrauen lerne, der so vieles möglich machen kann.

Meister Eckhart, ein Mann mit großer Lebenserfahrung und Menschenkenntnis, meint: „Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart. Der bedeutendste Mensch ist immer der, der dir gerade gegenübersteht. Das notwendige Werk ist immer die Liebe.“ Jetzt ist willkommene Zeit, jetzt ist der Tag des Heils!

Sonnenuntergang im Regen. Foto: pixabay/Kranich17Foto: pixabay/Kranich17

Gebet

Gib uns den Mut, voll Glaube, Herr, heute und morgen zu handeln.

Gib uns den Mut, voll Liebe, Herr, heute die Wahrheit zu leben.

Gib uns den Mut, voll Hoffnung, Herr, heute von vorn zu beginnen.

 

Christina Hirt ist Pfarrerin in Grötzingen im Dekanat Nürtingen.