Christliche Themen für jede Altersgruppe

Gestrandet im Internet

„Fisch im Netz“ heißt ein Theaterstück, mit dem Grundschüler viel über die Stärken, aber auch über die Tücken der sozialen Medien erfahren. Die „Stiftung Präventive Jugendhilfe“ hat das Schultheaterprojekt  finanziert, in Friedrichshafen wurde es zum ersten Mal an einer Schule gezeigt. 

Fin, Rita und ein ganzer Schwarm von Grundschülern machen mit beim Theater. (Foto: Brigitte Geiselhart)


Ein ganz normaler Schultag. Jedenfalls glauben das die Schüler der Jahrgangsstufe drei und vier der Friedrichshafener Bodenseeschule. Doch es kommt anders – das Klassenzimmer wird zur Theaterbühne. Eine junge Frau im Fischkostüm erscheint – sie nennt sich Rita. Später kommt ihr Freund Fin dazu. Die beiden Fische erzählen den Kindern, dass sie oft gemeinsam auf Entdeckungstour gegangen sind und irgendwann ein Handy am Meeresboden gefunden haben. Wie selbstverständlich werden die jungen Zuschauer zu einem Fischschwarm, tauchen gemeinsam ab in andere Sphären und sind in die aufwühlende Handlung integriert. „Fisch im Netz“ heißt das Stück, dass eindrücklich vor Augen führt, dass die digitale Welt  auch Tücken haben kann.

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Gespielt wird das Stück vom Theater „Tempus fugit“ aus Lörrach. Initiiert und in Auftrag gegeben wurde es von der „Stiftung Präventive Jugendhilfe“, die 20.000 Euro für die Entwicklung des Projekts zur Verfügung gestellt hat, weitere 5000 Euro sind vom Land Baden-Württemberg zugesagt. Die Stiftung Präventive Jugendhilfe widmet sich der Förderung von am Gemeinwesen orientierten, aufs Lebensumfeld bezogenen Angeboten der Jugendhilfe. Sie wird von Evangelischer und Katholischer Kirche, Privatpersonen und Unternehmern, sowie gemeinnützigen Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe unterstützt.

Warum Theater? Warum gerade das Stück „Fisch im Netz“? „Über das Medium Theater kann man Lebenssituationen erarbeiten, die im regulären Schulunterricht nur schwer zu vermitteln sind“, sagt Stiftungsvorstand Siegfried Hoch. Außerdem habe die Stiftung schon lange vorgehabt, das Thema „Digitalisierung“ in den Blick zu nehmen. Gemäß dem Stiftungszweck gehe es darum, Hilfe anzubieten, „bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist“, sagt Hoch.

Für Rita dreht sich alles nur noch ums Handy. „Was soll ich bloß machen?“, will Fin wissen. „Vielleicht ihr das Handy wegnehmen und es Rita nur für eine halbe Stunde pro Tag zurückgeben“, so eine Meinung aus dem Schülerkreis. Rita will scheußliche Bilder ins Netz stellen, vielleicht sogar einen eigenen Schwarm gründen. Dürfen sich Freunde gegenseitig ausschließen? An wen kann man sich wenden, wenn das Handy auf einmal für mehr Angst als Freude sorgt? 45 spannende Minuten sind schnell vorbei.

„Ich muss gestehen, dass ich Gänsehautmomente hatte“, sagt Marie Herzogin von Württemberg, Stiftungsratsvorsitzende der Präventiven Jugendhilfe, nach der gelungenen Premiere. Der Gesprächsbedarf der Schülerinnen und Schüler ist groß. Sucht? Cyber-Mobbing? Ausgrenzung? Habt ihr sowas ähnliches auch schon mal erlebt? Es gibt viele Fragen, die in der pädagogischen Aufbereitung mit Theater-Leiterin Karin Maßen ausführlich besprochen werden. Doch damit ist noch lange nicht Schluss. „Wir legen Wert auf die Nachbereitung im Unterricht. Dafür stehen 15 medienpädagogisch geschulte Mitglieder unseres Spielzeitteams im Alter von 18 bis 23 Jahren bereit“, erklärt Karin Maßen und freut sich auf weitere Aufführungen in Schulen in ganz Baden-Württemberg.


Das Theater „Tempus fugit“ aus Lörrach präsentiert sich im Internet unter www.fugit.de

 

 

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