Christliche Themen für jede Altersgruppe

Glaube und ein Gefühl von Freiheit - Motorradgottesdienste

Motorradgottesdienste im Mittelpunkt der Tourismusmesse CMT – Vortrag von Pfarrer Frank Witzel

Motorradgottesdienst. Foto: epd-bild

Biker und Bibeln: erstaunliche Offenheit für christliche Themen. Foto: epd-bild

Motorradfahrer sind nicht die klassischen Kirchenbesucher. Alleine ihre Montur sieht zuweilen verwegen aus und die Haartracht des einen oder anderen auch. Und doch kommen die Männer und Frauen auf den heißen Öfen gerne zu Gottesdiensten, insbesondere dann, wenn sie speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Seit Jahren erfreuen sich Motorradgottesdienste wachsender Beliebtheit, werden Sonntagsausfahrten so organisiert, dass sie mit einer Andacht auf der grünen Wiese beginnen. Dazu darf dann gerne Rockmusik ertönen und am Ende nehmen viele das Angebot an, sich segnen zu lassen.

So stand der ökumenische Kirchenauftritt auf der Tourismus-Messe CMT diesmal auch im Zeichen der Motorradfahrer. „Kirche auf zwei Rädern – Unterwegs mit Gottes Segen“ lautete das Motto. Erstmals gibt es nun eine Broschüre, die sämtliche Motorradgottesdienste in Baden-Württemberg zusammenfasst, herausgegeben von der Landesarbeitsgemeinschaft Kirche und Tourismus sowie dem Arbeitskreis Motorrad und Kirche.

Einen Einblick in die Psyche der Motorradfahrer und ihren Bezug zum Glauben gab Pfarrer Frank Witzel von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Bayern. Der Seelsorger ist Sprecher der „Arbeitsgemeinschaft Motorrad – Evangelisch“ und selbst leidenschaftlicher Biker.

Diesen Artikel jetzt im EVG-ePaper lesen

Den Motorradführerschein hat er mit 18 gemacht und dann lange liegen lassen. Erst nach einer Scheidung und Lebenskrise stieg er wieder in den Sattel, „und das ist typisch für viele“. Motorradfahren als Aufbruch, als kleine Flucht, als eine Sehnsucht nach neuem Leben und Abenteuer.

„Diese Sehnsucht ist es auch, die das Motorradfahren mit dem Glauben verbindet“, sagt Witzel. Biker als Menschen, die auf Sinnsuche sind, die das Gefühl von Freiheit und Individualität erfahren wollen. Das macht sie durchaus empfänglich für Botschaften des Glaubens, zumal viele Motorradfahrer sich der Gefahr bewusst sind, die ihr Hobby mit sich bringt.

Ein mancher hat schon erleben müssen, dass ein Freund stirbt, dass es knapp war oder man schwer verletzt wurde. Entsprechend offen sind viele für tröstliche Worte, für den Segen, den sie für die bevorstehende Tour erbitten.

Motorradfahrer Abenteuer Freiheit Glauben Gottesdienst

Bei vielen Motorradfahrern gibt es eine erstaunliche Offenheit für christliche Themen. Foto: epd-bild

Immer wieder ist es ein Erlebnis, wenn Motorradgruppen zu Gottesdiensten kommen. Frank Witzel hat das erlebt, als er mit einer christlichen Biker-Gruppe von Flensburg ins Kleinwalsertal fuhr. „Unsere Kirche braucht diesen antibürgerlichen Impuls“, lautet seine Überzeugung.

Rund 50 Motorradgottesdienste sind in der Broschüre aufgelistet, die auf der CMT verteilt wurde. Sie beginnen Mitte April und enden Mitte Oktober, am Heiligabend gibt es in Leonberg-Glemseck ein Weihnachtstreffen.

Viele dieser Veranstaltungen sind unter freiem Himmel, mit Bierbänken und Bühnen ausgestattet und Parkmöglichkeiten für die Hundertschaften der Motorräder. Anschließend gibt es zumeist etwas zu essen und zu trinken – sowie ein Segensbändchen für das Bike.

◼Weitere Informationen im Internet unter www.motorrad-und-kirche.de

Meinungsumfrage

Wollen Sie die Sommer- oder die Winterzeit behalten, wenn es keine Zeitumstellung mehr gibt?

Ergebnis anzeigen