Christliche Themen für jede Altersgruppe

Glaube und Vertrauen - Impuls zur Predigt

Matthäus 8,5-13 (in Auszügen)

Als aber Jesus nach Kapernaum hineinging, trat ein Hauptmann zu ihm; der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gelähmt und leidet große Qualen. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn auch ich bin ein Mensch, der einer Obrigkeit untersteht, und habe Soldaten unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh hin!, so geht er; und zu einem andern: Komm her!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er’s. Als das Jesus hörte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden! Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht wurde gesund zu derselben Stunde.

 

Glaube und Vertrauen

Impuls für den 3. Sonntag nach Epiphanias: Matthäus 8,5-13.

Von Albrecht Conrad

Albrecht Conrad ist Pfarrer der Stuttgarter Lukaskirche. Foto: Privat

Eine wundervolle Geschichte. Denn sie ist voller Wunder. Es ist ja schon ein kleines Wunder, dass ein römischer Hauptmann im Fischerörtchen Kapernaum auf die Idee kommt, einen jüdischen Lehrer um Hilfe zu bitten. Bei den Einheimischen dürfte sich dieser Soldat nicht willkommen gefühlt haben. War er doch Heide, glaubte er doch nicht an den Gott Israels. Und er vertrat die römische Besatzungsmacht. Was er sagte, das galt. Kurzum: Die Leute hielten sich von ihm fern. Und ausgerechnet er sucht die Nähe von Jesus Christus, erhofft sich von ihm die Heilung seines Knechtes.

Wunderbar auch, wie Jesus reagiert. Offensichtlich verwundert. Denn seine Antwort auf den Hauptmann ist als Frage zu übersetzen: „Ich soll kommen und ihn heilen?“ Jesus kann nicht recht glauben, was er da hört. Das wäre doch eine deutliche Grenzverletzung, wenn er, der fromme Jude aus Nazareth, das Haus eines römischen Heiden beträte. Das könnte man auch als Verletzung seiner eigenen Botschaft ansehen, wenn er, der Friedensprediger, einem Mann des Militärs hülfe.

So viele Hindernisse! Da wundert man sich schon, dass der Hauptmann hartnäckig bleibt. Er übergeht die Irritation auf Seiten Jesu einfach. Stattdessen überrascht er den Heiland mit seinem großen Vertrauen. Und mit seiner Argumentation: „Mach’s wie ich, Jesus!“, sagt der Römer. „Sprich nur ein Wort!“ Offenbar traut dieser Soldat Jesus zu, dass der über Krankheit und Gesundheit genauso gebieten kann wie ein Hauptmann über seine Untergebenen.

Und jetzt wundert sich Jesus selbst: Was für ein Glaube! Welches Vertrauen! Ausgerechnet bei diesem Heiden. Wie wunderbar, dass Jesus Christus sich vom Glauben dieses Heiden überzeugen und gewinnen lässt. Er kann gar nicht mehr anders. Er muss helfen. Da erscheint es fast als folgerichtig, dass das eigentliche, große Wunder sich dann auch noch ereignet: Der Knecht wird gesund. Doch steht dieses Heilungswunder lediglich am Ende, nein: am Ziel einer ganzen Reihe von kleineren, weniger sichtbaren Wunder.

Eine Geschichte voller Wunder

Solch ein Wunder ist beispielsweise auch unser eigener Glaube. Spart nicht daran, sagt uns diese Erzählung. Lasst euch in eurem Vertrauen keine Grenzen setzen. Glaubt euch über Hindernisse hinweg. Denn euer Glaube ist’s, der die wunderbarsten Geschichten möglich macht. Womöglich sogar so im Wortsinn wundervolle Geschichten wie diese hier, wo zwei Menschen miteinander reden, die sich sonst vollkommen fremd sind. Und ein dritter wird davon gesund.

Tropfen aus Eis. Foto: pixelio/Sigrid HarigFoto: pixelio/Sigrid Harig

Gebet

Vater im Himmel, in deinem Sohn Jesus Christus kommst du unserem Vertrauen entgegen.

Wo wir es nicht erwarten, führst du uns über Grenzen hinaus und weckst in uns Glauben ganz neu.

Mach es doch wieder wahr durch dein Wort, dass wir deine Wunder erleben und dir danken, heute und Tag um Tag bis in deine Ewigkeit.

Amen